Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0907/68155.html    Veröffentlicht: 03.07.2009 16:08    Kurz-URL: https://glm.io/68155

Spieletest: Street Fighter 4 - von der Straße auf den PC

PC-Umsetzung der legendären Prügelserie

Prügelspiele machen sich auf dem PC rar - vor allem gute. Street Fighter 4 versucht das zu ändern. Mit hochklassigen Kämpfen, Games-for-Windows-Live-Mehrspieler-Modus und aufgehübschter Grafik hauen sich Ryu, Ken und Co jetzt auch auf Heimcomputern.

Nach dem erfolgreichen Start von Street Fighter 4 in den Spielhallen sowie auf Xbox 360 und Playstation 3 ist jetzt auch die PC-Version erhältlich. Der Spielinhalt ist nahezu identisch. Die Anzahl an Kämpfern, Schauplätzen und Spezialmanövern ist gleich. Capcom hat sich bei der Entwicklung der PC-Version vor allem bemüht, die guten Onlinemodi zu portieren und den Titel grafisch zu optimieren.

Mit einem angeschlossenen 6-Knöpfe-Gamepad oder optimalerweise einem Arcade Stick merkt der Spieler kaum einen Unterschied zur Konsolenfassung, wenn er Street Fighter 4 auf dem PC startet. Mausunterstützung gibt es nicht. Eingaben mit der Tastatur sind zwar möglich, bieten aber nicht die nötige Präzision, um die vielfältigen Spezialmanöver der Kämpfer kontrolliert auszuführen. Im Arcade-Modus mit seinem schweren und unfairen Endgegner werden Kurzfilmchen und weitere Haudegen freigeschaltet. Der Herausforderungsmodus ist die Plattform, um an neue Animationen und Farbvariationen der Straßenkämpfer zu kommen. Für Solisten bietet der Titel auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad kurzweilige Unterhaltung für vier bis fünf Stunden.

Online-Modus über Games for Windows Live

Das Kernstück ist natürlich der Kampf Mann gegen Mann. Gegen einen Freund am selben Rechner oder online anzutreten macht in Street Fighter 4 genauso viel Spaß wie zu den Glanzzeiten der Serie Anfang der Neunziger. Mit dem richtigen Gegner wird ein Street-Fighter-4-Match zur atemberaubenden Kung-Fu-Choreographie. Die Spielmechanik mit Ultra-, Super-Moves und Kontern bietet eine optimale Basis für hunderte Stunden, in denen sich Spieler verbessern können. Hier hat Capcom erstklassige Arbeit abgeliefert und den optimalen Mix aus Tiefgang (Street Fighter 3: Third Strike) und Zugänglichkeit (Street Fighter 2) getroffen.

Für den Onlinemodus und Offlinespeicherstände nutzt Street Fighter 4 Games for Windows Live (GfWL) von Microsoft. Das hat den Vorteil, dass sich der Titel online so gut wie über Xbox Live anfühlt. Unsere ersten Onlinekämpfe gegen deutsche Mitspieler liefen ruckelfrei und zügig. Anfänger finden aber selten passende Gegenspieler, und so eignet sich der Onlinemodus nur für ambitionierte Spieler. Zusatzinhalte werden über den GfWL-Marktplatz angeboten. Das alternative Download-Kostüm für jeden Kämpfer soll sogar kostenlos angeboten werden. Während unseres Tests war es allerdings noch nicht verfügbar. Im Playstation Store und über Xbox Live kostet das Kostüm-Pack knapp 10 Euro.

Die Grafik der PC-Version ist mit maximalen Einstellungen etwas schöner als auf der Konsole. Durch höhere Auflösungen sind Details besser erkennbar. Moderne neue Effekte gibt es nicht im ausreichend dimensionierten Grafik-Setup. Exklusiv für den PC wurden drei Grafikfilter integriert, die den Look des Spiels dezent verändern: Tusche, Wasserfarbe und Poster. Ärgerlich ist, dass Capcom die 2D-Anzeigen nicht für 16:10- und 5:4-Auflösungen optimiert hat. Lebens- und Special-Anzeigen wirken dadurch unpassend. Die 3D-Grafik wurde an jedes Seitenverhältnis angepasst.

Street Fighter 4 ist für den PC erhältlich und kostet rund 30 Euro. Ein Windows-PC sollte mindestens über einen Intel Core 2 Duo, 2 GByte RAM, 10 GByte freien Festplattenspeicher und eine DirectX-9-Grafikkarte mit 256 MByte verfügen. Wer den Titel nur offline spielen will, kann dies laut Capcoms Angaben auch mit älteren Komponenten wie einem Pentium-4-Prozessor tun. Nvidias Geforce 7300 Grafikkarten werden nicht unterstützt. Das Spiel ist von der USK ab 12 Jahren freigegeben.

Fazit

Fünf Monate nach Veröffentlichung der Konsolenfassungen kann Street Fighter 4 nun auch auf dem PC beeindrucken. Capcom hat einen zeitlosen Klassiker geschaffen, an dem sich kaum Kritikpunkte finden. Aber es gibt sie: ein nerviger Endgegner im Arcade-Modus, keine Spielerprofile im Versus-Modus und wenig Langzeitmotivation für Einzelspieler. Die Umsetzung auf dem PC ist gut gelungen und bietet dem Spieler den gleichen Umfang der Konsolenversionen mit besserer Technik. Online ist Street Fighter 4 ebenso ein Zeitfresser wie auf den Konsolen. Wer die Konsolenversion allerdings schon besitzt, hat keinen Grund es für den PC erneut zu kaufen.  (mw)


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Links zum Artikel:
Capcom (.com): http://www.capcom.com

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