Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0906/68047.html    Veröffentlicht: 29.06.2009 14:30    Kurz-URL: https://glm.io/68047

Videobay: Pirate Bay startet eigenes Videoportal

Videoportal ohne Flash

Die Betreiber des BitTorrent-Trackers Pirate Bay haben ein neues Webangebot aufgesetzt: Videobay ist ein Videoportal, das auf neuer Technik basiert und deshalb ohne Flash auskommt. Allerdings kann es nicht mit allen Browsern genutzt werden.

Ungeachtet des Urteils eines schwedischen Gerichts haben die Betreiber des BitTorrent-Trackers Pirate Bay ein neues Angebot ins Netz gestellt: Videobay soll ein Videoportal vergleichbar Youtube werden. Auf dem Portal können Nutzer Videos und, trotz des Namens, auch Tondateien veröffentlichen, die andere dann als Stream abrufen.

Das Portal, das Peter Sunde bereits 2007 in einem Blogbeitrag angekündigt hatte, befindet sich nach Angaben der Betreiber noch in einer "extrem frühen Testphase". Wegen des großen Zuspruchs, der der Ankündigung der geschlossenen Beta folgte, habe sich das Team aber entschlossen, den Nutzern einen Einblick in Videobay zu gewähren, schreibt einer der Betreiber im Forum Suprbay.

Allerdings ist der Dienst nur eingeschränkt nutzbar: Anwender können keine Dateien hochladen und nur zwei Beispielvideos anschauen. Und auch das ist nicht ganz einfach: Das Portal basiert auf HTML 5. Das bedeutet, die Video- und Audiodateien werden nicht, wie bei Youtube und vergleichbaren Portalen, als Flash-Dateien eingebunden, sondern als Ogg/Theora-Dateien über die neuen Video- und Audiotags. Diese werden derzeit aber nur von wenigen Browsern unterstützt: Der einzige aktuelle Browser, der sie interpretiert, ist nach Anbieterangaben Safari ab der Version 3.4. Außerdem sollen diese Funktionen von den aktuellen Vorabversionen von Firefox 3.5 und Chrome 3 unterstützt werden. Von Opera muss die spezielle Version 9.52 preview vom November 2007 gewählt werden, um die Inhalte ansehen zu können. In der Beta von Opera 10 fehlt diese Tag-Unterstützung wieder.

Der zweite große Unterschied zu Youtube ist, dass Nutzer nicht fürchten müssen, dass die Inhalte, die sie hochladen, aus Urheberrechtsgründen wieder aus dem Angebot verschwinden. Videobay werde eben "wie jedes unserer Projekte ein wenig der Pirate-Bay-Mentalität" in sich tragen, hatte Sunde schon vor zwei Jahren angekündigt.

Die Betreiber bezeichnen das Angebot als einen "experimentellen Spielplatz" und rufen die Nutzer auf, sie nicht allzu sehr zu nerven, wenn etwas nicht richtig funktioniere. Wann das Angebot in der endgültigen Version zur Verfügung stehen wird, ist noch nicht klar. Derzeit sehen sich die Betreiber noch vor diversen technischen Problemen, sagte einer der Betreiber dem Blog Torrentfreak.  (wp)


© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/