Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0906/67749.html    Veröffentlicht: 15.06.2009 14:07    Kurz-URL: https://glm.io/67749

Spieletest: Ghostbusters - Wiedersehen mit Slimer

Kino-Klassiker erwacht auf PS3 zu neuem Leben

1984 befreiten Bill Murray, Dan Aykroyd und Harold Ramis mit ihrer Geisterjäger-Agentur im Kinoklassiker Ghostbusters erstmals New York von übersinnlichen Spuk-Gestalten. Gut 25 Jahre später nehmen sie im gleichnamigen Playstation-3-Spiel ein neues Team-Mitglied auf - den Spieler.

Wer in jungen Jahren begeistert im Kinosessel saß, wird das Angebot gerne annehmen: Als namenloser Rookie darf der Spieler dem berühmten Ghostbusters-Team beitreten und fortan selbst auf Geisterjagd gehen. Besonders viel Persönlichkeit wird dem Neuling dabei nicht zugestanden; die Kohlen aus dem Feuer holen darf er, witzige Sprüche machen nicht. Dafür bliebe ihm aber auch kaum Zeit - wie im Leinwand-Vorbild quasseln Venkman (Bill Murray), Stantz (Dan Aykroyd) und Spengler (Harold Ramis) nahezu ununterbrochen. Meist übrigens auch äußerst unterhaltsam, schließlich stammen die Dialoge und die Story auch aus der Feder von Aykroyd und Ramis. Wer den Humor der Vorlage mag, wird also auch hier auf seine Kosten kommen.

Inhaltlich erzählt das Spiel dabei eine komplett eigenständige Geschichte, die nach der Handlung der beiden Filme im Jahr 1991 stattfindet: Im Nationalmuseum passieren seltsame Dinge, New Yorks Innenstadt versinkt im Chaos, und Slimer - der sympathische grüne Hausgeist - sorgt natürlich ebenfalls einmal mehr für Ärger. Zu tun gibt es also genug, zunächst einmal gilt es allerdings, unter den spöttischen Sprüchen der Kollegen die Bedienung zu erlernen - und das braucht durchaus seine Zeit.

Um einen Geist einzufangen, sind mehrere Schritte notwendig: Zunächst muss der Bösewicht per Protonenstrahl anvisiert und unter Kontrolle gebracht werden; danach gilt es, seinen Fluchtbewegungen zu trotzen und ihn über einer Falle zu positionieren, bevor er per Knopfdruck eingesaugt und eingesammelt werden kann.

Natürlich befinden sich noch weitere Ausrüstungsgegenstände im Repertoire der Geisterjäger, die nach und nach zum Einsatz kommen; mit gestiegener Erfahrung und zusätzlichen Erfolgen wird das eingesetzte Material auch immer mächtiger. Allerdings ist das auch nötig, denn schon auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade steigt das Niveau rasch an. Wer nicht schnell und gekonnt mit den Analog-Sticks umgeht, hat bei den Gefechten auf dem Times Square, in Hotels, auf Friedhöfen oder in Lagerhallen schlechte Karten.

Leider schleicht sich trotz wechselnder Schauplätze, großer End- und Zwischengegner und witziger Dialoge schon nach den ersten Leveln eine gewisse Monotonie in den Spielablauf ein. Das beständige Geisterjagen und Einfangen wiederholt sich immer wieder auf dieselbe Art und Weise, zudem ist der Ablauf komplett linear. Immerhin kann die Technik überzeugen: Die virtuellen Geisterjäger sehen ihren Leinwandvorbildern äußerst ähnlich, die Szenerien sind größtenteils sehenswert, die komplett englische Sprachausgabe ist gelungen.

Ghostbusters erscheint am 24. Juni 2009 für die Playstation 3, kostet etwa 60 Euro und hat eine USK Freigabe ab 12 Jahren erhalten. Im Herbst sollen Umsetzungen für PC und Xbox360 folgen.

Fazit

Bekannte Charaktere, witzige Sprüche, Original-Musik - Fans der Filme kommen auf der PS3 über weite Strecken auf ihre Kosten. Mit etwas mehr Sorgfalt bei Steuerung und Leveldesign wäre aber durchaus mehr möglich gewesen. Ghostbusters ist ein unterhaltsames, aber über weite Strecken auch etwas monotones Action-Spiel geworden.  (tw)


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