Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0906/67629.html    Veröffentlicht: 08.06.2009 17:00    Kurz-URL: https://glm.io/67629

EU-Roamingverordnung: Niedrigere Preise ab 1. Juli 2009

Preisobergrenze für Datenroaming, SMS und Telefonate

Ab 1. Juli 2009 werden die Roamingpreise in der EU sinken. Den entsprechenden Plan der Europäischen Kommission bestätigte nach dem EU-Parlament nun auch der Ministerrat. Die Preise für Mobilfunk-Roaming sollen rechtzeitig zum Sommerurlaub um bis zu 60 Prozent sinken.

So sollen Handy-Nutzer für den Versand von SMS ab 1. Juli 2009 im EU-Ausland nicht mehr als 11 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer bezahlen. Derzeit liegt der Durchschnittspreis nach Angaben der EU-Kommission bei 28 Cent. In den Niederlanden und Portugal werden über 35 Cent pro Auslands-SMS verlangt.

Auch das mobile Surfen im Ausland wird preislich gedeckelt: Die entsprechenden Vorleistungsentgelte werden auf 1 Euro (netto) pro MByte begrenzt. Derzeit liegt der Durchschnittspreis bei 1,68 Euro pro MByte mit Spitzenpreisen von 6,82 Euro in Irland, 5,30 Euro in Griechenland und 5,10 Euro in Estland.

Ab 2010 sinkt die Obergrenze auf der Vorleistungsebene dann auf 0,80 Euro pro MByte, ab 2011 dürfen sich Mobilfunkanbieter untereinander nur noch 0,50 Euro berechnen. Dadurch sollen dann auch die Preise für Endkunden fallen, hofft die Kommission.

Die Roaminggebühren für im Ausland getätigte Anrufe sinken von derzeit 46 auf 43 Cent pro Minute und für im Ausland angenommene Anrufe von 22 auf 19 Cent pro Minute. Ab 2010 gelten dann Höchstsätze von 39 beziehungsweise 15 Cent und ab 2011 dürfen nur noch 35 beziehungsweise 11 Cent berechnet werden.

Zudem müssen Mobilfunkbetreiber nach den neuen Vorschriften Roaminganrufe nach den ersten 30 Sekunden sekundengenau abrechnen statt pro Minute.

Um Verbraucher von unerwartet hohen Rechnungen zu bewahren, müssen Mobilfunkanbieter ihren Kunden die Möglichkeit einräumen, den Dienst zu unterbrechen, sobald ein Rechnungsbetrag von 50 Euro erreicht wird, wobei der Verbraucher auch einen höheren Betrag wählen kann. Diese Regelung muss allerdings erst bis März 2010 umgesetzt werden.

Nach der heutigen Zustimmung des EU-Ministerrats werden die neuen EU-Roamingvorschriften ab 1. Juli 2009 in allen 27 EU-Mitgliedstaaten gelten.  (ji)


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