Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0905/66982.html    Veröffentlicht: 08.05.2009 14:12    Kurz-URL: https://glm.io/66982

Spieletest: Ninja Blade - Nonstop-Action in Tokio

Actionspiel für Xbox 360 setzt auf Quicktime-Events und schicke Riesengegner

Mit Godzilla ist Tokio fertig geworden - und nun das: Wegen eines gefährlichen Virus ist die Stadt von mutierten Monstern überschwemmt, und nur ein einziger Ninja hat die Macht, sich der bösen und oft bildschirmfüllenden Brut entgegenzustellen.

Ninja Blade (Xbox 360)
Ninja Blade (Xbox 360)
Busse fliegen durch die Luft, riesige Würmer wühlen sich durch den Asphalt, Helikopter feuern um die Wette: Die Situation in Tokio scheint außer Kontrolle. Ninja Ken hat trotzdem die Ruhe weg - schließlich verfügt er nicht nur über mehrere aufrüstbare Nahkampfwaffen, sondern kann auch an Wänden entlanggehen, per Bullettime die Zeit verlangsamen, Fahrzeuge steuern und sich traumwandlerisch sicher von Haus zu Haus schwingen. Dabei erinnert er an einen überdrehten Mix aus Dante (Devil May Cry) und dem Prince Of Persia. Das Entwicklerteam From Software hat nicht viel Wert auf Originalität gelegt, dafür umso mehr auf eine Kombination der Fähigkeiten erfolgreicher Videospielhelden.

Auch das Spielprinzip beweist wenig Kreativität: Die Welten sind komplett linear angelegt, zudem reiht sich oft ein Quicktime-Event an den nächsten - phasenweise gilt es, lediglich im richtigen Moment den richtigen Knopf zu drücken, bevor der nächste Kampf wartet. Eben diese Kämpfe haben es allerdings in sich: Vor allem die Bossgegner beeindrucken mit ihrer Größe und dem ausgefallenen Design. Erlegt werden sie oft in mehreren Stufen; ein solches Gefecht kann sich also einige Zeit hinziehen, wie überhaupt einzelne Level fast schon zu lang ausfallen.

Trotz des eingeschränkten Aktionsradius wird Ninja Blade nicht so schnell langweilig. Die Action ist rasant inszeniert, so dass kaum Zeit bleibt, sich über mangelnde Spielmöglichkeiten aufzuregen. Eben hat Ninja Ken noch gegen eine Mutantenspinne gekämpft, da gilt es auch schon, auf dem Flügel eines Flugzeugs stehend die nächste Gefahr abzuwenden. Realismus spielt dabei natürlich keine Rolle - der Fokus liegt auf schneller, überdrehter und gerne auch mal surreal-witziger Action.

Das hohe Tempo und die kontinuierlich aneinandergereihten Actionpassagen überdecken auch ein wenig, dass die Szenerien nicht unbedingt mit dem höchstmöglichen Detailgrad aufwarten. Matschige Texturen stören da ebenso wie das eine oder andere Ruckeln oder eine ungünstig stehende Kamera. Dafür sind sämtliche Charaktere flüssig animiert, Ken kämpft sich sehr ansehnlich durch die Gegnerhorden, und die zahlreichen Zwischensequenzen lassen in puncto Atmosphäre ebenfalls kaum Wünsche offen.

Die Option, neue Kostüme für Ken freizuschalten, wirkt dafür etwas deplatziert - allerdings passt sie wiederum recht gut zum eigenwilligen, sich niemals völlig ernst nehmenden Design des Spiels. Ninja Blade ist exklusiv für Xbox 360 verfügbar und kostet rund 70 Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.

Fazit:

Wer hofft, in Ninja Blade ein Spiel mit den Kampfmöglichkeiten der fernöstlichen Atmosphäre und der Storydichte eines Ninja Gaiden zu finden, wird bitter enttäuscht - Geschichte, Aktionsradius und Ausbaumöglichkeiten von Ninja Ken sind arg begrenzt. Dank der rasanten Inszenierung macht das Spiel trotzdem Spaß; die Dauer-Bluthochdruck-Action und die wahnwitzigen Szenerien kaschieren die spielerischen Mängel über weite Strecken.  (tw)


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Links zum Artikel:
Ninja Blade (.com): http://www.ninja-blade.com/

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