Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0905/66876.html    Veröffentlicht: 05.05.2009 12:17    Kurz-URL: https://glm.io/66876

Test: Release Candidate bringt Feinschliff für Windows 7

Neuer XP-Modus ausprobiert

Seit heute früh steht der Release Candidate von Windows 7 für die Allgemeinheit als Download bereit. Im Vergleich zur Betaversion von Windows 7 hat Microsoft viele Detailverbesserungen am Betriebssystem vorgenommen. Meist sind es kleine Änderungen, substanzielle Neuerungen gibt es kaum. Über alle Veränderungen klärt Golem.de auf.

Ein Kritikpunkt an Windows 7 betrifft die neue Taskleiste, in der sich Programmverknüpfungen im Taskbereich ablegen lassen. In der Betaversion konnten laufende Tasks optisch nur schwer von abgelegten Verknüpfungen unterschieden werden. Hier hat Microsoft mit dem Release Candidate nachgebessert, so dass sich diese funktionell unterschiedlichen Bereiche nun besser auseinanderhalten lassen.

Verbesserte Tastaturbedienung

Bereits seit Windows Vista lässt sich durch das Tastenkürzel Windows-Taste und Zifferntaste die betreffende Verknüpfung im Schnellstartbereich öffnen. Das funktioniert aber nicht mit den Tasten im Ziffernblock. Dabei entspricht die Ziffer der Reihenfolge im Schnellstartbereich, so dass sich maximal zehn Programme auf diesem Wege öffnen lassen. Zwar gibt Microsoft den Schnellstartbereich mit Windows 7 auf, aber die Möglichkeit, Verknüpfungen und neuerdings laufende Programme über die Tastenkombination Windows-[Ziffer] aufzurufen, gibt es weiterhin. Mit dem Release Candidate werden die Möglichkeiten der Tastatursteuerung weiter ausgebaut.

Über die Tastenkombination kann der Nutzer auch zwischen den verschiedenen Tabs des betreffenden Programms wechseln, sofern dieses die Tab-Funktion von Windows 7 unterstützt. In jedem Fall ist so der Wechsel zwischen mehreren Instanzen einer Applikation möglich. Wird zusätzlich zur Windows- und Ziffern-Taste die Umschalttaste betätigt, öffnet sich eine neue Instanz der betreffenden Applikation, und wird bei Betätigung der Windows- und Ziffern-Taste die Alt-Taste gedrückt, erscheint die Sprungliste des Programms.

Die mit der Betaversion eingeführten Sprunglisten sollen den Zugriff auf häufig benötigte Dateien vereinfachen. Mit dem Release Candidate hat Microsoft die Menge der Einträge standardmäßig auf zehn begrenzt - mit der Begründung, Beobachtungen hätten ergeben, dass in den meisten Fällen nur die zehn letzten Dateien verwendet würden. Bei Bedarf kann der Anwender dieses Limit in der Konfiguration des Startmenüs aufheben und sich mehr Dateien anzeigen lassen. Speziell beim Internet Explorer 8 hat die Sprungliste zwei Spezialbefehle erhalten. So lässt sich darüber nun der Privatmodus des Browsers aktivieren und es können neue Tabs aufgerufen werden.

Taskleiste optimiert

Einige Optimierungen gab es auch bei den Drag-and-Drop-Funktionen rund um die Taskleiste. Wenn eine Datei auf ein Taskleistensymbol gezogen wird, wird dieses in die Sprungliste der betreffenden Applikation aufgenommen. Diese Datei kann dann jederzeit über die Sprungliste geöffnet werden, weil sie quasi festgetackert ist. Daher ist es nicht mehr möglich, durch einfaches Drag-and-Drop eine Datei mit einem anderen Programm zu öffnen, wie es bei der Schnellstartleiste von Windows XP und Vista der Fall ist.

Als Kompromiss hat Microsoft nun integriert, dass diese Funktion durch Drücken der Umschalttaste umgesetzt wird. Wird also eine Datei bei gedrückter Umschalttaste mit der Maus auf ein Taskleistensymbol gezogen, führt Windows 7 den Befehl "Öffnen mit" aus und zeigt die Datei auch in Programmen, die nicht mit diesem Dateityp verknüpft sind. Der Hersteller liegt aber in diesem Punkt auch mit Windows 7 meilenweit hinter den Möglichkeiten von MacOS zurück. Wird dort eine Datei auf ein Programm im Dock geschoben, zeigt das Betriebssystem gleich, ob die Software damit auch etwas anfangen kann. Solche hilfreichen Rückmeldungen gibt es für Windows-Nutzer weiterhin nicht.

Bei den Vorgängern von Windows 7 konnten sich Applikationen in die Schnellstartleiste installieren, so dass dieser Bereich schnell unübersichtlich werden konnte, wenn sich zu viele Programme dort einnisteten. Da dieser Bereich nun aufgegeben wird, kann sich eine Programminstallation nicht standardmäßig auf der Taskleiste verewigen. Aus diesem Grunde werden neu installierte Programme am Ende des Startmenüs farblich gekennzeichnet. Damit findet der Anwender die frisch installierte Software leichter und kann sie von dort auch bequem per Kontextmenü fest auf die Taskleiste packen.

Gewöhnungsbedürftig bleibt, dass ein Klick auf das Programmsymbol in der Taskleiste nicht mehr immer das betreffende Programm aktiviert und dieses den Bedienfokus erhält. Läuft von einem Programm mehr als eine Instanz oder eine Software unterstützt die Tab-Funktion von Windows 7 und ist mehr als ein Tab geöffnet, dann macht sich dieses Phänomen bemerkbar. Denn dann öffnen sich Vorschaubilder der offenen Tasks beziehungsweise der laufenden Instanzen, aber die betreffende Applikation erhält nicht den Fokus. Das lässt sich immerhin umgehen, indem das Verhalten der Taskleiste in den Optionen geändert wird, ärgerlich bleibt das Verhalten dennoch.

Verbessert hat sich in diesem Bereich die Zuordnung von Vorschaubildern zu den betreffenden Tasksymbolen, was in der Beta nicht gut gelöst war. Durch die Änderung erkennt der Nutzer leichter, zu welchem Programm die Taskvorschau gehört. Als weitere Verbesserung bringt der Release Candidate bei vielen laufenden Programmen mehr Symbole in der Taskleiste unter als die Beta. Denn Microsoft hat die Schwelle für die Skalierung der laufenden Tasks verändert.

Überarbeitet wurden auch die Reaktionen von Applikationen, wenn sie den Nutzer benachrichtigen sollen. Zusätzlich zum blinkenden Taskleistensymbol erscheint das Symbol nun in einer anderen Farbe, was deutlicher auffällt. Bei sehr vielen Taskvorschaubildern zeigt Windows 7 statt den Vorschaubildchen eine Textliste der geöffneten Tabs oder Instanzen an. Neuerdings erscheint auch eine Live-Vorschau, wenn der Mauspfeil über einen solchen Listeneintrag gehalten wird und Tabs oder Programminstanzen können darüber geschlossen werden. Wenn die Menge an Tabs oder Instanzen dadurch verringert wird, bemerkt das Windows 7 nicht, so dass die Ansicht nicht automatisch angepasst wird. Die Vorschau muss erst beendet werden, um dann wieder Minibildchen zu erhalten.

Windows-XP-Modus

Im Laufe des Tages wird Microsoft auch die angekündigte Betaversion des Windows-XP-Modus (XPM) für Windows 7 veröffentlichen. Bei der Installation wird erst die Beta von Windows Virtual PC eingespielt und anschließend ein fertiges Windows-XP-Image inklusive SP3 in Form einer MSI-Datei nachinstalliert. Löblicherweise sind auch die meisten Sicherheitspatches installiert. Das Windows-Update fällt damit recht kurz aus. Es sind nur 15 Updates verfügbar, von denen sieben optional sind.

Wer Wartungsarbeiten an der virtuellen Maschine vornehmen möchte, muss die unter Windows 7 geöffneten XPM-Programme schließen und kann auch keine neuen starten. Gleichzeitiges Arbeiten mit einer in Windows 7 integrierten Anwendung und an der virtuellen Maschine ist nicht möglich. Der Anwender hat also die Wahl, entweder in einem Windows XP zu arbeiten oder verschiedene XPM-Anwendungen gleichzeitig innerhalb von Windows 7 zu starten.

Software installiert der Anwender in der gestarteten virtuellen Maschine. Dabei fehlt ein Kontextmenüeintrag in Windows 7, um Anwendungen ohne diesen Umweg einzuspielen. Einmal installiert, stehen die Anwendungen direkt unter Windows 7 zur Verfügung, sofern sie im Startmenü für alle Nutzer liegen. Die notwendige Verknüpfung legen nicht alle Anwendungen bei der Installation dort ab. Den Internet Explorer 6 bekommt der Anwender etwa nur, wenn die entsprechende Verknüpfung in das allgemeine Startmenü der virtuellen Maschine kopiert wird.

Die gestarteten Anwendungen des XPM fügen sich nahtlos in die Windows-7-Umgebung ein. XPM-Anwendungen können sogar in der Taskleiste als aufrufbares Programm hinterlegt werden. Es gibt allerdings einige Unterschiede, die XPM-Anwendungen erkennbar machen. Das auffälligste Merkmal ist die fehlende Transparenz durch Aero. Anwendungen des XPM sehen auch unter Windows 7 wie XP-Anwendungen aus. Auch Funktionen wie Aero Peek funktionieren mit XPM-Anwendungen nicht. Die Taskleiste gibt zudem keine Auskunft darüber, ob eine Anwendung läuft oder nicht. Das ist nur über das allgemeine Symbol der virtuellen Maschine zu sehen. Wer genau hinschaut, entdeckt noch weitere Unterschiede. In der Standardeinstellung nutzt das XPM kein Antialiasing auf Schriften, Cleartype wurde abgeschaltet. Außerdem fehlt das Kontextmenü einer XPM-Anwendung in der Taskleiste.

Wer Hoffnungen hat, im XPM auch alte Spieleklassiker zu spielen, die nur unter Windows XP liefen, dürfte enttäuscht sein. Als virtuelle Grafikkarte ist eine S3 Trio 32/64 im XPM vorhanden. Spielen kann der Nutzer damit nicht. Der XPM ist also nur für Anwendungen ausgelegt, die keinen Anspruch an eine 3D-Hardware haben. Die 3D-Hardware des Hostsystems kann das virtualisierte Windows XP nicht nutzen.

Andere Hardware wie USB-Speicher wird über ein Netzwerk eingebunden. Der Zugriff ist dadurch zwar nicht der schnellste, vorteilhaft ist allerdings, dass Windows XP dann auch ohne Update auf Exfat-Datenträger zugreifen kann. Alternativ kann ein USB-Stick direkt eingebunden werden. Er steht dann zwar nicht mehr unter Windows 7 zur Verfügung, aber der XPM kann direkt darauf zugreifen. Bei Exfat-Laufwerken fehlt dann der Treiber, den Windows XP auch nicht automatisch nachinstalliert. Er muss separat heruntergeladen werden.

Auch auf andere Laufwerke des Hostsystems greift Windows XP und dessen Anwendungen über Netzlaufwerke zu. Es besteht Zugriff auf fast alle Daten. Löschen lassen sich Programme so aber nicht. Nur Dateien, die auch auf dem Hostsystem ohne weitere Rechte gelöscht werden können, können auch über die virtuelle Maschine gelöscht werden. Wer will, kann diese Integration mit einem einfachen Klick abschalten. Für ein dauerhaftes Abschalten der Integration muss das in den Einstellungen festgelegt werden. Allerdings ist es dann nicht mehr möglich, bearbeitete Dateien einer virtualisierten Anwendung unter Windows 7 zu speichern.

Windows Explorer optimiert

Im Windows Explorer gibt es schon in der Windows-7-Beta einen neuen Knopf zum Erstellen von Verzeichnissen. Dadurch erspart sich der Nutzer, in langen Untermenüs zu suchen, um einen Ordner anzulegen, wie es noch bei Windows Vista der Fall ist. Im Unterschied zur Beta ist das Ordnersymbol nun auch sichtbar, wenn eine Datei im Explorer selektiert ist. Weiterhin lassen sich auf Bibliotheksfenster keine Verzeichnisse mehr per Drag-and-Drop schieben. Denn viele Anwender dachten dann, das betreffende Verzeichnis könne gelöscht werden und entfernten den Ordner vom Rechner. Tatsächlich war der Ordnerinhalt aber nur der Bibliothek hinzugefügt worden. Damit solche Datenverluste nicht mehr auftreten, wurde diese Funktion ganz entfernt.

Die in Windows 7 enthaltene Suche zeigt Auszüge der gefundenen Dateiinhalte und informiert den Anwender nun umfassend, indem alle Eigenschaften mit passenden Bezeichnungen angezeigt werden. Nach der Installation neuer Programme aktualisiert der Release Candidate den Suchindex nun automatisch und fügt die betreffenden Dateitypen dem Index hinzu.

Aero Peek in Taskwechsel integriert

Mit Windows 7 kommt die neue Funktion Aero Peek. Damit lassen sich alle offenen Programmfenster transparent schalten, um den Inhalt auf dem Desktop zu sehen. Noch in der Beta war das nur über den Minimieren-Knopf möglich, der auch weiterhin am rechten Ende der Taskleiste sitzt und nicht woanders hinverschoben werden kann. Diese Funktion dient vor allem dazu, Gadgets einsehen zu können, die auf dem Desktop abgelegt sind. Mit dem Release Candidate wurde diese Funktion auch in den Taskwechsel per Alt-Tab integriert.

Ein Druck auf Alt-Tab zeigt die laufenden Tasks und der Nutzer kann wie gehabt das gewünschte Programm nach vorne holen. Ein spezieller Taskbereich ist mit Aero Peek belegt. Wenn dieser Task bei gedrückter Tastenkombination aktiv ist, werden alle Fenster durchsichtig geschaltet, der Nutzer kann den Desktopinhalt einsehen. Wenn die Tasten Alt-Tab in dieser Position losgelassen werden, öffnet sich wie gewohnt der Windows-Desktop und alle anderen Tasks werden minimiert.

Als kleine Verbesserung kann der Nutzer in den Desktopeinstellungen wählen, ob nur Desktopsymbole oder nur Gadgets oder ob beide Gruppen angezeigt werden sollen. Damit lässt sich bei Bedarf der Überblick erhöhen. Leider ist die Umschaltoption so schlecht erreichbar, dass davon wohl kaum Gebrauch gemacht wird.

Kein Startmenü in klassischer Optik

Auch mit dem Release Candidate bietet Windows 7 keine Möglichkeit, das Startmenü im klassischen Erscheinungsbild zu verwenden. Besonders langjährige Windows-Nutzer wird das stören, weil sich das neue Startmenü weniger umfangreich konfigurieren und anpassen lässt, als das früher der Fall war. Dafür soll der Aufruf des Startmenüs durch Optimierungen weiter beschleunigt worden sein, so dass dieses nun schneller erscheint.

Verbesserte Sicherheitsfunktionen

Für eine gesteigerte Sicherheit lässt sich die Benutzerkontensteuerung nicht mehr ohne weiteres aushebeln, wie das noch bei der Beta der Fall war. Änderungen an der Benutzerkontensteuerung lassen sich generell nur nach Bestätigung durch den Anwender vornehmen. Erst jüngst wurde bekannt, dass mit Windows 7 auch das Verhalten bezüglich des Autostarts von externen Laufwerken verändert wird. Aus Sicherheitsgründen wird der Autostart für USB-Sticks und externe Festplatte immer deaktiviert, um die Verbreitung von Schadsoftware auf diesem Wege einzudämmen.

Windows Media Player kann mehr

Eine Reihe von Neuerungen hat Microsoft dem Windows Media Player angedeihen lassen. Unter anderem hatte Microsoft angekündigt, dass der Media Player auch QuickTime-Videos abspielen kann. Das könnte einige Nutzer freuen, ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn mit Apples Codecs komprimierte Videodateien kann auch der neue Windows Media Player nicht wiedergeben. Er kommt nur mit dem Container für Mov-Dateien klar, wenn die eigentlichen Daten in einem vom Windows Media Player ohnehin unterstützten Format vorliegen. Als weiteres Versprechen versteht der Windows Media Player das AVCHD-Format, das nun auch im Windows Media Center funktioniert.

Bereits in der Betaversion wurde eine Kompaktdarstellung des Windows Media Player vorgestellt. Mit dem Release Candidate heißt diese Ansicht nun "Now Playing Mode" und ist ein Stück kompakter geworden. Die neue Funktion Remote Media Streaming (RMS) koppelt miteinander verbundene Windows-7-Rechner. Sind beide Systeme bei Windows Live angemeldet, kann der Nutzer auf die Multimediadateien des anderen Rechners zugreifen, als befänden sich diese im lokalen Netzwerk. Dafür müssen die betreffenden Dateien vorher freigegeben worden sein.

Als überfällige Neuerung erweist sich eine weitere Änderung am Windows Media Player. Wird ein Laptop aus dem Schlafmodus geholt, kann nun die Wiedergabe einer Datei auf der Festplatte fortgesetzt werden. Bisher musste der Nutzer die betreffende Pausenstelle in der Multimediadatei selbst finden. Eine Fortsetzungsfunktion wie bei DVDs oder CDs gab es nicht.

Device Stage mit mehr Hardwareunterstützung

Die neue Hardwareverwaltung Device Stage kennt im Release Candidate deutlich mehr Geräte als noch in der Betaausführung. Damit wird die neue Funktion für mehr Nutzer ihre Vorzüge zeigen können. Mit dem Device Stage will Microsoft die Verwaltung von Hardware deutlich vereinfachen. Aber auch Computer selbst können die Device Stage unterstützen. Es liegt an den Herstellern, ob sie davon Gebrauch machen.

Eine kleine kosmetische Korrektur hat die Funktion zum sicheren Entfernen von angeschlossener Hardware erhalten. Nun spricht Windows nur noch von Auswerfen, was den meisten Anwendern wohl vertrauter erscheint als die bisherige Bezeichnung. Zudem wurden die Bezeichnungen überarbeitet und das Trennen eines Speicherkartengeräts trennt nun das Gerät und nicht mehr nur einzelne Laufwerke. Außerdem zeigt Windows 7 nun immer ein einheitliches Auswurfmenü, so dass kein anderer Dialog erscheint, wenn das Icon mit der anderen Maustaste aufgerufen wird. Über dieses Menü kann der Nutzer zudem die Device Stage öffnen.

Bei Dual-Boot-Konfigurationen erhalten nun auch andere Windows-Versionen einen Laufwerksbuchstaben, so dass die Laufwerke direkt über das Betriebssystem erreichbar sind. Noch in der Beta von Windows 7 lag ein Treiber für Bluetooth-Audio bei, um entsprechende Geräte ansprechen zu können. Ab dem Release Candidate müssen solche Treiber künftig direkt vom Gerätehersteller kommen.

Der Release Candidate von Windows 7 steht seit heute Morgen als Download zur Verfügung und kann ohne Aktivierung 30 Tage lang verwendet werden. Microsoft will die Vorabversion auf jeden Fall bis Juli 2009 zum Download bereitstellen. Der Release Candidate entspricht vom Leistungsumfang her der Ultimate-Ausführung des Betriebssystems. Da es sich hierbei um eine Vorabversion handelt, rät Microsoft davon ab, den Release Candidate auf Produktivsystemen einzusetzen, da er noch schwere Fehler enthalten kann. Der aktivierte Release Candidate läuft bis zum 1. März 2010 und verweigert danach seinen Dienst. Im Anschluss an diesen Release Candidate will Microsoft die fertige Version von Windows 7 veröffentlichen. Neue Aussagen von Acer lassen vermuten, dass der Windows-Vista-Nachfolger noch im Oktober 2009 auf den Markt kommt. Microsoft selbst gibt als Starttermin noch immer das Jahr 2010 an.

Ein direktes Upgrade von der Betaversion von Windows 7 will Microsoft ganz bewusst nicht erlauben. Zumindest wird das standardmäßig nicht möglich sein. Damit sollen Fehlerquellen ausgeschlossen werden. Nach Auffassung von Microsoft ist es unüblich, von einer Vorabversion auf eine andere Vorabversion aufzusteigen. Aus diesem Grund entschied sich der Konzern zu diesem Schritt.

Da Microsoft Nutzer aber nicht verärgern will, die die Beta von Windows 7 bereits im Produktiveinsatz einsetzen - gegen die ausdrückliche Empfehlung des Herstellers -, gibt es einen Trick, um den Release Candidate von Windows 7 über eine Betainstallation zu spielen. Im Windows-Verzeichnis Sources muss die Datei cversion.ini bearbeitet werden. Der Eintrag MinClient muss auf kleiner als 7100 gestellt werden, dann lässt sich der Release Candidate über eine beliebige Vorabversion von Windows 7 installieren.

Fazit

Mit dem Release Candidate hat Microsoft auf einige Kritikpunkte reagiert, die es an der Betaversion von Windows 7 gegeben hat. Die meisten Neuerungen am Release Candidate sind kosmetischer Natur, fundamentale Änderungen gibt es nicht. Die Entwicklung am Release Candidate deutet darauf hin, dass Microsoft mit Windows 7 eine Version von Windows anbietet, die auch bisherige Vista-Skeptiker überzeugen könnte. Windows 7 reagiert schon jetzt deutlich schneller als Windows Vista und wirkt damit nicht so träge.

Wer von Windows XP auf Windows 7 wechselt, muss sich aber auf vergleichbare Probleme einstellen, wie beim Wechsel von Windows XP auf Windows Vista, da Windows 7 im Wesentlichen den Kernel von Windows Vista nutzt. Mit dem Windows-XP-Modus macht es Microsoft Umsteigern aber leichter. Diese sinnvolle und leicht zu konfigurierende Erweiterung erlaubt es weiterhin, alte Anwendungen einzusetzen. Allerdings muss der Anwender dann zwei Betriebssysteme pflegen. Verglichen mit Virtualisierungslösungen anderer Hersteller ist der Funktionsumfang des XP-Modus außerdem gering.

Manche Umsteigewillige werden sich auch daran stören, dass sich das Startmenü in Windows 7 nicht mehr in der Windows-XP-Optik nutzen lässt, sondern sich nur im seit Vista bekannten Aussehen präsentiert. [von Ingo Pakalski und Andreas Sebayang]  (ip)


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Links zum Artikel:
Microsoft - Windows 7: http://www.microsoft.de/windows/windows-7
Microsoft - Windows 7 (.com): http://www.microsoft.com/windows7

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