Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0904/66771.html    Veröffentlicht: 28.04.2009 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/66771

Spieletest: Onechanbara - Bikini Zombie Killers

Zombie-Jägerinnen metzeln sich durch das Actionspiel auf Wii

Leicht bekleidete junge Damen, unzählige Zombies, literweise Blut: Was wie ein Film von Tarantino klingt, ist der erste Auftritt der Onechanbara-Reihe auf Nintendos Wii. Statt auf Hochglanzpräsentation und komplexe Spielmechanik setzt der Titel auf stumpfes Geschnetzel - und macht vorübergehend trotzdem Spaß.

Onechanbara - Bikini Zombie Killers (Wii)
Onechanbara - Bikini Zombie Killers (Wii)
Aya und Saki sind zwei junge, gut aussehende Schwestern. Warum die beiden am liebsten auf Zombie-Jagd gehen - und das auch noch bevorzugt knapp bekleidet -, bleibt im Spielverlauf von Onechanbara: Bikini Zombie Killers im Dunkeln. Generell legt der Titel wenig Wert auf Story, Erklärungen und Hintergrundinfos. Es geht ganz einfach darum, eine Zombiehorde nach der anderen in komplett linearen Welten auszuschalten. Erst wenn etwa die gesamte Brut in einem U-Bahn-Schacht niedergemetzelt wurde, öffnet sich der Gang zur nächsten Ebene - wo wiederum Unmengen von Gegnern warten.

Die Spielmechanik ist passend dazu äußerst schlicht gestrickt: Durch Schütteln des Nunchucks tritt die Protagonistin, durch Herumfuchteln mit der Wiimote führt sie das Schwert. Prinzipiell sind zwar Combos möglich, zudem lernen die Schwestern im Spielverlauf neue Angriffe; in der Praxis artet das Ganze dennoch immer in wildes Herumgewedel ohne jegliche Taktik aus. Einzig das Anvisieren eines Gegners per Tastendruck erweist sich als hilfreich, um in der Unmenge an Untoten nicht vollkommen den Überblick zu verlieren. Von Zeit zu Zeit muss auch mal das Schwert vom Blut gereinigt werden, sonst bleibt es im Zombie stecken.

Wer sich erfolgreich durch die Levels kämpft, schaltet zahlreiche neue Kostüme frei und darf die Schwestern im neuen Look in den Kampf gegen die mit der Zeit kaum variierenden Monster und Zombies schicken. Mehr Abwechslung oder Motivationsförderung wird nicht geboten - wer Rätsel oder Geschicklichkeitseinlagen braucht, ist definitiv fehl am Platze.

Auch die Präsentation fügt sich ins B-Movie-Bild: Grob pixelige Umgebungen stehen schick animierten Mädchen gegenüber, meist versinkt der Spielbildschirm aber ohnehin in Unmengen von Blut und abgetrennten Körperteilen. Sonderlich gewalttätig ist das Spiel dennoch nicht, denn der trashige Charme sorgt dafür, dass alles eher comicartig überzeichnet wirkt.

Onechanbara - Bikini Zombie Killers ist für Nintendo Wii erhältlich und kostet etwa 40 Euro. Der Titel ist von der USK noch nicht eingestuft worden.

Fazit

Keine Story, keine Abwechslung, unterdurchschnittliche Grafik: Onechanbara - Bikini Zombie Killers hat nicht viel mehr zu bieten als nahezu völlig variationsfreies Hack and Slay der stumpfesten Sorte. Trotz seiner rudimentären und eigentlich völlig antiquierten Machart weiß der Titel trotzdem zumindest vorübergehend zu unterhalten - für ein paar Minuten zwischendurch macht es durchaus Spaß, sich ohne jeglichen Tiefgang mit den Damen durch die in bester Trash-Movie-Manier inszenierten Zombiehorden zu schnetzeln. Wer Wert auf Tiefgang, Dauermotivation und zeitgemäße Technik legt, sollte aber einen weiten Bogen um dieses Spiel machen.  (tw)


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