Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0904/66741.html    Veröffentlicht: 27.04.2009 11:16    Kurz-URL: https://glm.io/66741

Konami lehnt Kriegsspiel Six Days in Fallujah ab

Publisher distanziert sich von Kriegsspiel und veröffentlicht es nicht

Eigentlich wollte Konami das Irak-Kriegsspiel Six Days in Fallujah veröffentlichen, nun macht der Publisher nach Protesten einen Rückzieher. Die Entwickler des Programms müssen sich einen neuen Publisher suchen. Finanzielle Ressourcen dazu sollten vorhanden sein - der CIA ist an dem Studio beteiligt.

Der japanische Publisher Konami hat laut einem Bericht der japanischen Zeitung Asahi beschlossen, das Kriegsspiel Six Days in Fallujah nicht zu veröffentlichen. "Nachdem wir die Reaktion auf das Spiel in den Vereinigten Staaten gesehen haben und Meinungen über das Spiel via Telefon und Mail gehört haben, haben wir uns vor ein paar Tagen entschlossen, das Spiel nicht zu veröffentlichen", so ein Konami-Sprecher laut Asahi.

Nachdem Konami auf Presseveranstaltungen in den USA und in Europa Details über das Spiel bekanntgegeben hatte, hatte es in britischen und amerikanischen Medien harte Kritik unter anderem von Angehörigen von im Irak-Krieg gefallenen Soldaten gegeben.

Das Programm des amerikanischen Entwicklerstudios Atomic verwendet als Szenario eine Schlacht, die im Rahmen des Irak-Feldzugs der amerikanischen Streitkräfte tatsächlich stattgefunden hat: die zweite Schlacht um die Stadt Fallujah, bei der vom 7. November bis 23. Dezember 2004 laut Wikipedia.org nach US-Schätzungen rund 1.500 Menschen ums Leben kamen. Die Missionen spielen in einer Zeitspanne von sechs Tagen und basieren größtenteils auf dem, was die Entwickler von beteiligten Soldaten über die damaligen Geschehnisse erfahren haben.

Firmenanteile von Atomic Games gehören einer Beteiligungsgesellschaft namens In-Q-Tel, die ihre finanzielle Grundausstattung vom US-Auslandsnachrichtendienst CIA bekommen hat. Angeblich hat Atomic Games für die Entwicklung von "Six Days" auch Zugriff auf eigentlich geheimes Material der amerikanischen Streitkräfte bekommen.

Golem.de hat Konami Deutschland um eine offizielle Bestätigung der Meldung von Asahi gebeten - sie steht noch aus. Falls Konami sich tatsächlich von dem Spiel distanziert - was sehr wahrscheinlich ist -, bedeutet das nur, dass Six Days in Fallujah nicht von Konami vertrieben wird. Andere Publisher könnten sich die nun frei gewordenen Rechte sichern.  (ps)


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Links zum Artikel:
Asahi - Konami ditches realistic "Fallujah" videogame (.com): http://www.asahi.com/english/Herald-asahi/TKY200904270177.html

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