Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0904/66730.html    Veröffentlicht: 26.04.2009 16:02    Kurz-URL: https://glm.io/66730

Von der Leyen: Nur versierte Nutzer können Sperren umgehen

Sperren sollen Massengeschäft mit Kinderpornografie weniger lukrativ machen

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen geht davon aus, dass rund 20 Prozent der Internetnutzer die geplanten Internetsperren gegen Kinderpornografie umgehen können. Das setze aber einen versierten Umgang mit dem Internet voraus.

"Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, der Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft", erklärte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen dem Berliner Radiosender Radio Eins leicht missverständlich.

Kritiker der geplanten Internetsperren weisen immer wieder darauf hin, wie leicht die geplanten DNS-Sperren, die von der Leyen schlicht als "etwas Technisches" bezeichnet, zu umgehen sind. Es bedarf keines großen technischen Wissens, um die Sperren zu umgehen, müssen Nutzer dazu doch nur einen alternativen DNS-Server nutzen, wofür es unabhängig von den Sperren zum Teil gute Gründe gibt.

Von der Leyen betont weiter, es gehe darum, das Massengeschäft mit Kinderpornografie mit den Sperren einzudämmen und dadurch weniger lukrativ zu machen. Zudem gehe es darum, durch das geplante Stoppschild aufzuklären.  (ji)


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