Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0904/66507.html    Veröffentlicht: 16.04.2009 12:45    Kurz-URL: https://glm.io/66507

Test: HP Pavilion dv2 - das Ultraportable für jedermann?

Erstes Notebook mit AMDs Neo-Prozessor

Mit der Serie Pavilion dv2 wollen Hewlett-Packard und AMD eine neue Geräteklasse begründen. Notebooks unter 2 Kilogramm mit schlankem Gehäuse sollen damit bezahlbar werden. Der dafür erfundene Prozessor "Neo" ist jedoch nur wenig schneller als Atom-CPUs in Netbooks.

Netbooks zu Preisen von 200 bis 400 Euro sind inzwischen Mitnahmegeräte, bei denen um jede 10 Euro Preisunterschied gekämpft wird. Beinahe wöchentlich kommen neue Geräte auf den Markt, die technischen Daten sind fast immer gleich: Atom-Prozessor und ein 9 bis 10 Zoll großes Display definieren die Geräteklasse.

Dabei ist das nicht naturgegeben, sondern vor allem eine Einschränkung von Microsoft: Nur für Geräte mit maximal 10 Zoll Displaydiagonale gibt es die ULCPC-Lizenz von Windows XP, die nach unbestätigten Angaben von Netbook-Herstellern schon für unter 10 US-Dollar zu haben ist. Dieser günstige Preis ist einer der Hauptgründe, warum Netbooks so billig sind. Für größere Geräte bietet Microsoft nur Vista an, dessen Lizenz die Hersteller ein Mehrfaches kostet.

Damit bleiben die Netbooks vor allem durch das Display ein Kompromiss, der zum täglichen und stundenlangen Arbeiten nicht taugt. Für den geplanten Einsatzbereich von Surfen, Mailen, Chatten reicht die Anzeige jedoch aus.

Wie Intel zur Cebit 2009 bekanntgab, vermuten die Hardwarehersteller zwischen den Netbooks und den Standardnotebooks jedoch eine Marktlücke. Die Anwender, die einen Mobilrechner nur gelegentlich nutzen, wollen angeblich ein größeres Display und mehr Rechenleistung. Zudem sind besonders leichte, flache und schicke Rechner bisher sehr teuer.

Das liegt vor allem an den kostspieligen Prozessoren, die AMD und Intel als Low-Voltage (LV) und Ultra-Low-Voltage (ULV) kennzeichnen. Intel will hier günstigere Modelle mit einer TDP von nicht mehr als 10 Watt anbieten, AMD war aber diesmal schneller. Der aus den Embedded-Produkten abgeleitete "Athlon Neo MV-40" hat zwar eine TDP von 15 Watt, dabei ist aber der Speichercontroller schon in der CPU integriert. Das gibt es bei Intels Notebookprozessoren noch nicht.

Rund um diese CPU hat HP das erste der günstigen Ultraportables gebaut, die Serie "Pavilion dv2". AMD stellte zum Test die mittlere Ausstattungsvariante mit Vista Home Premium und der diskreten GPU Radeon HD 3410 zur Verfügung. Das Notebook mit 12-Zoll-Display heißt in dieser Version mit vollem Namen "HP Pavilion dv2-1050eg" und kostet 699 Euro.

Konstruktion

Während bei den Netbooks entweder Display oder Tastatur den Formfaktor vorgeben, ist es beim dv2 die Größe des Mainboards. Das merkt der Anwender zwar in der Regel nicht, es sei denn, er schraubt das Gerät auf, die großzügige Platzaufteilung fällt jedoch sofort auf. Vor allem der Rahmen des Displays ist so groß, dass glatt ein 13,3-Zoll-Bildschirm Platz hätte.

Neben der Tastatur ist ebenfalls noch Platz, die Tasten sind aber mit 16,8 Millimetern Breite und Tiefe, also quadratischer Form, größer als bei vielen Netbooks. Dabei macht vor allem die Tiefe den Unterschied, diese Breite erreichen auch manche 10-Zoll-Netbooks. Das gesamte Gehäuse erreicht eine Grundfläche von 29,2 x 24 Zentimetern.

Das große Touchpad ohne echtes Multitouch ist mittig vor der Tastatur angeordnet, direkt darüber sitzt ein Schalter, mit dem es auszuschalten ist. Das ist jedoch nur selten nötig, da die Auflagen für die Handballen groß genug sind. Versehentliche Bewegungen des Mauszeigers sind selten.

Die Netbook-übliche Ausstattung an Buchsen mit dreimal USB 2.0, VGA und Fast-Ethernet hat HP um einen HDMI-Port erweitert. Er liegt zusammen mit den Monitorausgängen, der Ethernet-Buchse und zwei USB-Anschlüssen auf der linken Seite, was Rechtshänder begrüßen werden: Die dicken Kabel und auch die Maus passen so auf die linke Seite. Hinten rechts befindet sich die Strombuchse, an derselben Seite sitzen auch die Audiobuchsen für Mikrofon und Lautsprecher, ein USB-Port und der Cardreader.

Auch bei diesem Gerät gibt es wieder etwas mehr als den Netbook-Standard, denn nicht nur SD(HC)-Karten und MMCs schluckt der Schlitz, auch Memory Sticks passen hinein. Für die kompakten Memory Stick Pro Duo ist jedoch ein nicht mitgelieferter Adapter nötig.

Dank der nicht vorhandenen ULCPC-Beschränkungen darf die Festplatte größer als 160 GByte sein, HP hat ein WD-Modell aus der Serie "Scorpio Blue" mit 320 GByte verbaut. Der DDR2-Speicher ist wie bei selbst aufgerüsteten Netbooks 2 GByte groß, sitzt aber ebenso wie bei den Mininotebooks in einem einzigen Slot. Damit lässt sich zwar ein 4-GByte-Modul verbauen, das aber recht teuer ist und von Vista 32 nicht voll genutzt werden kann. Mit zwei Slots könnte man immerhin noch 3 GByte einsetzen.

Der von HP beworbene Magnesiumrahmen, um den das Gehäuse gebaut ist, bleibt für den Nutzer unsichtbar, sorgt aber dafür, dass das Notebook sehr robust erscheint und sich kaum biegen lässt. Die Displayrückseite und die Oberschale sind ganz aus hochglänzendem Kunststoff gefertigt, drei Klappen an der Unterseite laden zu Basteleien ein.

Raum für Erweiterungen
Raum für Erweiterungen
Insbesondere ist noch ein Mini-PCIe-Slot frei, der sich aber laut HP nicht für einen TV-Tuner nutzen läßt - es fehlt die Antenne. Ein SSD-Modul würde dort aber gut passen. Drahtlos funkt das Notebook per WLAN nach 802.11b/g und Bluetooth 2.0, das schnellere 802.11n fiel dem Rotstift zum Opfer.

Design und Handhabung

Noch wichtiger als die inneren Werte ist bei den neuen günstigen Ultraportables laut Marktforschung der Hardwarehersteller das Design. Besonders flach sollen die Geräte sein, und im Vergleich zur Massenware der 15- und 16-Zoll-Notebooks besonders edel aussehen. Zwar ist Design stets Geschmackssache - manche Anwender empfinden sogar nur Apples stets quaderförmige Geräte als "gutes Design" -, aber beachtliche Konsequenz und Mut muss man HP zugestehen.

Das Pavilion dv2 wirkt auf den ersten Blick wie eine milde Form von Luigi Colanis in den 1990er Jahren bei Vobis propagiertem "Bio Design". Die Akzente sind jedoch viel stimmiger umgesetzt. Obwohl die Farbe "Espresso" heißt, ist die Grundfarbe Tiefschwarz.

Sie wird durch chromfarbene Kanten gebrochen, die auch die Seiten der Unterschale bilden. An der Vorderkante zeigte unser Seriengerät schon beim Auspacken Unregelmäßigkeiten in der Chrombeschichtung, die sonstige Verarbeitung und auch die Spaltmasse waren jedoch vorbildlich. Silberglänzend ist auch das Touchpad. Es arbeitet zwar präzise, die sehr glatte Beschichtung führt jedoch dazu, dass die Finger schon bei leichter Berührung regelrecht kleben bleiben. Das ist ungewohnt, die meisten Touchpads sind für genaue Führung sogar eigens aufgeraut.

Deutlich besser fühlt sich spontan die Tastatur an. Die Tasten sind dabei nicht nur ein Hingucker, sondern auch sehr genau zu treffen. Anders als bei Desktop-Eingabegeräten sind sie vertikal konkav, führen die Finger also in der Tiefe und bieten keinen Seitenhalt. Das klappt jedoch erstaunlich gut, was auch daran liegt, dass die Tastatur nur an den Ecken leicht nachgibt.

Das Layout entspricht dem am weitesten verbreiteten Notebookstandard, wobei unten ganz links eine Steuerungstaste sitzt und der Fn-Knopf daneben. Dem Design geschuldet, das die stark gerundeten Ecken des Gehäuses auf der Tastatur fortführt, sind die Tasten für Escape, Entfernen und die Pfeiltasten kleiner als sie sein könnten. Vor allem bei Esc und Entf trifft der Nutzer anfangs eher das Gehäuse als die gewünschte Funktion. Die Pfeiltasten sind winzig, müssen aber leider auch zum Scrollen genutzt werden.

Mehr Schein als Sein liefern die Lautsprecher, der sich mit der noblen Marke "Altec Lansing" schmücken. Der rechte Wandler ist jedoch in der Mitte der Frontkante angebracht, der linke ganz links - das klingt wie Mono. Eine starke Mittenbetonung lädt zudem nicht zum Musikgenuß. Immerhin entwickelt das System aber eine beachtliche Lautstärke.

Spiegelndes Display und heiße Hände

"So flach wie möglich" ist nicht erst seit dem MacBook Air eine Konstruktionsvorgabe für Ultraportables. Das HP kommt geschlossen immerhin noch auf 24,2 Millimeter, was auch am Verzicht auf ein optisches Laufwerk liegt. Es ist nicht wie bei anderen Geräten nach hinten keilförmig gestaltet, nur der Akku und dessen Einfassung sorgen dafür, dass es leicht schräg auf dem Tisch steht, was das Tippen erleichtert. Hinten ist das Notebook dadurch aber 33 Millimeter dick. Die rückseitigen Füße sind nicht am Akku angebracht, so dass das dv2 auch dann stabil steht, wenn der Stromspeicher zwecks Schonung der Ladezyklen entfernt wurde.

Die Kombination aus Schwarz und Chrom ist der größte Trend bei Consumerelektronik, und leider hat sich auch HP dazu hinreißen lassen, das Notebook mit einer hochglänzenden Oberfläche zu versehen. Was auf Katalogbildern oder im perfekt ausgeleuchteten Laden noch toll aussieht, ist nach einigen Tagen von Fingerabdrücken und Staub verunstaltet. Immerhin liefert HP ein Poliertuch gleich mit.

Deutlich besser gefallen die weißen Status-LEDs an der vorderen rechten Kante und rechts. Sie sind sehr hell, was bei Benutzung durch die Positionierung aber nicht blendet und auch im Freien noch zu erkennen ist. Von HPs Businessnotebooks hat das Gerät auch Schalter für WLAN und Bluetooth an der rechten Seite und den Schiebschalter, der das Gerät startet.

Ein selten zu findendes Detail ist der Schalter für den Stand-by-Modus im Displaygelenk. Er kann den Rechner nicht nur schlafen legen, sondern weckt ihn auch ohne Tastendruck auf, wenn er wieder aufgeklappt wird.

Das Display spiegelt schon in Innenräumen stark und ist mit 200 Candela pro Quadratmeter laut Herstellerangabe auch nicht hell genug, um im Freien die Spiegelungen zu überstrahlen. Schon im leichten Schatten reicht das LED-Backlight aber aus, um den Bildschirminhalt zu erkennen, komfortabel arbeiten lässt sich so aber auch nicht. Ein voll außentaugliches Notebook sieht anders aus.

Noch lästiger: Das Gerät wird nicht nur unter Last an der Unterseite recht warm, sondern auch bei den Handauflagen. Direkt unter der linken Ballenauflage sitzt der Lüfter und unter der rechten Ballenauflage die Festplatte.

Softwareinstallation und Beigaben

Vorbildlich: Schon bei der Erstinstallation, für die der Rechner rund eine Viertelstunde braucht, fragt HPs Setup-Programm, ob Nortons Internet-Security-Paket in der Ausgabe von 2009 installiert werden soll. Weniger schön: Auch wenn es abgelehnt wurde, nervt das Programm nach jedem Neustart, dass der PC nicht geschützt sei und man es bitte kaufen solle. Dafür bietet aber Symantec selbst ein Deinstallationsprogramm an.



Am oberen Bildschirmrand befindet sich in den Werkseinstellungen stets HPs "Total Care Advisor", der auf Registrierung des Geräts drängt. Unterhaltsamer sind da schon die 30 mitgelieferten Minispiele von WildTangent, die vor allem Arcarde-Klassiker nachbilden und kleine Knobelspiele bieten.

Mediendateien lassen sich mit "HP Media Smart" verwalten. Das Programm stellt nicht nur Foto- und Musiksammlungen übersichtlich dar, sondern bringt auch eine eigene TV-Anwendung mit - ein Tuner ist jedoch noch nicht installiert, der hätte aber in einem noch freien Mini-PCIe-Slot Platz. Immerhin gibt es drei vorinstallierte Streaming-TV-Dienste: Next.TV, TV4U und TVU. Deren volles Angebot ist aber kostenpflichtig.

Die Windows-Installation selbst ist mit allen Treibern sauber, aber nicht aktuell: Unser Gerät wollte zunächst 136 MByte an Windows-Updates nachladen, und zwar alle, die seit November 2008 erschienen sind. Einem Markenhersteller wie HP steht das schlecht zu Gesicht.

Anders als bei stark abgespeckten Netbooks war die Systemwiederherstellung aktiviert. Wir haben sie für die Benchmarks abgeschaltet. Eine zweite Partition bietet Recovery-Daten für Windows, eine Recovery-DVD liegt nicht bei.

Benchmarks und Akkulaufzeit

Daten des Neo-Prozessors
Daten des Neo-Prozessors
Von besonderem Interesse war bei diesem Test AMD neuer Prozessor, der Neo MV-40. Er besitzt nur einen Kern mit K8-Architektur, ist also ein Athlon 64. Mit Out-of-Order-Design, 1,6 GHz und 512 KByte L2-Cache sollte er zumindest von der Papierform her Intels In-Order-CPU Atom N270 überlegen sein, mit der wir den Neo folglich auch verglichen haben.

Als Atom-Netbook kam dabei das Asus S101 zum Einsatz, das mit 599 Euro auch in einem ähnlichen Preisrahmen und dem Schwerpunkt auf Design auch für eine ähnliche Zielgruppe gedacht ist. Die SSD ist mit 80 MByte/s beim Lesen genauso schnell wie die Festplatte des dv2, die beim Schreiben aber gegenüber den 50 MByte/s des Asus einen Vorteil hat. Das Netbook haben wir zudem auf 2 GByte DDR2-Speicher aufgerüstet.

Vor allem die Anwendungsbenchmarks, die aus unserem Parcours für Prozessoren stammen, sind aber nicht unmittelbar vergleichbar: Auf dem Netbook lief Windows XP, auf dem HP-Notebook Windows Vista Home Premium. Zum Vergleich der reinen Rechenleistung haben wir darum einige andere Notebook- und Desktopprozessoren vermessen, um den Neo einordnen zu können.

Mit Ausnahme des Single-Thread-Tests SuperPi, der stark von Out-of-Order-CPUs profitiert, ist der Neo im Schnitt 20 bis 30 Prozent schneller als der Atom. Das klingt nach mehr Leistung, als beim Anwender ankommt: Vista fühlt sich auf dem dv2 viel träger an als mit einem Dual-Core-Prozessor, weil das Betriebssystem Threads nicht verteilen kann.

Bei den Tests mit 3DMark 2001 SE (den wir auf Netbooks standardmäßig verwenden) und 3DMark06 (der auf Intels 945GSE-Grafik nicht vollständig funktioniert) ist das HP-Notebook um Größenordnungen schneller. Der externe Grafikprozessor Radon HD 3410 ist mit nur 40 Shadereinheiten zwar das kleinste Modell der mobilen GPUs von AMD, aber anderer Chipsatzgrafik immer noch deutlich überlegen. Einfachere Titel wie World of Warcraft laufen flüssig, modernere Spiele kann man immerhin mit allen Effekten ausprobieren - für echten Spielegenuss reicht die Leistung mit einstelligen Frameraten aber nicht.

Die externe GPU und der mit 15 Watt TDP nicht allzu sparsame Prozessor saugen jedoch kräftig am Akku, auch wenn HP für das Modell 1050eg schon einen 6-Zellen-Akku mit 55 Wattstunden mitliefert. In unserem Worst-Case-Test mit 3DMark2001 in einer Schleife mit voller Displayhelligkeit, ohne Stromsparfunktionen und mit WLAN gab das Notebook folglich schon nach einer Stunde und 34 Minuten auf.

Bei Installationsarbeiten und beim Surfen mit mittlerer Helligkeit war das Gerät jedoch drei Stunden und sechs Minuten nutzbar. Schon dabei störte aber der Lüfter, der ständig läuft und unter Last auch in normalen Büroumgebungen unangenehm laut wird. Zwar findet sich im BIOS eine Option, die das ständige Rotieren abschalten soll. Die hilft aber nur bis nach dem Start von Vista, dann springt der Lüfter an und geht nicht mehr aus.

Insgesamt zeigt sich bei den Laufzeittests, dass die GPU viel mehr Leistung aufnimmt als der Prozessor. Der kennt im Übrigen laut CPU-Z nur zwei Taktfrequenzen: 800 MHz und 1,6 GHz. Feinere Abstufungen scheint es nicht zu geben.

Während der Cardreader von einer Sandisk Extreme III (SD) noch die vollen 20 MByte/s erreicht, bleiben die USB-Ports mit 22 MByte/s von einem Stick, der an Intel-Chipsätzen über 32 MByte/s liefert, unter ihren Möglichkeiten. Der WLAN-Durchsatz ist mit 2,74 MByte/s gut, das Ethernet mit 8,8 MByte/s ebenso.

Fazit

Das HP Pavilion dv2 ist ein sympathischer kleiner Blender. Was aussieht wie ein vollwertiges Notebook in auffälligem Design ist in Wirklichkeit nur ein Netbook im XL-Format. Allerdings eines mit Grafik, die sämtliche HD-Videos wiedergibt und mit der sich auch moderne Spiele zumindest einmal ausprobieren lassen. Um sie unterwegs zu installieren, fehlt aber das optische Laufwerk.

Der AMD-Prozessor Neo MV-40 ist im Schnitt nur ein Drittel schneller als der in Netbooks am häufigsten verbaute Atom N270. Da Vista zum Einsatz kommt - die ULCPC-Lizenz von Windows XP gibt es nicht für 12-Zoll-Geräte -, fehlt der zweite Kern oder zumindest HyperThreading besonders. Wie für Netbooks gilt aber auch beim dv2: Für Surfen, Mailen, Chatten ist die Leistung völlig ausreichend. Schon komplexe Flash-Seiten und hochauflösende Flash-Videos überfordern den Neo jedoch.

Ergonomischer als die meisten Netbooks ist das dv2 aber in jedem Fall. Dazu tragen die hervorragende Tastatur und vor allem das größere Display bei. Es spiegelt zwar sehr stark, stellt aber alle Windows-Dialoge vollständig dar, die 33 Prozent mehr Pixel in der Höhe fordern beim Surfen weit weniger Scrollen als auf 10-Zoll-Netbooks.

Der Akku steht nur wenig über
Der Akku steht nur wenig über
Als mobiler Videospieler für den Filmabend bei Freunden taugt das HP-Notebook dank HDMI ebenfalls. Wenn das Netzteil nicht dabei ist, reicht der Akku aber nur für einen Zwei-Stunden-Streifen. Unterwegs gehen die in der Praxis erreichbaren drei Stunden Laufzeit bei Standardanwendungen noch in Ordnung, wer ein Arbeitsgerät für den Außeneinsatz braucht, greift ohnehin zu anderen Geräten.

Für die knapp 700 Euro des Testgeräts - die Version ohne diskrete GPU ist 100 Euro billiger - gibt es allerdings schon deutlich besser ausgestattete Notebooks, die zudem viel schneller sind. Sie wiegen in der Regel aber etwas mehr und sind nicht so flach. Damit muss das Design des Geräts den Ausschlag geben. Für einen Spontankauf beim Elektronikmarkt ist das Pavilion zu teuer.

Ob die Rechnung der Hardwarehersteller aufgeht, zwischen Net- und Notebooks mit den günstigen Ultraportables eine neue Kategorie zu etablieren, entscheiden wie immer die Kunden. AMD und HP sind diesmal die ersten auf dem Markt. Richtig interessant wird die neue Geräteklasse aber erst durch Konkurrenzdruck. Wenn Intel seine versprochenen günstigen Notebookprozessoren, die mehr Leistung haben als der Atom, endlich liefern kann.  (nie)


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