Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0904/66316.html    Veröffentlicht: 03.04.2009 12:31    Kurz-URL: https://glm.io/66316

Eltern sehen eigene Verantwortung für Spiele-Jugendschutz

Laut neuer Studie nehmen viele Eltern den Jugendschutz bei Spielen ernst

Wer soll die Jugend vor Computerspielen schützen, die nicht für sie geeignet sind - bayerische Politiker, Pädagogen oder die Eltern? Beim Branchentreff Munich Gaming 2009 hat Microsoft eine Studie vorgestellt, laut der Eltern die Verantwortung bei sich sehen.

74 Prozent der Eltern sind der Meinung, dass sie selbst für den Schutz ihrer Kinder vor möglicherweise gefährdenden Inhalten in Computerspielen verantwortlich sind. Erst in zweiter Linie nennen sie Hersteller und Handel. 88 Prozent der Eltern gaben in einer Studie an, regelmäßig selbst zu kontrollieren, welche Spiele ihr Kind nutzt. Als Entscheidungsgrundlage dafür, welche Videospiele ihre Kinder spielen dürfen, dient bei knapp 90 Prozent der Befragten die Altersfreigabe. Auch vielfach genannt wurden das eigene Ausprobieren der Spiele (45 Prozent), der Rat von Verwandten und Freunden (39 Prozent) sowie Medienberichte - allgemein und über konkrete Spiele (35 beziehungsweise 31 Prozent).

Das steht in einer Studie, die im Auftrag von Microsoft am 3. April 2009 beim Branchentreff Munich Gaming 2009 präsentiert wurde. Durchgeführt hat sie das Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität München. Dazu wurden in einer bundesweit repräsentativen Stichprobe Eltern mit Kindern im Alter zwischen sechs und 16 Jahren befragt.

Ab dem Alter von zwölf Jahren darf mehr als die Hälfte der Jugendlichen (55 Prozent) selbst entscheiden, welche Spiele sie spielt. Der Einfluss, den die Eltern auf Kauf und Spielenutzung ausüben, nehme ebenso wie die Kenntnis der genutzten Spiele mit zunehmendem Alter der Kinder ab. Das gleiche Bild zeigt sich im Bereich der Social Communitys: Ab zwölf Jahren ist der Großteil der Jugendlichen Mitglied einer Social Community. Nur knapp die Hälfte der befragten Eltern weiß, welche Informationen ihr Kind in der Social Community veröffentlicht hat und wer potenziell darauf zugreifen kann.

"Altersfreigaben sind ein grundlegender Schutzparameter der Produkteinstufung digitaler Medien. Allerdings können sie natürlich nur insofern vor ungeeigneten Inhalten schützen, wie sie auch akkurat umgesetzt werden", kommentierte Oliver Kaltner, Chef der Abteilung Entertainment & Devices bei Microsoft, die Studie. "Microsoft Deutschland möchte Eltern und Lehrer bei dieser Aufgabe unterstützen und gibt ihnen mit den Jugendschutzeinstellungen bei Xbox 360 und Windows Vista alle dafür notwendigen Grundlagen und technischen Hilfsmittel in verständlicher Weise an die Hand. Darüber hinaus ist der kontinuierliche Dialog zwischen Eltern und Kindern über Hintergründe von eventuellen Verboten oder Einschränkungen von großer Bedeutung, um Jugendlichen zu zeigen, dass ihre Wünsche ernst genommen werden. Um dies umsetzen zu können, sollten Eltern sich mit der Lebenswelt ihrer Kinder - und dazu gehören nun einmal Videospiele und Social Communitys - auch selbst eingehend beschäftigen."  (ps)


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Links zum Artikel:
Munich Gaming: http://www.munich-gaming.de
Xbox (.com): http://www.xbox.com/

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