Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/66240.html    Veröffentlicht: 31.03.2009 19:55    Kurz-URL: https://glm.io/66240

Youtube sperrt Musikvideos in Deutschland

Google streitet erneut mit der GEMA um Lizenzgebühren

Deutsche Nutzer werden demnächst deutlich weniger Musikvideos auf Youtube ansehen können, denn Google streitet mit der GEMA um die dafür fälligen Lizenzgebühren. Die Forderungen der GEMA seien deutlich zu hoch, so Google.

Wenn Musikvideos auf Youtube abgerufen werden, zahlt Google im Rahmen einer Vereinbarung mit der GEMA derzeit Lizenzgebühren. Doch diese Vereinbarung läuft nun aus, und die für eine Fortsetzung der Kooperation von der GEMA geforderten Gebühren findet Google zu hoch.

"So liegt der veröffentlichte GEMA-Tarif mehr als fünfzig Mal über dem, was die vergleichbare Verwertungsgesellschaft 'PRS for Music' vor einigen Wochen von uns in Großbritannien gefordert hat. Und schon die PRS-Forderung überstieg eindeutig das für uns wirtschaftlich Tragbare. Übertragen auf den Kauf einer CD würde dies bedeuten, dass ein Musikliebhaber in Deutschland für eine herkömmliche CD mehr als 500 Euro zahlen müsste", schildert der zuständige Google-Mitarbeiter Patrick Walker den Streit.

Darüber hinaus kritisiert Walker die mangelnde Transparenz der GEMA, denn diese weigere sich, "das Repertoire der Werke, die sie vertritt, offenzulegen".

Google sei weiterhin daran interessiert, mit der GEMA eine für beide Seiten akzeptabele und nachhaltige Lösung zu finden. Bis es so weit ist, sieht sich Google gezwungen, den Zugriff auf die Musikvideos seiner "Partner" in Deutschland bis auf weiteres zu sperren: "Eine Plattform wie Youtube zu unterhalten, verursacht erhebliche Kosten und es wäre für uns wirtschaftlich untragbar, wenn wir auf die im Raum stehende Forderung der GEMA eingehen würden."  (ji)


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