Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/66160.html    Veröffentlicht: 26.03.2009 14:06    Kurz-URL: https://glm.io/66160

Schavan: "Beste Elektroautos sollen aus Deutschland kommen"

Annette Schavan startet Förderprogramm zur Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus

Um die Elektromobilität in Deutschland voranzutreiben, hat die Regierung ein Förderprogramm für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus aufgelegt. So sollen alternative Antriebstechnologien marktreif werden. Die besten Elektroautos sollen künftig aus Deutschland kommen.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat in Berlin ein Programm zur Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus gestartet. Ziel ist es, bis zum Jahr 2015 leistungsfähige, bezahlbare und sichere Lithium-Ionen-Akkus für Elektroautos zu entwickeln. Die Regierung wolle "alternative Antriebstechnologien schnell marktfähig" machen und einen "Leitmarkt für Elektromobilität in Deutschland" schaffen, erklärte Schavan. Damit könne gleichzeitig die Wirtschaftskrise bewältigt, dem Klimaschutz Genüge getan sowie der Wissenschaftsstandort Deutschland gestärkt werden.

Akkus sind ein wichtiger Teil für die Elektroautos. "Die Speicherung von elektrischer Energie ist ein wesentlicher Schlüssel für eine effiziente und klimaverträgliche Energienutzung. Und mobile Energiespeicher sind das Herzstück für Elektrofahrzeuge", so die Ministerin. Experten sehen Forschungsbedarf bei der Lebensdauer, bei der Energiedichte und vor allem bei der Sicherheit der Akkus. Wenn der erste Fahrzeugakku in Brand gerate, sei "ganz schnell Schluss mit unserem Abenteuer", warnte Werner Tillmetz vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) auf der von der Regierung veranstalteten Konferenz zur Elektromobilität Ende 2008 in Berlin.

Den Markt beherrschen derzeit Hersteller aus Asien, vor allem aus Japan und Südkorea. Das soll sich jedoch ändern: So wollen der Akkuhersteller Li-Tec, der Autobauer Daimler und der Mischkonzern Evonik im Rahmen des Förderprogramms eine Fabrik bauen, in der ab 2011 Lithium-Ionen-Akkus produziert werden sollen. Standort des Werkes ist das sächsische Kamenz, wo auch Li-Tec, das Daimler und Evonik zu fast gleichen Teilen gehört, seinen Sitz hat.

Im Rahmen des Förderprogramms, das die Regierung mit Geld aus dem am 25. März 2009 verabschiedeten Konjunkturpaket II unterstützt, sollen zudem in Kooperation mit der Helmholtz-Gemeinschaft mehrere Kompetenzzentren in der Elektrochemie sowie ein Kompetenznetzwerk Systemforschung Elektromobilität eingerichtet werden.

In Deutschland würden heute die besten Autos mit Verbrennungsmotoren gebaut, sagte Schavan zum Start der Initiative. "Wir wollen in Zukunft auch die besten Elektroautos der Welt herstellen."  (wp)


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