Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/66092.html    Veröffentlicht: 24.03.2009 15:24    Kurz-URL: https://glm.io/66092

Suse Linux Enterprise 11 mit Mono ist fertig

Desktop- und Serveredition in neuer Version

Novell hat Suse Linux Enterprise Desktop (SLED) und Suse Linux Enterprise Server (SLES) 11 fertiggestellt. Die Servervariante enthält einen aktualisierten Xen-Hypervisor und der Desktop bringt Silverlight-Unterstützung mit. Neu ist auch die Mono-Extension.

Installation
Installation
Wie gehabt gibt es Suse Linux Enterprise 11 in einer Desktop- und einer Servervariante. Die Linux-Distribution ist für den geschäftlichen Einsatz gedacht und basiert auf der Communitydistribution OpenSuse.

Die Serverversion unterstützt Swap über NFS. Mit CPUset lassen sich außerdem Multiprozessorserver partitionieren. Zusätzlich wurde die integrierte Virtualisierungslösung Xen auf die Version 3.3.1 aktualisiert. Vor allem Skalierbarkeit und Sicherheit sollen dadurch verbessert werden. Aber auch im Hinblick auf Energiesparfunktionen wurde die Xen-Version verbessert. Der verwendete Linux-Kernel unterstützt den Tickless-Modus, um den Prozessor so länger in den Ruhezustand zu versetzen, wenn er nichts zu tun hat. Auch das soll Energie sparen.

Novell hat ferner den Update-Stack aktualisiert und verspricht eine höhere Geschwindigkeit bei Installationen, Updates und Ähnlichem. In Form der Mono-Extension liefert Novell jetzt auch in der Enterprise-Distribution die freie .Net-Implementierung Mono mit und unterstützt damit .Net-Anwendungen. So können auch ASP.Net-Programme auf dem Linux-Server gehostet werden. Novell bietet ferner Mainframe-Support für .Net-Programme und verspricht eine höhere Geschwindigkeit sowie bessere Skalierbarkeit der .Net-Applikationen als unter Windows.

SLED
SLED
Die High Availability Extension ist für Nutzer, die einen Cluster aufsetzen wollen. Dabei kommt OCFS2 als Cluster-Dateisystem zum Einsatz. Mit cLVM2 ist auch ein Logical Volume Manager für Cluster enthalten. DRBD wird als Netzwerk-Diskmanagement-Werkzeug verwendet, OpenAIS wird für das Cluster-Messaging genutzt. Pacemaker steht als Ressourcenmanager zur Verfügung und unterstützt auch virtualisierte Umgebungen.

Der Suse Linux Enterprise Server for System z bietet in der neuen Version die Möglichkeit zum Cross-Architecture-Debugging, so dass sich System-z-Coredumps auf x86-Systemen analysieren lassen. Linux-Gästen, die unter z/VM laufen, lassen sich dynamisch CPUs und Speicher zuweisen.

OpenOffice
OpenOffice
SLED 11 bietet in erster Linie aktualisierte Programme: OpenOffice.org 3, Firefox 3 und eine neue Evolution-Version sind beispielsweise Teil der Distribution. Ferner wird außer MP3 jetzt auch AAC unterstützt und Novell hat die Silverlight-Implementierung Moonlight in SLED aufgenommen.

Das aus OpenSuse 11.1 bekannte Nomad ist ebenfalls enthalten. Nomad ist eine Remote-Desktop-Lösung, die auf RDP und dem X-Proxy DMX2 basiert. Dabei kann Nomad die lokale Hardwarebeschleunigung verwenden und somit etwa Desktops mit Compiz-Effekten übertragen lassen. Die aktualisierte Version des Network-Managers bietet unter anderem UMTS-Unterstützung.

Suse Linux Enterprise soll es weiterhin einfacher machen, Appliances auf Basis der Linux-Distribution zu erstellen. Dies gilt sowohl für virtuelle als auch für Software-Appliances. Das sind für den Betrieb einer Anwendung vorkonfigurierte Umgebungen, bei denen sich der Nutzer nicht um das Betriebssystem kümmern muss. Zu Testzwecken dürfen die auf Suse Linux Enterprise basierenden Appliances kostenlos verteilt werden.

Firefox
Firefox
Die Basis für SLED und SLES 11 bildet der Linux-Kernel 2.6.27. Weiterhin gehören die Glibc 2.9 sowie GCC 4.3.2 zu der Linux-Distribution. Das Standarddateisystem bei Neuinstallationen ist Ext3 anstelle von ReiserFS. Auf dem Desktop können Anwender zwischen Gnome 2.24 und KDE 4.1 wählen. Für den Server sind beispielsweise Apache 2.2.10, Bind9.5.0p2 und Samba 3.2.5 dabei. Die Virtualisierungslösung KVM und das Dateisystem Ext4 sind beide als nicht unterstützte Technology Preview enthalten.

Zudem hat Novell ZENworks Linux Management 7.3 angekündigt, um die Linux-Systeme zu verwalten.

Suse Linux Enterprise Server und Desktop in der Version 11 sowie die aktualisierte ZENworks-Version und die Mono Extension sind laut Novell ab sofort erhältlich. Suse Linux Enterprise JeOS für die Appliances soll im April 2009 folgen, die High-Availability-Extension im zweiten Quartal 2009. Später im Jahr sollen dann noch Updates für Suse Linux Enterprise Point of Service, Suse Linux Enterprise Real Time Extension und Suse Linux Enterprise Thin Client folgen.

Testversionen sind zum Download verfügbar. Novell bietet dafür 60 Tage lang Updates an.  (js)


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Links zum Artikel:
Novell: http://www.novell.de
Novell (.com): http://www.novell.com
Novell (.com) - Suse Linux Enterprise: http://www.novell.com/linux/

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