Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/66077.html    Veröffentlicht: 24.03.2009 10:14    Kurz-URL: https://glm.io/66077

Zeebo: Eine neue Spielekonsole für Schwellenländer

Spielekonsole auf Drahtlosnetzwerkbasis soll neue Märkte erschließen

Auf der GDC in San Francisco hat eine neue Spielekonsole das Licht der Öffentlichkeit erblickt: Das Gerät nutzt Mobilfunktechnik von Qualcomm, setzt auf Spieledistribution per Download und soll vor allem in Schwellenländern rasch zum Marktführer werden.

Zeebo
Zeebo
"Im Jahr 2000 hat Bill Gates auf der GDC die erste Xbox von Microsoft vorgestellt", sagte Mike Yuen, Chef des amerikanischen Unternehmens Zeebo während der GDC in San Francisco. "Für uns ist es eine Ehre, dass wir hier das bekanntgeben, wovon wir überzeugt sind, dass es die vierte große Konsole wird." Damit meint Yuen die Spielkonsole Zeebo, die besonders in Schwellenländern wie Russland, China, Brasilien und Indien den Markt für interaktive Unterhaltung auf Konsolenbasis erschließen soll. Die westlichen Marktführer sind in diesen Ländern teils nicht offiziell, sondern nur auf dem Graumarkt erhältlich - und zwar für einen extrem hohen Preis. Laut Yuen kosten Playstation 3 oder Nintendo Wii mancherorts über 1.000 US-Dollar. Die Zeebo hingegen soll für rund 200 US-Dollar über die Ladentheken gehen. Die Spiele kosten um die 5 bis 15 US-Dollar und werden ausschließlich als Download über ein UMTS-Netzwerk namens ZeebotNet vertrieben, in das sich die Konsole selbstständig einklinkt. Die Benutzerführung ist extrem einfach gehalten.

Zeebo
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Die Technik der Zeebo verwendet Hardware auf Basis eines Qualcomm-Chipsatzes mit einem ARM11/QDSP-5-Prozessor, der mit einer Taktfrequenz von 528 MHz läuft. Als Grafikkern kommt Qualcomms Adreno 130 zum Einsatz. Das Gerät verfügt über 1 GByte nichtflüchtigen Nand-Flashspeicher sowie über 128 MByte DDR-SDRAM. Für die 3D-Grafik sorgt ein Qualcomm-Adreno-130-Grafikchip, der sowohl PAL als auch NTSC ausgeben kann. Die Grafikauflösung liegt grundsätzlich bei 640 x 480 Pixeln. Die Zeebo verfügt über drei USB-2.0-Buchsen sowie über einen Slot für SD-Karten. Als Betriebssystem dient das ebenfalls von Qualcomm stammende Brew, das auch in Handys verwendet wird.

Auf der GDC hat Zeebo eine spielbare Version von Quake vorgeführt - wobei die Entwickler zugestanden haben, dass das für westliche Spieler nicht sonderlich aufregend sein mag. Wer Spiele wie den Ego-Shooter von id Software aber noch nie gesehen hat, finde ihn sicherlich noch richtig aufregend. Bereits auf der Konsole installiert sein werden spezielle Versionen der Fußballsimulation Fifa 09, Need for Speed: Carbon, Brian Challenge und Prey Evil; Quake kann kostenlos geladen werden. Das Softwareportfolio umfasst Titel wie Quake 2, Duke Nukem 3D, Tekken 2 und Sonic Adventure.  (ps)


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Zeebo Inc. (.com): http://www.zeeboinc.com

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