Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/66073.html    Veröffentlicht: 23.03.2009 20:36    Kurz-URL: https://glm.io/66073

Intel-Tools für Optimierung von Spielen auf Chipsatzgrafik

Entwicklerwerkzeuge für mehr Leistung mit Intels Grafikkernen

Intel hat zu Beginn der GDC mit den "Graphics Performance Analyzers" (GPA) ein Paket von Entwicklerwerkzeugen vorgestellt, mit denen sich Anwendungen auf Intels Grafikkerne optimieren lassen. Derzeit wird nur der GMA X4500 unterstützt. Das soll sich aber bald ändern.

Intels in Chipsätze integrierte Grafikkerne sind seit Jahren Ziel der Kritik von Spieleentwicklern. 2004 bezeichnete Mark Rein von Epic die Lösungen sogar als "mistig". Dennoch ist Intel rein nach den Stückzahlen gerechnet schon lange der größte Hersteller von Grafikprozessoren für PCs, im vierten Quartal lag der Marktanteil von Intel laut Zahlen von Jon Peddie Research bei 47,8 Prozent.

Seit Mitte des Jahres 2007 bemüht sich Intel, seine Chipsatzgrafik sowohl durch Treiber als auch neue Hardware in ein besseres Licht zu rücken. Im zweiten Schritt hat die Corporation 2008 auch ihr Programm "Visual Adrenaline" ins Leben gerufen, das Entwickler von grafiklastigen Anwendungen wie Spielen unterstützt.

Der System Analyzer zur Laufzeit
Der System Analyzer zur Laufzeit
Ein weiteres Element dieser Strategie sind jetzt die "Graphics Performance Analyzers" (GPA), die Programmierer bei der Optimierung auf Intels Chipsatzgrafik unterstützen sollen. Die GPA bestehen aus drei Elementen: Der System Analyzer überwacht, was CPU, GPU und DirectX gerade tun, der Frame Analyzer hält fest, wie ein Einzelbild berechnet wurde, und das Frame Capture Tool speichert nicht nur die Bilder, sondern erlaubt auch, ihren Renderzustand nach der Aufzeichnung zu verändern.

Wie das funktioniert, hat Intel mit zwei Videos auf der GPA-Webseite vorgeführt. Das Notebook mit der Intel-Grafik wird mit einem zweiten Rechner per Ethernet verbunden. Der Rechner mit dem Spiel bekommt dafür einen eigenen Treiber, der die 3D-Aufrufe an das Analysesystem durchreicht. Von diesem Rechner kann der Treiber aber auch ferngesteuert werden. Dadurch lassen sich beispielsweise Fehlfarben für die Texturen einstellen, um den Speicherbedarf der Texturen grafisch sichtbar zu machen.

Auswertung von Frames nach Aufzeichnung
Auswertung von Frames nach Aufzeichnung
Nachdem das Frame Capture Tool auf dem Spielerechner - die Live-Übertragung per Ethernet würde die Messung verfälschen - eine Szene festgehalten hat, kann die Aufzeichnung auf dem Analyserechner untersucht werden. Anders als bei Tools wie Fraps, die auch die Zeit für das Rendern eines Bildes festhalten, können dabei aber auch Eingriffe in die Anwendung vorgenommen werden. Kleinere Texturen, andere Shader-Programme und ähnliche Modifikationen lassen sich als Was-wäre-wenn-Spiel verwenden. Dazu kann die Anwendung auch pausiert werden, wenn man sich die Statistiken live ansieht.

Wenn man den von Intel gesammelten Zitaten von Spieleentwicklern glauben darf, so eignen sich die GPA damit auch als Debugger für Grafik. Bisher unterstützt das Paket durch die Bindung an den Analysetreiber aber nur den Kern GMA X4500, der im Desktopchipsatz G45 (Eaglelake) und dem Notebookpendant GM45 (Cantiga) steckt. In der Pressemitteilung zum GPA erwähnt Intel aber auch "zukünftige Intel-Grafik und Produkte mit Many-Core-Technik", was auf den Grafikprozessor mit x86-Kernen 'Larrabee' hindeutet.

Die GPA können von Entwicklern, die bei Visual Adrenaline registriert sind, kostenlos zum Ausprobieren heruntergeladen werden. Eine Einzelplatzversion für den kommerziellen Einsatz kostet 299 US-Dollar, andere Lizenzmodelle hat Intel noch nicht angeboten.  (nie)


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Links zum Artikel:
Intel - Graphics Performance Analyzers: http://software.intel.com/en-us/articles/intel-gpa/

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