Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/66034.html    Veröffentlicht: 20.03.2009 12:16    Kurz-URL: https://glm.io/66034

Ersteindruck: Schnellstartsystem Presto als Beta verfügbar

Linux-System setzt keine spezielle Hardware voraus

Der Linux-Distributor Xandros hat sein Schnellstartsystem Presto als Betaversion freigegeben. Die Software lässt sich auf Windows-Notebooks installieren und kommt ohne spezielle Hardware aus.

Presto
Presto
Presto entstand aus der Arbeit, die Xandros in die Linux-Distribution für den Eee-PC gesteckt hat. Herausgekommen ist ein Schnellstartsystem für Windows-Computer, das anders als ähnliche Lösungen nicht von speziellen Chips abhängig ist. Statt in einem Flash-Baustein auf dem Mainboard zu liegen, wird Presto normal auf die Festplatte geschrieben. Die Installation erfolgt unter Windows XP oder Windows Vista und verlangt dem Nutzer nur die Wahl des Installationsortes ab.

Presto richtet sich dann selbst ein und den Grub-Bootloader auf dem System gleich mit. Beim nächsten Start fragt er, ob Windows oder Presto gestartet werden soll. Der erste Presto-Start dauert etwas länger, da sich das System automatisch konfiguriert. Auch hier muss der Anwender keine Angaben machen. In der Arbeitsumgebung stehen dann Programme wie Firefox, Skype und OpenOffice.org zur Verfügung. Über den Dateimanager lässt sich auf die Windows-Partition zugreifen.

Hinter Presto verbirgt sich aber ein normales, von Xandros angepasstes Linux, das also auch erweitert werden kann. Zusätzliche Anwendungen werden über den Presto Application Store nachinstalliert. Xandros verwendet dafür das eigene Click-and-Run-System. Das wurde ursprünglich vom Linux-Anbieter Linspire entwickelt, den Xandros 2008 gekauft hat.

Der Nutzer wählt im Browser auf der Application-Store-Seite ein Programm aus, das dann heruntergeladen und eingerichtet wird, ohne dass direkt mit dem Paketmanager gearbeitet werden muss. Über den Application Store stehen beispielsweise Programme wie Gimp, Picasa oder auch Java zur Verfügung. Andere Erweiterungen wie den Flash-Player enthält Presto bereits in der Standardinstallation. Über den Application Store sind auch einige kostenpflichtige Programme verfügbar.

Presto
Presto
Presto ist in erster Linie für Notebooks gedacht, weil sich so bei wenig verbleibender Akkulaufzeit schnell ein System starten lassen soll. Aber auch auf Desktopcomputern lässt sich Presto installieren. Hier ist allerdings zu beachten, dass Presto nicht mit RAID-Systemen zurechtkommt. Im Kurztest auf einem älteren Rechner (Athlon XP 1,1 GHz, 1 GByte RAM) brauchte Presto 14 Sekunden zum Start. Windows XP brauchte 25 Sekunden bis zum Anmeldedialog.

Als Betaversion ist Presto ab sofort zum Download verfügbar. Die Datei ist gut 480 MByte groß. Im April 2009 soll die fertige Version für 20 US-Dollar verfügbar sein. Gerätehersteller will Xandros mit einer OEM-Version versorgen.  (js)


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Links zum Artikel:
Presto (.com): http://www.prestomypc.com/

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