Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/65914.html    Veröffentlicht: 17.03.2009 12:17    Kurz-URL: https://glm.io/65914

Test: Mac mini mit Dualdisplay und Geforce-Grafik

Mini der dritten Generation: Leise, stromsparend und mit vielen Anschlüssen

Apples neuer Mac mini hat eine bessere Ausstattung, auch wenn der Rechner von außen kaum Unterschiede zum Vorgänger aufweist. Im Test überzeugte er mit Stromsparqualitäten und leisem Betrieb. Der Grafikkern hat auch große Sprünge gemacht. Für Büroarbeiten ist der neue Mac mini besser geeignet als der alte.

Der neue Mac mini von Apple ist die längst überfällige Überarbeitung des kleinsten Rechners von Apple. Immerhin liegt die letzte Auffrischung des Kleinstrechners anderthalb Jahre zurück. Golem.de hat die besser ausgestattete Version des Mac mini getestet, die Apple zur Verfügung gestellt hat. Ausgestattet ist der Rechner mit einem Core 2 Duo (2 GHz), 2 GByte DDR3-RAM und einer 320 GByte großen Festplatte. In der dritten Generation des Mac mini steckt statt eines Intel-Chipsatzes jetzt Nvidias Geforce 9400M. Einige Tools nennen den Chip auch nForce 730i, auch wenn Nvidia ihn so nicht vermarktet.

Statt mit den 1,83 bis 2 GHz des Vorgängers taktet der Core 2 Duo des 2009er Mac minis jetzt mit 2 bis 2,26 GHz. Letzteres gibt es nur gegen Aufpreis. Dem stehen 3 MByte L2-Cache zur Seite und der FSB wird mit 1.066 MHz angegeben. Dieser 2-GHz-Prozessor lässt sich bei Intel nur über den Prozessorfinder ausmachen. Es ist ein Core 2 Duo P7350 und so meldet er sich auch unter Windows. Es handelt sich um einen Penryn-Kern in 45-nm-Bauweise mit einem TDP-Wert von 25 Watt. Der Mac mini sollte also ein recht genügsamer Rechner sein.

Die zweite große Neuerung ist der neue Grafikkern des 9400M-Chipsatzes, der statt des Intel GMA 950 in dem Rechner sitzt. Chipsatz ist hier eigentlich das falsche Wort, denn übrig geblieben ist bei Nvidias Lösung nur ein einziger Chip inklusive Grafikkern.

Alter und neuer Mac mini
Alter und neuer Mac mini
Der neue Mac mini war auf dem neuesten Stand, Updates mussten nicht installiert werden. Die Version von MacOS X meldete sich als 10.5.6. Unterschiede zu älteren Macs gibt es nur in der Build-Nummer. Statt 9G55 meldet sich der Mac mini mit der Build-Nummer 9G2030. Unterschiede waren aber nicht auszumachen. Zu vermuten wären lediglich neuere Treiber für das Betriebssystem. Mit MacOS X 10.5.7, das sich derzeit in Entwicklung befindet, dürften diese Unterschiede wieder wegfallen.

Ausstattung und viele Anschlüsse

Tastatur und Maus gehören nicht zum Lieferumfang
Tastatur und Maus gehören nicht zum Lieferumfang
Bei Anschlüssen des Mac mini geht Apple einen anderen Weg als bei den eigenen Mobilrechnern. Während die MacBooks Anschlüsse verlieren, trumpft der Mac mini hier auf. Statt vier USB-Ports der letzten Generation gibt es derer nun fünf. Statt eines Displayausgangs diesmal gleich zwei - und beide zudem in einer digitalen Ausführung: einmal als Mini-DisplayPort und einmal als Mini-DVI. Gestrichen wurde der Firewire-400-Anschluss, der durch einen Firewire-800-Anschluss ersetzt wurde. Per Adapter passt auch altes Firewire-Equipment. Audioanschlüsse und GBit-LAN waren schon beim Vorgänger vorhanden.

Auch für den drahtlosen Betrieb ist der Mac mini auf dem neuesten Stand. WLAN nach 802.11n erlaubt einen schnellen Betrieb auf zwei unterschiedlichen Frequenzen. Dank der n-Unterstützung kann der neue Mac mini also in 5-GHz-Netzen arbeiten. Auf dem 5-GHz-Band ist nicht nur weit weniger los als auf dem 2,4-GHz-Band, das gerade in Wohngebieten häufig ziemlich überlastet ist, es stehen auch mehr Kanäle zur Verfügung.

Anschlüsse
Anschlüsse
Neu ist zudem die Unterstützung von WLAN noch vor dem Booten des Betriebssystems. Hält der Anwender die Optionstaste beim Booten gedrückt, steht neben den bootfähigen Partitionen und den optischen Datenträgern auch ein WLAN-Menü zur Verfügung. In die WLANs kann der Anwender sich einfach einbuchen, das gilt auch für WPA2-geschützte drahtlose Netzwerke. Einzig der Umstand, dass die Tastatur dann im US-Layout vom Rechner abgefragt wird, stört bei komplizierten WLAN-Passwörtern.

Des Weiteren ist auch Bluetooth 2.1+EDR im Mac mini eingebaut worden. Die zweite Mac-Mini-Generation beherrschte nur Bluetooth 2.0+EDR. Das Golem.de zur Verfügung gestellte Testmuster kam mit einer Bluetooth-Tastatur und einer Bluetooth-Maus zurecht. Beide funktionierten gleich beim ersten Hochfahren - sogar schon innerhalb des EFI-Bereichs, also noch bevor das Betriebssystem Kenntnis von den Geräten hatte.

Tastatur und Maus gehören aber nicht zum Lieferumfang des Mac mini. Nur ein Adapter für digitale Monitore (Mini-DVI auf DVI-D), das Netzteil und die Installationsmedien lagen dabei.

Mac mini unter Windows

Mac mini
Mac mini
Unter Windows Vista ist die Nutzung der Bluetooth-Maus und -Tastatur komplizierter. Auch wenn die BIOS-Emulation Windows eine Weile hilft. Irgendwann müssen die Treiber von Windows übernehmen und dieser Übergang gestaltet sich schwierig. Die Erkennung der Eingabegeräte klappte nicht immer zuverlässig. Insbesondere direkt nach der Installation kann der Anwender plötzlich ohne Eingabegeräte dastehen. Für Windows-Nutzer empfiehlt es sich daher zumindest, eine USB-Tastatur parat zu haben.

Testweise wurde auf dem Mac mini eine Windows-Version installiert. Der Versuch, zunächst eine 64-Bit-Version zu installieren, scheiterte auf halbem Wege. Zwar ließ sich das Betriebssystem ohne Murren installieren. Doch die Bootcamp-DVD, die alle Treiber in einem Rutsch installiert, verweigerte den Dienst. Ein 64-Bit-Vista wird auf dem neuen Mac mini von Apple offiziell nicht unterstützt. Allerdings wäre es durchaus möglich, sich selbst die notwendigen Treiber zusammenzusuchen.

Mac mini
Mac mini
Mit einer 32-Bit-Version klappte hingegen alles. Die Installation der Bootcamp-Treiber geht sehr schnell vonstatten. Eine Windows-Installation auf einem Mac gehört damit zu den einfachsten Aufgaben. Bei vielen anderen Herstellern muss sich der Anwender die Treiberpakete erst einzeln besorgen und sie anschließend installieren.

Die Webseite von Nvidia zu besuchen, kann sich der Anwender auch sparen. Zwar meldet sich der Treiber der Grafikkarte nur mit der Version 177.56, aber neuere Treiber unterstützen den Grafikchip im Mac mini noch nicht. Das gilt für die neuen Notebooktreiber ebenso wie für die normalen Treiber für Desktopgrafikkarten.

Multi-Display-Mini

Mac mini
Mac mini
Eine Besonderheit des neuen Mac mini ist die Möglichkeit, zwei Monitore anzuschließen. Damit eignet sich der kleinste Mac auch für Arbeitsplätze, die vom Dual-Monitor-Betrieb profitieren. Der Packung legt Apple einen Adapter von Mini-DVI auf DVI-D (Digital) bei. Wer analoge Monitore anschließen möchte, dazu gehören auch einige Billigflachbildschirme, muss einen weiteren Adapter kaufen und kann nicht etwa einen Adapter verwenden, der DVI-I (Integrated, Digital und Analog) mit VGA kompatibel macht.

Für den Anschluss des neuen Cinema-Displays braucht es dank des Mini-DisplayPorts am Mac mini keinen Adapter. Wer aber auch hier einen weiteren DVI-Monitor anschließen möchte, muss einen Adapter nachkaufen.

Wer HDMI einsetzen will, braucht einen weiteren Adapter. In den USA soll es in Kürze einen Mini-DisplayPort-auf-HDMI-Adapter geben. Bis sich die Adapterlage gebessert hat, muss sich der Anwender bei einigen Anschlusskombinationen mit einer Doppel-Adapter-Lösung zufriedengeben. Derartige Adapter kosten allerdings meist deutlich weniger als 10 Euro, so dass das kaum ein Problem darstellen sollte. Nur reine DisplayPort-Adapter sind recht teuer, auch bei Apple: Die Mini-DisplayPort-Adapter kosten 29 Euro pro Stück. Das ist 10 Euro teurer als die bisher genutzten Mini-DVI-Adapter.

Im Test funktionierte der Dual-Monitor-Betrieb ohne Probleme. Getestet wurden ein HDMI-Fernseher (1080p) und zwei digitale Monitore (1.680 x 1.050 sowie 1.280 x 1.024) sowie ein analoger Monitor. Über einen Mini-DVI-auf-VGA-Adapter war das Bild bei 1.680 x 1.050 noch akzeptabel. Mini-DisplayPort auf VGA wurde nicht getestet.

Der Versuch, einen HDMI-Fernseher anzusteuern, gelang mit weniger Problemen als beim Mac mini der zweiten Generation, der in bestimmten Fällen mit HDMI-Monitoren nicht mitarbeiten und auch einige Auflösungen (720p, 1080p) nicht setzen wollte. Allerdings sorgte der Overscan/Underscan beim neuen Mac mini entweder für ein etwas zu großes oder nach vorgenommener Einstellung in den Systemeinstellungen für ein etwas zu kleines Bild. Das macht den Einsatz als Media-Center-PC etwas problematisch. Es gibt zwar Werkzeuge wie etwa DisplayConfigX, allerdings kann eine Fehlkonfiguration dazu führen, dass der Bildschirm schwarz bleibt. Die Nutzung von DisplayConfigX ist nur nach genauer Lektüre der Anleitung zu empfehlen. Windows-Treiber bieten hier in der Regel mehr und einfacher handhabbare Einstellungen.

Benchmarks

Der Mac mini wurde sowohl unter MacOS X als auch unter Windows getestet. In beiden Fällen wurden die beigelegten Treiber genutzt.

Cinebench R10
Cinebench R10
Der Cinebench R10 hat den großen Vorteil, als einer von wenigen Benchmarks sowohl unter MacOS X als auch unter Windows zu laufen. Das macht zwar einerseits einen Plattformvergleich möglich, andererseits sollte beachtet werden, dass beide Versionen des Cinebench wohl kaum eine gleiche Optimierungsqualität haben. Wenn dann noch die Treiber für die Benchmarks wichtig sind, ist anzunehmen, dass Apple mehr Interesse an guten MacOS-Treibern hat als an optimierten Windows-Treibern.

Der Cinebench zeigte deutliche Unterschiede beim OpenGL-Benchmark. Unter MacOS war der Test gut ein Drittel schneller als unter Windows. Die CPU-Tests waren hingegen in ihren Werten vergleichbar. Interessant waren die Unterschiede zwischen dem aktuellen Mac mini und einem Vorgänger, der nur mit 1,66 GHz getaktet ist. Dieser wurde für Vergleichszwecke mit 2 GByte RAM ausgestattet.

Mac mini
Mac mini
Die CPU-Tests waren im Rahmen des Erwartbaren: Der neue Mac mini war rund ein Drittel schneller als der Vorgänger. Drastische Unterschiede offenbarte dafür der OpenGL-Test. Fünfmal schneller arbeitet der Mac mini der dritten Generation mit seinem Geforce-Kern. Das ließ auf eine deutlich höhere Spieleleistung hoffen.

Die Unterschiede zwischen den Mac-mini-Generationen zeigten sich deutlich beim Dekodieren von Videomaterial. Hier kommt der Geforce-Kern dem Hauptprozessor ordentlich zu Hilfe. Während der Mac mini der zweiten Generation schon ziemlich am Anschlag arbeitete (CPU-Auslastung beider Kerne um die 60 Prozent), erledigte der neue Mac mini das Abspielen von 1080p-Videos (Trailer 3 von Wall-E, Quicktime) fast schon nebenbei (10 bis 20 Prozent). Auch in komplexen Szenen war kein Einbruch der Bildrate sichtbar. Für HD-Videos in anderen Dateiformaten, die durch den Grafikkern nicht beschleunigt werden, hat der Mac mini noch genug Reserven. Über Blu-ray lässt sich noch keine Aussage treffen, da Apple bisher anscheinend kein Interesse an einer Unterstützung dieses Formates hat. Nvidias 9400M sollte aber auch hier genug Reserven haben, um die zusätzliche Last des Kopierschutzes zu bewältigen.

Das praxisgerechte Testen der Grafikhardware gestaltet sich unter MacOS X schwierig. Nicht zuletzt deswegen, weil sich nur wenige Spielehersteller überhaupt um den Mac kümmern. Die Verkaufscharts des Macs beim Onlinehändler Amazon werden jedenfalls stark von Blizzards Spielen bestimmt.

World of Warcraft lief in den höchsten Einstellungen bei 1.680 x 1.050 Pixeln gut. Der Flug von der Mondlichtung nach Teldrassil ist durchweg mit 15 bis 20 Bilder/s möglich. Mit einer Reduzierung der Details lässt es sich also ordentlich spielen. Ganz anders ein Mac mini mit Intels GMA 950. Das Spiel ist mit fünf bis zehn Bildern pro Sekunde in diesen Einstellungen unspielbar. Beim alten Modell geht es ohne Reduzierung der Details und der Auflösung nicht.

Eve Online zeigte ähnliche Ergebnisse. Die Bildraten bewegten sich zwischen 25 und 35 FPS und der Intel GMA 950 zeigte nur ein Drittel der Leistung des Geforce-Kerns. Gleichzeitig war die Bildqualität beim GMA 950 sichtbar schlechter.

Unter Windows sieht die Sache anders aus. Aktuelle Spiele mit hohen Ansprüchen sind nicht spielbar. World in Conflict musste im Benchmark schon bei 1.280 x 1.024 Pixeln zeigen, dass hier nicht viel zu machen ist. Vier Bilder konnte der Mac mini im Durchschnitt pro Sekunde berechnen. Das Reduzieren der Grafik auf mittlere Einstellungen brachte das Spiel mit zwölf Bildern pro Sekunde auch nicht in den spielbaren Bereich. An ein GTA4 oder Crysis braucht der Spieler da gar nicht zu denken.

Apples Mac mini ist für aktuelle Spiele trotz der deutlichen Fortschritte weiter ungeeignet. Diesen Eindruck unterstrich auch der 3DMark Vantage, der nur 365 Punkte erreichte (1.280 x 1.024, Performance) und in den 3D-Szenen weniger als ein Bild pro Sekunde berechnen konnte.

Keine Überraschungen gab es beim USB-Durchsatz unter Windows. In der Spitze wurden 35 MByte/s gemessen. Die Festplatte ist hingegen eher ein langsames 5.400er Modell (2,5 Zoll, SATA). Im Schnitt ließen sich Daten mit 48 MByte/s auslesen. Große Desktopfestplatten sind mehr als doppelt so schnell, aber kaum in einem kleinen Gehäuse wie dem Mac mini einsetzbar. Es gibt aber auch 2,5-Zoll-Festplatten, die trotz 5.400 U/min schneller arbeiten.

Leistungsaufnahme und Lautstärke

Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme
Die Lautstärke des minis ist gering. Nur der nun serienmäßige DVD-Brenner stört doch beim Auslesen von Medien. Das galt aber schon für die Vorgängermodelle und auch für viele andere Rechner. Der Lüfter bleibt in der Regel ruhig bei 1.500 U/min. Das ist nur in sehr leisen Umgebungen hörbar. Selbst beim Spielen dreht der Lüfter nur wenig höher. Mehr als 2.100 U/min erreichte der Mac mini nicht. Erst Tests mit dem Cinebench (CPU-Last) in Kombination mit einem Spiel (GPU-Last) sorgten für fast 2.400 U/min, die immer noch angenehm sind. Die CPU erreicht als wärmste Komponente dabei laut dem Sensor des Mac minis nicht mehr als 70°C. Die Abluft war unter Last etwa 60°C warm bei einer Raumtemperatur von 23°C. Für einen heißen Sommer hat das kleine Gehäuse vermutlich genug Reserven.

Der alte Mac mini dreht hingegen schon bei geringen Lasten deutlich hoch. Bei ähnlichen Aufgaben wurden 2.700 U/min gemessen, die deutlich wahrnehmbar sind. Die geringere Lautstärke ist vor allem auf die geringere Leistungsaufnahme des neuen CPU- und GPU-Gespanns zurückzuführen. Apple selbst gibt rund 13 Watt bei ruhendem Desktop an. Im Test maßen wir ohne WLAN etwa 12 Watt, mit WLAN waren es 14 Watt. Das ist weniger, als manch ein Router aufnimmt.

Auch viele Media-Center-Systeme erreichen nicht derart niedrige Werte. Erst recht nicht Apples hauseigenes Apple-TV-System, das selbst im Schlummermodus mehr als 25 Watt zieht. Apples Mac mini nimmt im Stand-by-Modus nur 1,3 Watt auf, ausgeschaltet sind es 0,8 Watt. Der alte Mac mini nahm mit 21 Watt fast die doppelte Leistung im Leerlauf auf. Im Stand-by (2,8 Watt) und abgeschaltet (1,3 Watt) arbeitet der alte Mac mini ebenfalls weniger effizient.

Leistungsaufnahme
Leistungsaufnahme
Unter Last sind es 27 bis 45 Watt, die der neue Mac mini aufnimmt. Bei den Werten ist es unverständlich, dass Apple ein 110-Watt-Netzteil beilegt. Das könnte durchaus kleiner und leichter werden, wie es Apple an den eigenen Notebooknetzteilen demonstriert. Die volle Auslastung eines zweiten Kerns macht sich durch etwa 5 Watt bemerkbar. 45 Watt erreichte der Rechner durch Auslastung beider CPUs und des Grafikkerns. Wer nur World of Warcraft spielt, erreicht 33 bis 36 Watt. Die CPU hat bei dem Spiel nicht viel zu tun.

Der alte Mac mini mit der geringeren Rechenleistung zeigt unter Last nicht allzu große Unterschiede zum Nachfolger. In allen Tests gab es verglichen mit dem aktuellen Mac mini eine um 5 bis 10 Watt erhöhte Leistungsaufnahme.

Mac mini
Mac mini
Unter Windows Vista zeigte sich ein ganz anderes Bild des neuen Mac mini. Die Leistungsaufnahme war höher. Vor allem bei ruhendem Desktop gelang es Vista nicht, den Mac mini stromsparend arbeiten zu lassen. Absolut gesehen bewegt sich der Mac mini aber mit seinen 22 Watt immer noch im Bereich eines stromsparenden Rechners. Hierfür ist wohl auch eine fehlende Optimierung für Windows und die BIOS-Emulation verantwortlich, die dem Mac-Hersteller kaum anzulasten sind. Der Mac mini blieb aber unter Windows trotzdem angenehm leise.

Apples Mac mini der dritten Generation ist bereits im Handel erhältlich. Die Preise liegen für das kleinste Modell bei 599 Euro. Das hier getestete Modell kostet 799 Euro ohne Tastatur und Maus.

Fazit

Am neuen Mac mini gibt es fast nichts zu meckern. Erst ist leiser geworden, nimmt deutlich weniger Leistung auf und ist trotzdem schneller mit rechenintensiven Aufgaben fertig als die Vorgänger. Dass der Mac mini durch sein kleines Gehäuse nicht die schnellste CPU und auch keine voll spieletaugliche Grafikkarte besitzt, kann dem Rechner kaum angelastet werden. Für gelegentliches Spielen reicht es bei einigen wenigen Titeln trotzdem aus. Besonders die Möglichkeit, zwei Bildschirme anzuschließen, gefällt.

Wer gern viele HD-Videos an seinem Mac mini sehen möchte, freut sich über die effizient arbeitende Dekodierung. Und mit einem großen PC-Monitor oder Fernseher mit DVI eignet sich das ganze System zum stromsparenden und leistungsstarken Media Center. Durchaus eine Alternative zum Stromfresser Apple TV, denn Apples Mac mini fällt im Wohnzimmer auch optisch nicht unangenehm auf und wacht aus dem Stand-by-Modus schnell auf. Fehlt eigentlich nur noch ein Blu-ray-Laufwerk.

Zu bemängeln bleibt lediglich die Preisgestaltung. Während das 599-Euro-Modell gut wegkommt - die Windows-Konkurrenz der Kleinstrechner ist meist deutlich teurer -, ist es kaum zu verstehen, warum bei Apple für 1 GByte RAM und 200 GByte mehr Festplatte satte 200 Euro mehr bezahlt werden sollen. Wer sich traut, selbst zu schrauben, kann es deutlich billiger haben. Selbst 4 GByte RAM (2 x 2 GByte, der Maximalausbau des neuen Mac mini) des Speicherherstellers Crucial und eine vergleichbare Festplatte kosten jeweils nur etwa 60 Euro.  (ase)


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