Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/65840.html    Veröffentlicht: 11.03.2009 16:37    Kurz-URL: https://glm.io/65840

Probefahrt mit Need for Speed Shift

EA stellt neue Version der berühmt-berüchtigten Rennspielreihe vor

Rumms - an der Leitplanke endete der erste Fahrversuch von Golem.de in einer frühen Version von Need for Speed Shift. Kein Wunder, denn wegen ihrer Neupositionierung hat die Rennspielreihe künftig nur noch wenig mit den Vorgängern gemein und entpuppt sich als beinharte Simulation.

Need for Speed Shift
Need for Speed Shift
Von der Grafikengine bis zum Grundkonzept: Alles ist neu in Shift. Und das scheint nötig, denn das Ende 2008 veröffentlichte Need for Speed Undercover hat nach Angaben von Electronic Arts zwar rund fünf Millionen Käufer gefunden - aber besonders viel Lust auf eine weitere schwache Fortsetzung haben die bestimmt nicht. Für Shift hat EA ein neues Entwicklerstudio engagiert. Slightly Mad Studios heißt es, hat seinen Sitz in London - und schon ordentlich Ärger. Denn die Mitarbeiter von Slightly Mad erzählen gerne und oft, dass ein Großteil von ihnen zuvor beim schwedischen Rennsimulationsexperten Simbin an der Entwicklung unter anderem von GT Legends und GTR 2 beteiligt war. Simbin selbst sieht das anders und hat Klage gegen entsprechende Äußerungen von Slightly Mad eingereicht. Zwischendurch war das britische Unternehmen übrigens unter dem Namen Blimey Games für den deutschen Publisher 10tacle tätig, der 2008 dann allerdings pleiteging.

Need for Speed Shift
Need for Speed Shift
Shift soll deutlich realistischer werden als frühere Need for Speed. Das bedeutet nicht nur eine glaubwürdige Fahrphysik und Traktion, sondern auch, dass den Entwicklern die Cockpitansicht besonders wichtig ist; andere Kamerapositionen wird es allerdings auch geben. Von jedem der Vehikel modelliert Slightly Mad das Interieur detailgetreu nach, sogar der Fußraum mitsamt Gaspedal ist dabei. Beim Fahren reagiert die Kamera dann bei Beschleunigung und in Kurven weitgehend realistisch, indem sie die auf den Kopf des Piloten wirkenden Kräfte simuliert - beim Probefahren fühlte sich das bereits sehr glaubwürdig an.

Need for Speed Shift
Need for Speed Shift
Bei hohen Geschwindigkeiten jenseits der 200er Markierung kommt ein weiterer Effekt hinzu: Dann wird fast das gesamte Bild unscharf, nur in einem relativ kleinen Kreis direkt geradeaus hat der Fahrer noch volle Sicht. So möchten die Entwickler den Tunnelblick simulieren, wenn Profis bei hohem Tempo vollkonzentriert nach vorne starren.

Need for Speed Shift
Need for Speed Shift
Auch Unfälle wird der Spieler mit den Augen des Piloten erleben: Als wir gegen die besagte Leitplanke gedonnert sind, wackelte das Bild stark und wurde vollständig unscharf, und auch der Sound war nur noch dumpf zu hören - die virtuelle Ohnmacht war schon nahe. Erst nach ein paar Sekunden hellte sich die Umgebung optisch und akustisch wieder auf. Damit Rennspieleinsteiger nicht von einer Besinnungslosigkeit zur nächsten taumeln, sollen sie übrigens mehrere Fahrhilfen aktivieren können.

Need for Speed Shift
Need for Speed Shift
In der vorgeführten Version waren lediglich zwei Rennkurse enthalten: zum einen die im Südosten Englands gelegene Piste Brands Hatch mit viel Grün und großen Zuschauertribünen. Zum anderen ein Stadtkurs mitten in London - der ebenfalls schon gut aussah, aber noch nicht fertig war.

Need for Speed Shift
Need for Speed Shift
Im fertigen Spiel soll es rund 70 Autos geben, bereits fahrbar war nur ein kleiner Teil - darunter ein Porsche 997 GT2, ein Audi RS4 und ein Pagani Zonda F. Auch für deren KI-Fahrer haben sich die Entwickler viel vorgenommen: Sie sollen ebenfalls sehr glaubwürdig wirken und über einzelne Rennen hinaus auf die Aktionen des Spielers reagieren - wer einen Kontrahenten ständig von der Strecke schubst, bekommt es später womöglich heimgezahlt.

Need for Speed Shift
Need for Speed Shift
An der brandneuen Engine arbeiten die Entwickler seit angeblich zwei Jahren. Besonders interessant für PC-Spieler: Sie unterstützt auf Multicore-Prozessoren Multithreading über sechs bis acht Kerne. Einer kümmert sich dann nur um das Rendern der Grafik, einer um die KI der Fahrer, einer um den Sound. In Sachen Grafik muss sich Shift nicht verstecken: Beeindruckend waren beispielsweise schon die schick animierten Lichtschlieren auf den Seitenscheiben, die Schatteneffekte und auch der schiere Detailreichtum von Autos und Strecken. Need for Speed Shift soll im Herbst 2009 für PC, Playstation 3 und Xbox 360 erscheinen.  (ps)


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Links zum Artikel:
Electronic Arts: http://www.electronicarts.de/
Need for Speed (.com): http://www.needforspeed.com/
Slightly Mad Studios (.com): http://www.slightlymadstudios.com/

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