Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/65751.html    Veröffentlicht: 06.03.2009 13:19    Kurz-URL: https://glm.io/65751

Computergestützte Küche im Hochpreissektor

Siematic zeigt die Luxusküche der Zukunft

Der Küchenhersteller Siematic präsentiert auf der Cebit eine Küche der Zukunft. Durch die Integration moderner Technik soll der Arbeitsraum Küche künftig zu einem Wohnraum mit integrierten Unterhaltungs- und Informationsdiensten werden.

Siematic S1
Siematic S1
Rezepte während des Kochens online abrufen, Bilder beim Essen anschauen oder einen Film beim Gemüseschneiden sehen - in der Luxusküche S1 des westfälischen Möbelherstellers Siematic ist das kein Problem. S1 verfügt über einen Computer, der verschiedene Unterhaltungs- und Informationsdienste in die Küche holt. Ziel des Herstellers ist es, die Küche von einem Arbeitsraum in einen Wohnraum zu verwandeln.

Zentrales Bedienelement ist ein in den Schrank integrierter Monitor, über den die Nutzer die Dienste abrufen können. Er kann beispielsweise in einer Datenbank nach Rezepten suchen, fernsehen, Musik über iPod oder Internetradio hören, Fotos anschauen, Nachrichten oder E-Mails lesen oder im Internet surfen. Gesteuert wird wie bei einem normalen Computer mit einer Maus. Dabei haben die Designer auch bedacht, dass eine Arbeitsfläche in der Küche auch schmutzig sein kann: Die Maus kann, ähnlich wie die Wiimote, auch in der Luft bedient werden.

Siematic S1
Siematic S1
In die Möbel integriert sind auch Lautsprecher, Laufwerke und Schnittstellen: In einem Fach befindet sich ein USB-Anschluss, etwa um Fotos vom Stick anzuschauen, der DVD-Player ist in einem Unterschrank eingebaut, im Regal gibt es eine Dockingstation für den iPod. Für die Musik muss der Nutzer nicht einmal über das große Display gehen: An der Vorderseite des Regals befindet sich eine Liste mit den nötigen Bedienelementen: Tasten zum Abspielen und Stoppen, für die Lautstärke sowie eine Taste, über die die Bewohner ihr persönliches Musikprofil, etwa einen bevorzugten Internetradiosender, aufrufen können.

Das System läuft unter Windows. Die Benutzeroberfläche des S1 Grid, die Microsoft mit einem Designpreis ausgezeichnet hat, basiert auf Silverlight, der Browser auf dem Internet Explorer. Die Rezeptdatenbank stammt von Miele. Siematic plant zudem, die Miele@home-Technik zu implementieren, mit der Hausgeräte kommunizieren können. Darüber wird es möglich sein, mit Hilfe eines Tablets aus jedem Raum des Hauses den Status der Küchengeräte anzufragen oder diese zu steuern.

Diese Küche ist allerdings nicht für jeden erschwinglich. Das auf der Cebit vorgestellte Modell bewege sich "im sechsstelligen Bereich", so ein Siematic-Mitarbeiter. Es ist Teil einer intelligenten Musterwohnung, die Wissenschaftler der TU Berlin aufgebaut haben.  (wp)


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