Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/65615.html    Veröffentlicht: 02.03.2009 16:27    Kurz-URL: https://glm.io/65615

Eee Keyboard, Atom-NAS und Notebook ohne Tastatur in Aktion

Seriennahe Geräte und Designstudien von Asus

In Hannover präsentiert Asus schon einen Tag vor Eröffnung der Messe einige interessante Geräte. Bei manchen ist noch unklar, ob sie so in Serie gehen, andere sollen wie gezeigt auch verkauft werden. Das gilt auch für das zur CES vorgestellte Eee Keyboard.

Eee Keyboard PC
Eee Keyboard PC
Der mit vollem Namen nun "Eee Keyboard PC" genannte Rechner soll im zweiten Quartal des Jahres 2009 auch in Deutschland auf den Markt kommen. Einen Preis für das Gerät nennt Asus aber noch nicht. Gedacht ist das Keyboard, in dem ein vollständiger PC auf Basis von Intels Atom-Prozessor steckt, als Surfmaschine und Media Player für das Wohnzimmer. Dort kann es seine Bilder per Wireless HDMI an den Fernseher funken. Rund anderthalb Stunden soll das mit einer Akkuladung möglich sein.

Eee Keyboard PC
Eee Keyboard PC
Ausgerechnet den HDMI-Funk konnte Asus bisher aber noch nicht vorführen, die HD-Fähigkeiten des Geräts sind aber ohnehin noch etwas umstritten. Als Grafikkern kommt nämlich der GMA950 in Intels 945GSE-Chipsatz zum Einsatz. Zusammen mit einem Atom N270 ist das zu wenig Leistung für Full-HD mit H.264-Codecs. Das Eee Keyboard soll aber auch mit dem Dual-Core-Prozessor Atom N330 angeboten werden, der für Full HD ausreichen dürfte.

Die Bedienung über den eingebauten 5,5-Zoll-Touchscreen (480 x 800 Pixel im Hochformat) funktionierte über eine eigene Oberfläche recht flüssig, wie auch dem Video zu entnehmen ist. Unter den Touch-Icons steckt aber Windows XP, das sich auch über die Tastatur steuern lässt.

Gleich eine neue Serie der Eee-Geräte eröffnet das "Eee Station PC NAS", das ebenfalls im zweiten Quartal des Jahres 2009 auf den Markt kommen soll und für das es noch keine Preisempfehlung gibt. Der Rechner mit Atom-CPU N270 lässt sich nicht nur als NAS verwenden, sondern ist mit DVI-Ausgang, USB-Ports und DVD-Laufwerk in Slot-in-Bauweise ein vollwertiger PC. Das erleichtert mit Maus und Monitor das Einrichten der NAS-Funktionen.

Eee Station PC NAS
Eee Station PC NAS
Bis zu zwei Festplatten können eingebaut werden, diese können als RAID 0 oder 1 betrieben werden. Wie schnell der Datendurchsatz über die Gigabit-Ethernet-Schnittstellen erfolgt, konnte Asus noch nicht angeben. Von diesen Netzwerkports gibt es gleich vier, denn das Eee-NAS ist auch ein Router. Als solcher baut er auch ein WLAN nach 802.11b/g und n-Draft 2.0 auf.

Wird das Gerät nach der Einrichtung ohne Display benutzt, kann es über einen eingebauten Touchscreen gesteuert werden. Das erfolgt mittels eines Linux-Derivats, das Asus mit großen Icons versehen hat. Damit die Daten bei einem Stromausfall nicht beschädigt werden, puffert ein Akku das NAS für 15 Minuten. Bei dem auf der Cebit gezeigten Prototypen fuhr sich das NAS aber nicht herunter, als wir den Netzstecker abzogen. Wie eine USV funktioniert der Akku in der bisherigen Form offenbar noch nicht, denn diese Geräte sollen ja vor allem für ein kontrolliertes Herunterfahren des Systems bei einem Stromausfall sorgen.

Noch ganz im Prototypenstadium steckt ein Notebook ohne Tastatur, das Asus in Hannover auch ausstellt. Ähnlich wie Nintendos DS-Konsole soll der Rechner nur über zwei Touchscreens bedient werden. Hochkant kann man das Gerät auch wie ein doppelseitiges E-Book verwenden. Erste Formen einer Bildschirmtastatur, die aber noch sehr klein war, und einer intuitiven Bedienung vor allem der E-Book-Funktion waren schon zu erkennen. Aber auch Asus gab auf der Messe zu, dass ein derartiges Konzept vor allem durch die Oberfläche, nicht allein durch die Elektronik punkten muss.

Ebenfalls zu sehen ist bei Asus die Eee Box B206, bei der AMDs Grafikprozessor Radeon HD 3450 für Full-HD-Tauglichkeit sorgt. Für diesen Rechner gilt wie bei vielen anderen der Neuheiten: zweites Quartal, Preis unbekannt.

Marine Cool
Marine Cool
Ein weiterer Prototyp, das Mainboard "Marine Cool", kommt in der gezeigten Form laut Asus nicht auf den Markt. Neben dem martialischen Design steckt vor allem beim Kühlsystem einige Innovation in dieser Designstudie. Die Rückseite des Boards besteht aus einem Keramikkühlkörper, der die Wärme der Platine schnell abführen sollte. Im Bereich der Steckplätze ist zudem ein Akku angebracht, der den Rechner für einige Minuten am Leben erhalten kann, wenn der Strom ausfällt.

Gedacht ist das Marine Cool vor allem für Übertaktungsexperimente. Dafür braucht es aber auch sehr schnellen Speicher, und den gibt es bisher nicht in Form von SO-DIMMs. Zwei Slots für diese Notebookmodule sind aus unerfindlichen Gründen auf dem Marine Cool angebracht. Wenn das Design aber genügend Zuspruch findet, wird es Asus - mit herkömmlichen DIMM-Slots - vielleicht doch in Serie fertigen.  (nie)


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