Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0903/65586.html    Veröffentlicht: 02.03.2009 08:20    Kurz-URL: https://glm.io/65586

Yahoo gab 79 Millionen Dollar für Microsoft-Abwehr aus

Abwehrschlacht verursacht enorme Kosten

Yahoo musste 79 Millionen US-Dollar für Berater und andere Maßnahmen ausgeben, um die drohende Übernahme von Microsoft zu verhindern. Das geht aus einem Jahresbericht hervor, den Yahoo am 27. Februar 2009 veröffentlichte.

Die 79 Millionen US-Dollar gab Yahoo vornehmlich für externe Berater aus, heißt es in dem Jahresbericht für die US-Börsenaufsicht. Das Unternehmen schaffte es, die Übernahme durch Microsoft abzuwenden, obwohl das Softwareunternehmen einen hohen Preis zahlen wollte. Yahoo entstanden auch hohe Kosten, als Yahoo-Großinvestor Carl Icahn versuchte, den Verkauf von Yahoo an Microsoft gegen den Widerstand des Managements durchzusetzen. Er einigte sich schließlich mit dem Unternehmen und sitzt nun selbst mit einigen Getreuen im Aufsichtsrat Yahoos.

Der ehemalige Konzernchef Jerry Yang schlug im Mai 2008 Microsofts Angebot in Höhe von 47,5 Milliarden US-Dollar aus. Auch Folgeverhandlungen mit Microsoft über einen Verkauf der Yahoo-Suchmaschinensparte für eine Milliarde US-Dollar scheiterten.

Außerdem kündigte Google die Zusammenarbeit mit Yahoo auf dem Gebiet der Onlinewerbung auf, was ebenfalls zu hohen Kosten führte und Einnahmeausfälle mit sich brachte. Im Juni 2008 hatten Google und Yahoo eigentlich vereinbart, dass Google kontextbezogene Textanzeigen auf Yahoos Webseiten ausliefert. Zusammen hätten die beiden Unternehmen damit den Onlinewerbemarkt in den USA dominiert. Nach Meinung von Google hätten die US-Wettbewerbshüter, die den Plan nie guthießen, trotz Überarbeitungen des Vertrags die Werbepartnerschaft nicht genehmigt.

Yahoo musste außerdem mit ansehen, wie einige Topmanager das Unternehmen verließen. Auch Mitgründer Jerry Yang gab seinen Chefsessel ab. Die neue Yahoo-Chefin Carol Bartz strukturiert nun das Unternehmen um. So werden die Unternehmensbereiche Technologien und Produkte zusammengelegt und der Vertrieb in die Segmente Nordamerika und International gegliedert. Yahoos Finanzchef Blake Jorgensen verlässt das Unternehmen.  (ad)


Verwandte Artikel:
Dienste, Programme und Unternehmen: Was 2017 eingestellt und geschlossen wurde   
(22.12.2017, https://glm.io/131781 )
Yahoo hat nichts gegen Verkauf der Suchmaschine (Update)   
(26.02.2009, https://glm.io/65530 )
Yahoo: US-Börsenaufsicht ermittelt, Verizon-Übernahme verzögert   
(23.01.2017, https://glm.io/125741 )
Mit Canonical gegen "duplicate content"   
(13.02.2009, https://glm.io/65259 )
Microsoft wirbt weiteren Topmanager bei Yahoo ab   
(12.02.2009, https://glm.io/65220 )

Links zum Artikel:
Google (.com): http://www.google.com
Yahoo: http://www.yahoo.de
Yahoo (.com): http://www.yahoo.com

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/