Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0902/65530.html    Veröffentlicht: 26.02.2009 10:44    Kurz-URL: https://glm.io/65530

Yahoo hat nichts gegen Verkauf der Suchmaschine (Update)

Ballmer und Bartz bewegen sich aufeinander zu

Das Internetunternehmen Yahoo hat "nichts dagegen", seine Suchmaschinensparte an Microsoft zu verkaufen. Das erklärte Yahoo-Finanzchef Blake Jorgensen. Da der Geschäftsbereich aber eng mit anderen Onlineprodukten verbunden sei, müsse jede Einigung mit Microsoft wohl überlegt sein.

Yahoo und Microsoft bewegen sich in den Verhandlungen um den Verkauf der Suchmaschinensparte Yahoos weiter aufeinander zu. Yahoo-Finanzchef Blake Jorgensen sagte bei der Goldman Sachs "Technology and Internet Conference" in San Francisco: "Wir haben nichts dagegen, zu einer Vereinbarung (mit Microsoft) zu kommen, um den Geschäftsbereich auf die eine oder andere Weise zu stärken, sei es nun über eine Partnerschaft oder einen Verkauf." Es sei aber äußerst schwierig, eine Trennlinie durch Yahoos Aktivitäten zu ziehen und sie in zwei Bereiche zu zerlegen. Jede Einigung mit Microsoft müsse daher wohlüberlegt sein. Investmentbanker in den USA gehen nicht von einem schnellen Abschluss aus.

Angaben zur geschäftlichen Entwicklung Yahoos machte Jorgensen nicht. Werbetreibende stünden durch den Ausbruch der Weltwirtschaftskrise "derzeit unter Schock", sagte er.

Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte zuvor betont, dass der Kauf der Yahoo-Suche durch den Softwarekonzern beiden Firmen im Konkurrenzkampf mit dem Marktführer Google helfen würde. Ballmer sei bereit, mit der neuen Yahoo-Chefin Carol Bartz zu einer Einigung zu gelangen, deutete er an.

Vor über einem Jahr hatte Microsoft erstmals ein Übernahmeangebot für Yahoo vorgelegt und 47,5 Milliarden US-Dollar geboten, was der damalige Unternehmenschef Jerry Yang aber ausgeschlagen hatte. Eine Gesamtübernahme schließt Microsoft heute kategorisch aus.

Bartz ist unterdessen kurz davor, die Führungsstruktur Yahoos umzubauen. "Sie ist sehr entscheidungsstark", sagte Jorgensen. "Sie ist sehr daran interessiert, die Strukturen des Unternehmens zu vereinfachen."

Laut dem Marktforschungsunternehmen ComScore hielt Yahoo im Januar 2009 21 Prozent des Suchmaschinenmarktes in den USA, 63 Prozent entfielen auf Google und 8,5 Prozent auf Microsoft.

Nachtrag vom 26. Februar 2009, um 18:18 Uhr:


Yahoo gab soeben in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission,) bekannt, dass Jorgensen das Unternehmen verlässt. Bis ein neuer Finanzchef gefunden sei, würde er die Geschäfte weiter führen.  (asa)


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