Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0902/65511.html    Veröffentlicht: 25.02.2009 14:13    Kurz-URL: https://glm.io/65511

Adobe Reader: Sicherheitsleck ohne JavaScript ausnutzbar

Bis Mitte März 2009 will Adobe einen Patch veröffentlichen

Secunia ist es gelungen, die gefährliche Sicherheitslücke in Adobes PDF-Programmen auch ohne JavaScript auszunutzen. Gegenmaßnahmen wie etwa das Abschalten von JavaScript helfen also nicht. Ein Patch von Adobe gegen die bereits aktiv ausgenutzte Sicherheitslücke lässt weiterhin auf sich warten.

Adobes PDF-Produktfamilie mit dem Adobe Reader und Acrobat ist von einer gefährlichen Sicherheitslücke betroffen, die schon aktiv ausgenutzt wird. Als eine erste Gegenmaßnahme empfiehlt aktuell unter anderem auch Adobe die Abschaltung von JavaScript. Dies soll zumindest beim aktuellen Sicherheitsleck dessen Ausführung verhindern.

Einen grundsätzlichen Schutz bietet das jedoch nicht, da die Schwachstelle nicht in der JavaScript-Komponente liegt, wie Adobe zugibt. Alle derzeit im Umlauf befindlichen Schadcodes nutzen aber noch JavaScript, berichtet Internet Storm Center. Möglicherweise nicht mehr lange.

Den Sicherheitsspezialisten von Secunia ist es nach eigenen Angaben gelungen, Schadcode zu entwickeln, der die Sicherheitslücke von JavaScript losgelöst ausnutzt, um Kontrolle über einen Rechner mit den Rechten des Nutzers zu erlangen. In den meisten Fällen ist das mit Administratorrechten des Endanwenders verbunden. Secunia empfiehlt, möglichst vorsichtig beim Umgang mit PDF-Dateien zu sein.

Spätestens wenn die ersten Schädlinge im Umlauf sind, die ohne JavaScript auskommen, kann der Nutzer nur darauf vertrauen, dass der eigene Virenscanner schnell genug aktualisiert wird. Das ist jedoch in letzter Zeit immer häufiger nicht mehr der Fall. Bei gezielten Angriffen besteht sogar die Chance, dass Antivirenhersteller erst sehr spät davon erfahren.

Auf einen Patch müssen Anwender von Adobe Reader und Acrobat weiterhin warten. Die Version 9 soll spätestens am 11. März 2009 aktualisiert werden. Ein Patch für die Versionen 7 und 8 ist bis zum 18. März 2009 geplant, teilte Adobe mit.

In der Zwischenzeit hilft - neben besonderer Vorsicht - der Einsatz alternativer PDF-Programme, wie etwa dem Foxit Reader für Windows. Auch mit Google Docs lassen sich PDFs anzeigen. Mac-Nutzer können auf die integrierte Vorschau zurückgreifen. Linux-Nutzern steht ebenfalls häufig ein integrierter Medienbetrachter zur Verfügung.  (ase)


Verwandte Artikel:
Offenes Sicherheitsloch im Adobe Reader   
(20.02.2009, https://glm.io/65424 )
Angeblich kritische Lücke im Adobe Reader   
(21.09.2007, https://glm.io/54909 )
Flash und Reader: Adobe liefert XSS-Lücke als Sicherheitsupdate   
(19.01.2017, https://glm.io/125685 )
Sicherheits-Update für Adobe Reader 7.x und Acrobat   
(10.01.2007, https://glm.io/49857 )
Acht Sicherheitslücken in Adobe Reader 8 und Acrobat 8   
(05.11.2008, https://glm.io/63369 )

Links zum Artikel:
Adobe: http://www.adobe.de/
Adobe (.com): http://www.adobe.com

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/