Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0902/65456.html    Veröffentlicht: 27.02.2009 12:02    Kurz-URL: https://glm.io/65456

Spieletest: Flower - aufblühende Videospielkunst

Die Träume der Blumen als Videospiel im Playstation Store

Blühende Landschaften: Im neuen Werk des Entwicklerteams Thatgamecompany wird der Spieler in die Träume von Großstadtblumen versetzt. Golem.de hat getestet, ob ein Videospiel als Kunstwerk funktioniert.

Flower
Flower
Einmal dem grauen, tristen Alltag entfliehen und über grüne, weite Wiesen schweben. Mit dem Bedürfnis, der Natur ein wenig unter die Arme zu greifen, steuert der Spieler in Flower eine vom Wind getragene Blüte. Die Navigation über die Felder erfolgt über das Neigen des Sixaxis-Controllers, die X-Taste beschleunigt die Blüte durch manuell dosierte Windstöße. Ein leicht erlernbares Prinzip. Schnelle Wendungen und präzises Anvisieren sind nach einer Viertelstunde ein Kinderspiel.

Flower
Flower
Berührt die Blüte des Spielers die in den Welten verteilten Blumen, erblühen diese und ein harmonischer Sound erklingt. Diese Soundeffekte passen sich der sanften musikalischen Untermalung an, fast wie in den Musikspielen Rez oder Lumines. Ist ein Bereich der Spielwelt komplett erblüht, verändern sich die Eigenschaften der Umgebung. Dem Spieler erschließen sich neue Abschnitte. Flower kommt dabei ohne grafische Benutzeroberfläche aus. Der Spieler ist mit seiner Blüte, den Blumen und dem Wind für knapp zwei Stunden ganz allein.

Wie die Vorgängerspiele Cloud und Flow des Designers Xinghan Chen, der in der Spieleindustrie als Jenova Chen bekannt ist, ist Flower frei von Zeitlimits und Stress. Die Ähnlichkeiten zu Chens Erstlingswerk Cloud, das an der Universität Südkalifornien entstand, sind nicht zu übersehen. Cloud erschien 2005 für Windows-PCs und ist noch immer kostenlos über das Internet erhältlich.

Flower kostet 7,99 Euro und ist im Playstation Store auf der Playstation 3 erschienen.

Fazit:
Flower will Kunst sein und sich von der Masse an Unterhaltungssoftware abgrenzen. Und das gelingt mit der wunderschönen Präsentation, die, ganz im Sinne ihrer Schöpfer, zur freien Interpretation einlädt. Als Kunstobjekt ist Flower somit ein Meisterwerk, allerdings unter wenigen Mitbewerbern. Als Videospiel ist es zwar schön anzusehen, aber oberflächlich und kurz.

 (mw)


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