Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0902/65418.html    Veröffentlicht: 20.02.2009 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/65418

Taiwan plant angeblich DRAM-Riesen mit Staatshilfe

Staat will verlustreiche Unternehmen zusammenfassen

Unbestätigten Berichten zufolge steht die Gründung eines staatlichen DRAM-Herstellers in Taiwan kurz bevor. Neben einer Gruppe um den japanischen Hersteller Elpida soll sich nun auch Nanya als ein weiteres DRAM-Schwergewicht für das Bündnis interessieren.

Wie das taiwanische Branchenblatt DigiTimes berichtet, will die taiwanische Regierung ihre Pläne am 28. Februar 2009 vorlegen. Dass der japanische DRAM-Hersteller Elpida sich an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligen will, hatte zuvor schon die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei berichtet.

Ebenso wie die taiwanischen Chiphersteller schreibt auch Elpida seit mehreren Quartalen tiefrote Zahlen durch den allgemeinen Preisverfall bei DRAM. Gemeinsam mit Powerchip, Rexchip und Promos soll den früheren Berichten zufolge Elpida mit Geld des Staates Taiwan ein neues DRAM-Unternehmen gründen. Damit könnte der weltweit zweitgrößte Speicherhersteller nach Samsung entstehen.

Unter Berufung auf nicht genannte Quellen gibt DigiTimes an, auch Nanya und Inotera würden sich an dem neuen Unternehmen beteiligen. Damit wären dann fast alle namhaften taiwanischen DRAM-Hersteller zusammen mit der japanischen Firma Elpida unter einem Dach vereint, einzig Etron und Winbond wurden noch nicht mit dem Taiwan-Konsortium in Verbindung gebracht. Auch das US-Unternehmen Micron will mit ins Boot, schreibt DigiTimes. Mit Micron verhandelt schon seit längerem Nanya über einen Zusammenschluss.

Dass die taiwanischen Unternehmen so eng mit der japanischen und der US-Wirtschaft zusammenarbeiten, liegt an der komplizierten Patentlage im DRAM-Geschäft. Die meisten Standards werden von dem Gremium JEDEC erarbeitet, die den Technologien zugrundeliegenden Erfindungen kommen aber selten aus Taiwan.

DigiTimes zufolge sucht das taiwanische Wirtschaftsministerium derzeit nach einem Management für den neuen Mega-DRAM-Hersteller. Nach den von der Speicherbörse DRAMeXchange zusammengestellten Marktanteilen könnte das neue Unternehmen auf einen Weltmarktanteil von über 20 Prozent kommen; wenn Micron voll mit einsteigt, wären auch über 30 Prozent denkbar. Da Samsung derzeit den Zahlen zufolge nur noch 25,5 Prozent des DRAM-Marktes hält, könnte das neue Taiwan-Konsortium unter staatlicher Führung sogar zum Weltmarktführer werden.  (nie)


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Links zum Artikel:
DigiTimes - Taiwan government planning to set up new DRAM company, say sources: http://www.digitimes.com/news/a20090220PD214.html

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