Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0902/65320.html    Veröffentlicht: 17.02.2009 10:55    Kurz-URL: https://glm.io/65320

Telekom: Verzögerungen bei Entstörung und Auftragsannahme

Verdi weitet Warnstreiks aus

In den Tarifverhandlungen bei der Deutschen Telekom gehen die Streiks weiter. Laut Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm müssten die Kunden mit Verzögerungen bei der Störungsbeseitigung und der Auftragsannahme rechnen.

In der laufenden Tarifrunde bei der Deutschen Telekom und den T-Servicegesellschaften weitet die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Arbeitsniederlegungen in der zweiten Warnstreikwoche sichtbar aus. "Die Beschäftigten werden den Druck auf den Arbeitgeber merklich erhöhen", kündigte Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm an. Für die Kunden bedeute dies Verzögerungen bei der Störungsbeseitigung und der Auftragsannahme. Da alle Callcenter im Kundenservice in Bayern streiken werden, müssen sich die Kunden dort auf eine mangelhafte Erreichbarkeit einstellen.

Am Montagmorgen (17. Februar 2009) hätten nach den Angaben rund 3.500 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. In der vergangenen Woche erzeugten rund 6.500 die erste Welle von Warnstreiks. Die Arbeitskampfmaßnahmen will die Gewerkschaftsführung in den nächsten Tagen schrittweise in wechselnden Bereichen, Regionen und Orten ausweiten.

"Die Streikbereitschaft wächst mit jedem Tag", sagte Wilhelm. Susanne Becker, Leiterin des Fachbereichs Telekommunikation bei Verdi Bayern: "Trotz Kälte ist die Stimmung vor den Betrieben und in den Streiklokalen sehr gut, die Beteiligung liegt bei 100 Prozent."

Verdi fordert für die 83.000 Betroffenen bei der Telekom und T-Service 8,5 Prozent, mindestens aber 220 Euro mehr Gehalt monatlich.

Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger bietet den Beschäftigten abhängig von einem positiven Geschäftsverlauf für 2009 eine Erhöhung an: Zum 1. Januar 2009 sollen die Gehälter um 3 Prozent steigen, ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent. Er strebe ein faires und schnelles Ergebnis an, sagte der Personalchef. Verdi rechnet dagegen vor, dass dies für die Beschäftigten der T-Servicegesellschaften - nach Absenkung der Ausgleichszahlung - für 2009 lediglich Erhöhungen von 0,83 Prozent und für 2010 von 0,33 Prozent bedeutet.

Die Tarifverhandlungen werden am 26./27. Februar 2009 fortgesetzt.  (asa)


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