Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0902/65226.html    Veröffentlicht: 12.02.2009 12:13    Kurz-URL: https://glm.io/65226

Verdi: Kasse für Streiks bei Telekom gut gefüllt

Konzernführung drängt auf schnelle Lösung

In der Tarifauseinandersetzung bei der Deutschen Telekom ruft die Dienstleitungsgewerkschaft Verdi am 12. und 13. Februar 2009 zum Streik auf. Die Streikkasse sei gut gefüllt, sagte Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm. Die Konzernführung drängt auf eine schnelle Lösung.

Verdi bereitet sich im Telekom-Tarifstreit auf eine längere Auseinandersetzung vor. Verdi-Streikleiter Ado Wilhelm sagte dem Tagesspiegel, die Streikkassen seien voll. "Gehen Sie davon aus: Wenn wir etwas anfangen, wissen wir auch, wie wir es zu Ende bringen." 2007 hatten sich Telekom-Beschäftigte zwölf Wochen gegen die Auslagerung in Servicegesellschaften gewehrt.

Verdi will nun 8,5 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitsnehmerseite beklagt, dass auch in der dritten Tarifrunde kein verhandlungsfähiges Tarifangebot vorgelegt wurde. Um die unteren Einkommensgruppen stärker anzuheben, sollen die Gehälter um monatlich mindestens 220 Euro steigen. Auch die Beamten sollen einen Zuschlag bekommen. "Dem Unternehmen geht es wirtschaftlich ausgezeichnet. Fair ist es, die Beschäftigten daran teilhaben zu lassen. Die Finanzkrise darf nicht auch noch als Instrument für Lohndumping missbraucht werden", erklärte Verdi-Fachbereichsleiter Hugo Waschkeit aus Niedersachsen.

Es sei eine Vereinbarung denkbar, so Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger, die den Beschäftigten abhängig von einem positiven Geschäftsverlauf für 2009 ein Plus in die Portemonnaies bringe. Die Telekom habe in der zweiten Runde eine schrittweise Erhöhung der Gehälter angeboten: Zum 1. Januar 2009 sollen sie um 3 Prozent steigen, ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent. Er strebe ein faires und schnelles Ergebnis an. "Jetzt muss aber auch Verdi zeigen, dass sie ein Ergebnis am Verhandlungstisch will", sagte der Personalchef.  (asa)


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