Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0901/64826.html    Veröffentlicht: 27.01.2009 18:50    Kurz-URL: https://glm.io/64826

KDE 4.2 bessert nach

Neue Version des Unix- und Linux-Desktops

Die neue KDE-Version 4.2 soll endgültig reif für Endanwender sein. Dafür wurde die Linux- und Unix-Desktopumgebung optisch aufpoliert, und die Entwickler haben Funktionen integriert, die für den Lebenszyklus von KDE 4 vorgesehen sind.

KDE 4.2
KDE 4.2
KDE 4.0 war für Entwickler gedacht, auch wenn die Versionsnummer anderes suggerierte. KDE 4.1 sollte dann zwar reif für Endanwender sein, blieb aber weitgehend für Enthusiasten interessant. Ein halbes Jahr später steht nun KDE 4.2 bereit und beeindruckt.

Schon beim Blick auf die Plasma genannte Arbeitsfläche sowie die Startleiste Kicker fällt die farbliche Überarbeitung auf. Die Designer haben offensichtlich Hand angelegt, damit KDE wieder wie aus einem Guss erscheint. Der Kicker ist nicht mehr schwarz, sondern in einem dunklen Blau gehalten. Die optischen Änderungen ziehen sich durch weitere Elemente des Desktops und sorgen so für ein einheitliches Erscheinungsbild. Wer das ändern möchte, kann dafür ein neues Konfigurationswerkzeug verwenden.

Die Taskleiste erlaubt es, Einträge zu gruppieren, und sie kann in einem mehrzeiligen Layout dargestellt werden. Im Release Candidate hatte die Größenänderung aber noch einen Grafikfehler zur Folge. Erst nach erneutem Anmelden war ein mehrzeiliges Panel in KDE vorhanden. Die Symbole im Systray lassen sich ausblenden, das Panel kann sich automatisch verstecken, um mehr Platz zum Arbeiten freizumachen.

Neu sind hier Benachrichtigungen, die als Pop-up angedockt an das Panel erscheinen. Hierzu zählt beispielsweise der Statusdialog beim Kopieren von Dateien. Das spart Platz auf dem Bildschirm, da der Dateimanager nicht auf einmal einen mittig platzierten Dialog einblendet. Da es sich um ein normales Plasmoid - also ein Widget für Plasma - handelt, lässt sich der Statusdialog aber auch an jeder beliebigen Stelle auf dem Desktop positionieren.

Umschalten zwischen virtuellen Desktops
Umschalten zwischen virtuellen Desktops
In KDE 4.1 waren die Symbole vom Desktop verschwunden. Klassisch werden auf dem Desktop die Icons angezeigt, die in einem bestimmten Ordner unterhalb des Benutzerordners liegen. Die KDE-Entwickler haben sich jedoch entschlossen, diese recht unflexible Variante gegen das Folder-View-Applet auszutauschen. Das bringt auf Wunsch den Inhalt eines beliebigen Verzeichnisses auf den Desktop - und kann so natürlich auch Programmverknüpfungen anzeigen. In KDE 4.2 können Nutzer Folder View als Hintergrund auswählen, wenn sie an der Desktopansicht mit Symbolen hängen.

Neue Plasmoids haben die KDE-Entwickler ebenfalls hinzugefügt, die Google Gadgets für Linux lassen sich jetzt verwenden. Wer eigene Widgets schreiben möchte, kann das mit Ruby und Python tun. Compositing-Desktopeffekte aktiviert KDE 4.2 automatisch, sofern Hardware und Treiber dies unterstützen.

Auch bei den in KDE enthaltenen Programmen gab es Änderungen: So kann der Dateimanager Dolphin eine Dateivorschau in einem Tooltip einblenden und enthält eine Zoomfunktion. Sein großer Bruder Konqueror, der Dateimanager und Webbrowser in einem ist, soll von Verbesserungen in KHTML profitieren und Webseiten schneller laden. Auch eine Find-as-you-type-Suche ist nun in Konqueror integriert. Standardmäßig ist ein Werbeblocker in dem Browser aktiv. Die Texteditoren Kate und KWrite verfügen über einen Vi-Eingabemodus.

Systemeinstellungen
Systemeinstellungen
Weitere kleinere Verbesserungen gab es bei den PIM-Anwendungen wie Kontact und KMail. Hier schritt auch die Integration der zentralen PIM-Datensammelstelle Akonadi fort. Akonadi verwaltet Datenquellen und Daten und gewährt Anwendungen Zugriff auf diese. Neben vielen kleinen Änderungen an den enthaltenen Programmen kam ein neues System zur Druckerkonfiguration hinzu. Mit PowerDevil lässt sich der Energiesparmodus des Computers aktivieren und konfigurieren. Zudem unterstützt der Remote-Desktopclient KRDC nun Active Directory über LDAP.

Fazit:
Die KDE-Entwickler haben kräftig nachgelegt. KDE 4.1 fühlte sich stellenweise noch sehr nach einer Baustelle an. Diesen Eindruck hat das KDE-Team erfolgreich beseitigt. KDE 4.2 überzeugt direkt beim Start durch ein deutlich stimmigeres optisches Gesamtbild, und die kleinen und größeren Verbesserungen an vielen Stellen kommen der Desktopumgebung zugute. Natürlich gibt es noch einiges zu tun, nicht alles ist perfekt. Doch nach den Desktops der Entwickler und der Enthusiasten ist KDE reif, auch die Computer der Endanwender zu erobern.

Wie üblich werden Fehler in KDE 4.2 im Rahmen monatlicher Updates beseitigt. Und das nächste größere Update ist schon geplant: KDE 4.3 kommt im Sommer 2009.

KDE 4.2 steht unter kde.org zum Download bereit. Die Screenshots im Artikel stammen aus KDE 4.2-rc1.  (js)


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Links zum Artikel:
KDE - K Desktop Environment (.org): http://www.kde.org

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