Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0901/64824.html    Veröffentlicht: 26.01.2009 15:17    Kurz-URL: https://glm.io/64824

Kabelnetzbetreiber: 100 MBit/s für 60 Prozent der Haushalte

Konjunkturpaket-II-Förderung für Breitbandausbau soll nicht nur in DSL fließen

Der Verband Deutscher Kabelnetzbetreiber ANGA will das Geld zum Breitbandausbau aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung nicht auf DSL-Betreiber beschränkt wissen. Per TV-Kabel und DOCSIS 3.0 könnten bis Mitte 2009 circa 60 Prozent aller deutschen Haushalte mit 100 MBit/s angeschlossen werden.

Der TV-Kabelverband ANGA warnt vor Verzerrungen durch staatliche Förderung im Infrastrukturwettbewerb mit den DSL-Anbietern. Das Konjunkturpaket II sieht vor, bis Ende 2010 die bislang nicht versorgten Gebiete mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen abzudecken. Bis 2018 sollen für alle Haushalte Internetzugänge mit Übertragungsraten von mindestens 50 MBit/s zur Verfügung stehen. Konkrete Pläne zum Internetausbau, besonders zur Finanzierung, will die Bundesregierung bis Mitte Februar 2009 präsentieren.

ANGA ruft die Politik auf, sich insbesondere den jüngst geäußerten Forderungen von einigen Telekommunikationsanbietern nach einer speziellen Förderung des DSL-Ausbaus zu widersetzen. "Die Kabelnetzbetreiber der ANGA haben in den letzten Jahren zwischen 20 und 30 Prozent ihres Umsatzes in die Modernisierung und den Ausbau ihrer Kabelnetze investiert", sagte Verbandspräsident Thomas Braun. "Im vergangenen Jahr lagen die Investitionen bei circa 750 Millionen Euro, für 2009 sind wieder über 700 Millionen Euro geplant." Diese Investitionen seien aber nur in einem entsprechenden wettbewerblichen und regulatorischen Umfeld möglich.

Die Konjunkturpaket-II-Förderung sollte sich auf die gänzlich unversorgten "weißen Flecken" in Deutschland beschränken. ANGA-Geschäftsführer Ralf Heublein erklärte Golem.de, dass die Kabelbetreiber in Regionen, wo sich der Ausbau bisher nicht gelohnt habe, Subventionen annehmen würden. "Das stört nicht den Wettbewerb. Das wäre in Ordnung", sagte er. Überall dort, wo leistungsfähige Infrastrukturen bereits bestünden, müsse aber von einer öffentlichen Unterstützung alternativer Infrastrukturen abgesehen werden.

Bis Mitte 2009 könnten mit 24 Millionen knapp 60 Prozent aller deutschen Haushalte mit Breitband-TV-Kabel versorgt werden. Mit Einführung des schnellen Datenübertragungsstandards DOCSIS 3.0 seien Bandbreiten von 100 MBit/s und mehr pro Haushalt erreichbar.  (asa)


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