Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0002/6477.html    Veröffentlicht: 24.02.2000 13:38    Kurz-URL: https://glm.io/6477

Mittelstand rüstet sich für das Online-Zeitalter

39 Prozent der Mittelständler wollen E-Business betreiben

Mittelständische Unternehmen drängen vehement ins Internet. Dies ist das Ergebnis einer Studie zum Thema E-Business und Mittelstand, die das Wirtschaftsmagazin Impulse zum zweiten Mal nach 1999 durchgeführt hat.

Befragt wurden 1.500 repräsentativ ausgewählte Firmen mit einer Betriebsgröße von zehn bis 500 Mitarbeitern. Aus der Studie geht hervor, dass 94 Prozent der mittelständischen Unternehmen schon heute einen Internetzugang haben. Die Mehrheit (83 Prozent) nutzt diesen aber nur "passiv", beispielsweise zum Versenden von E-Mails und zu Recherchezwecken.

Derzeit hält noch jeder fünfte mittelständische Firmenchef eine eigene Homepage für verzichtbar. Heute nutzen immerhin 16 Prozent der Unternehmen die Möglichkeiten des elektronischen Handels, 1999 waren es erst elf Prozent. In Zukunft werden es aber noch deutlich mehr sein. Nach der Studie planen 39 Prozent der heutigen "passiven" Online-Nutzer, in Kürze ins elektronische Business einzusteigen. Spitzenreiter bei der Erschließung des E-Business sind kleinere Firmen mit höchstens 49 Mitarbeitern: Von ihnen wollen 41 Prozent künftig Geschäfte über das Netz abwickeln.

Deutlich realistischer als 1999 schätzen heute die Firmenchefs den Zeitpunkt des Break-even ein. Zugenommen hat der Anteil derer, die allenfalls in zwölf bis 24 Monaten einen Profit erwarten (37 Prozent im Vergleich zu 28 Prozent in 1999). Und sogar fast jeder vierte Firmenchef (23 Prozent) glaubt heute, dass seine digitalen Aktivitäten "bis auf weiteres oder wahrscheinlich nie" Profit abwerfen werden, und das trotz verbesserter Erfolgsaussichten des E-Business im Vergleich zu den Anfangstagen. 1999 teilten nur acht Prozent diese skeptische Haltung.

Als größtes Potenzial wird neuerdings die verbesserte Kommunikation mit Kooperationspartnern, Kunden und Zulieferern gewertet. Demgegenüber haben sich die Erwartungen an die Vertriebsmöglichkeiten des Web reduziert: 1999 erhoffte sich noch gut die Hälfte der Befragten in dieser Hinsicht Verbesserungen, heute sind dies nur 40 Prozent der Unternehmer.  (ad)


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