Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0901/64731.html    Veröffentlicht: 21.01.2009 10:43    Kurz-URL: https://glm.io/64731

Ericsson streicht vorsichtshalber 5.000 Jobs

Mobilfunkausrüster bisher von Krise nicht betroffen

Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson streicht 5.000 Arbeitsplätze. Das Kerngeschäft sei bislang von der Krise nicht betroffen, das Jahr 2009 berge jedoch erhebliche Unsicherheiten.

Im vierten Quartal ging der Gewinn bei Ericsson um 31 Prozent auf 3,9 Milliarden Kronen (359 Millionen Euro) zurück. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Gewinn noch bei 5,6 Milliarden Kronen (516 Millionen Euro), gab das Unternehmen bekannt.

Der Umsatz bei dem schwedischen Konzern ging zugleich um 23 Prozent auf 67 Milliarden Kronen (6,17 Milliarden Euro) zurück. "Wir haben 2008 eine solide Performance hingelegt", so Konzernchef Carl-Henric Svanberg. "Der Umsatz stieg 2008 um 11 Prozent, die Nachfrage war in allen Bereichen stark. Die operativen Margen haben sich ständig verbessert, mit Ausnahme von Sony Ericsson. Unsere finanzielle Situation ist mit der Netto-Cash-Position von 3,2 Milliarden Euro stark."

Die Weltwirtschaftskrise werde sich aber höchstwahrscheinlich in diesem Jahr (2009) auswirken. "Bis dato ist unser Infrastrukturgeschäft kaum betroffen, es wäre aber unvernünftig zu glauben, dass dies 2009 so bleibt", sagte Svanberg. Bei einer Rezession, die die ganze Welt betreffe, sei es schwierig, vorherzusagen, in welchem Umfang die Ausgaben der Mobilfunknutzer zurückgingen und wie die Betreiber darauf reagieren würden. Auch die wichtigsten Wettbewerber Nokia Siemens Networks und Alcatel-Lucent erwarten 2009 einen Rückgang.

Im Oktober 2008 hatte Ericsson eine Gewinnwarnung abgegeben, weil mehrere US-amerikanische und europäische Mobilfunknetzbetreiber ihre 3G-Ausbaupläne zurückgestellt hatten. Im letzten Jahr wurden 4.000 Arbeitsplätze abgebaut.

Ericsson werde sich von Beratern und weiteren befristeten Beschäftigten trennen, die Forschungs- und Entwicklungsstandorte konsolidieren und Entlassungen vornehmen, so der Firmenchef. Von den 5.000 Jobs würden 1.000 in Schweden abgebaut. "Ob und wie weit Deutschland betroffen sein wird, lässt sich noch nicht sagen. Dafür ist es noch zu früh", sagte Ericsson-Deutschland-Sprecher Lars Bayer Golem.de.  (asa)


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