Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0901/64710.html    Veröffentlicht: 20.01.2009 14:24    Kurz-URL: https://glm.io/64710

SAP wagt keine Gewinnprognose für 2009

Konzern will die Nische "Unternehmenssoftware" verlassen

SAP, der Hersteller von Unternehmenssoftware, wird bei der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen zum abgelaufenen vierten Quartal vor Analysten am 28. Januar 2009 keine konkrete Umsatzprognose für 2009 abgeben. Früher als geplant übernimmt zudem Léo Apotheker allein die operative Führung.

Anders als bisher üblich wird SAP zum Jahresbeginn keine konkrete Umsatzprognose für 2009 vorlegen. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital. Auch in den USA haben IT-Marktführer wie Cisco und Intel erklärt, dass die dramatischen Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds kaum eine verlässliche Prognose für 2009 zulassen.

Das mittelfristige Ziel, die operative Marge von aktuell rund 28 Prozent auf 35 Prozent zu erhöhen, muss Léo Apotheker, derzeit einer der beiden Vorstandssprecher, um rund zwei Jahre verschieben. Diese Vorgabe gelte erst wieder, wenn die "Wirtschaftskrise ausgestanden ist", sagte er dem Magazin. Nach einer Umsatzwarnung Anfang Oktober 2008 hatte die Konzernführung rasch Konsequenzen gezogen, in einem Rundschreiben einschneidende Sparmaßnahmen angekündigt und zum Urlaubsverzicht aufgerufen. Unternehmensweit gilt ein Einstellungsstopp.

SAP müssen sich selbst "neu erfinden", "viel schneller werden und mit der Bürokratie aufräumen", forderte er. Dafür könnten zwei Hierarchieebenen wegfallen.

In einem internationalen Konzern wie SAP könne die Zentrale in Walldorf nicht weiter als "Zentrum des Universums" gelten. Apotheker: "In einer vernetzten Welt ist jeder Standort wichtiger Teil des Ganzen und steht in einem fairen Wettbewerb zum anderen." Nur durch eine gezielte Frauenförderung könne man "deren Talente nutzen" und "endlich unseren Ruf als Macho- und Techie-Branche loswerden". Gleichzeitig solle sich der Konzern aus der Nische herausbewegen, nur Unternehmenssoftware zu entwickeln. Software solle stattdessen "fast alle Dinge miteinander vernetzen".

Wie das Blatt weiter berichtet, werde Apotheker schon zum Finanztermin am 28. Januar 2009 die operativen Geschäfte bei SAP allein übernehmen. Apotheker hatte im April 2008 den Titel des Co-Vorstandsvorsitzenden erhalten, den auch Henning Kagermann trägt. Kagermann werde sich bis zu seinem endgültigen Ausstieg im Mai zunehmend zurückziehen, so das Magazin.  (asa)


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