Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0901/64655.html    Veröffentlicht: 16.01.2009 11:22    Kurz-URL: https://glm.io/64655

Krise bei Apple-Händler Gravis (Update)

Firmengründer Archibald Horlitz kündigt Entlassungen an

Der Apple-Händler Gravis plant nach einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft Entlassungen. Das geht aus einem Schreiben des Firmengründers Archibald Horlitz an die Mitarbeiter hervor. Gravis-Sprecher Oliver Middelhoff hat die Authentizität des Schreibens gegenüber Golem.de bestätigt.

Auch der Apple-Händler Gravis spürt die Weltwirtschaftskrise. Firmengründer Archibald Horlitz hat die Mitarbeiter in einem Schreiben auf Einschnitte vorbereitet. Gravis-Sprecher Oliver Middelhoff hat Golem.de die Existenz des Schreibens bestätigt. "Die Rückschlüsse in Presseberichten sind aber abenteuerlich. Es geht nicht um einen Stellenabbau von 20 Prozent. So schlimm ist es denn doch nicht", sagte er. In Kürze will das Unternehmen eine ausführliche Stellungnahme veröffentlichen. Angaben zum Inhalt wollte Middelhoff jedoch nicht machen und auch keine Details preisgeben.

Im Jahr 2008 habe das Umsatzwachstum statt bei den geplanten 30 Prozent nur bei 10 Prozent gelegen. "Im 4. Quartal lag unser Umsatz erstmals niedriger als im Vorjahresquartal. Das erwartete Weihnachtsgeschäft ist größtenteils ausgeblieben", so der Brief an die Mitarbeiter. Man könne die nun notwendige "Anpassung angesichts der bereits gesunkenen Umsätze nicht nur durch Streichung neuer Stellen erreichen. Es ist auch erforderlich, eine Anzahl vorhandener Stellen abzubauen und Mitarbeiter zu entlassen." Gravis, Apples größter deutscher Vertriebspartner, beschäftigt knapp 700 Mitarbeiter an rund 30 Standorten.

Noch am 11. Dezember 2008 hatte Gravis-Chef Norbert Mohlberg betont, die Firma werde 2008 um rund 25 Prozent zulegen. Im Juli 2008 hatte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 170 Millionen Euro Umsatz angepeilt, 26 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Weihnachtsgeschäft sei "positiv angelaufen. Und obwohl die Kunden ihre Kaufentscheidungen sehr sorgfältig prüfen, sind wir zurzeit von einem konjunkturellen Abschwung nicht betroffen", so der Firmenchef am 11. Dezember 2008.

Nachtrag vom 16. Januar 2009, um 13:45 Uhr:
Laut Martin Wuppermann, Finanz- und Personalvorstand der Gravis-Gruppe, sind von dem Stellenabbau 49 Beschäftigte betroffen. "Die Entlassungen sind mit dem Betriebsrat abgestimmt", sagte er. Mit dem Betriebsrat sei ein freiwilliger Sozialplan vereinbart, um die Folgen für die Betroffenen abzumildern. Gemessen an der Gesamtbelegschaft von knapp 700 Mitarbeitern entspricht das einem Personalabbau von 7 Prozent.  (asa)


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Links zum Artikel:
Gravis AG: http://www.gravis.de

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