Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0901/64587.html    Veröffentlicht: 14.01.2009 08:31    Kurz-URL: https://glm.io/64587

Indium im Erzgebirge gefunden

Wichtiger Rohstoff für die Halbleiterindustrie

Im Erzgebirge haben Geologen ein bedeutendes Indium-Vorkommen gefunden. Das Metall ist ein seltener und damit wertvoller Rohstoff, der vor allem in der Halbleiterindustrie zum Einsatz kommt. Bei steigenden Weltmarktpreisen könnte der Abbau wirtschaftlich werden.

Die Lagerstätten im Erzgebirge sollen rund 1.000 Tonnen Indium enthalten, haben Geologen berechnet. Das wäre die größte Lagerstätte weltweit. Reinhard Schmidt, Präsident des Sächsischen Oberbergamtes, sagte der Sächsischen Zeitung, die Gewinnung könnte möglicherweise an der Grenze der Wirtschaftlichkeit sein. Damit würde die jahrhundertealte Tradition des Erzbergbaus im Erzgebirge wieder aufleben.

Das Metall Indium kostete in Boomzeiten bis zu 640 Euro pro Kilogramm. Jetzt hat sich der Preis ungefähr halbiert. Die Claims im Erzgebirge sind deshalb bereits abgesteckt. Nach Informationen der Sächsischen Zeitung haben schon zwölf Bergbaufirmen Erkundungslizenzen inne. Der Erkundungsvorgang dauert drei bis fünf Jahre. Schmidt rechnet mit drei bis sechs Bergwerken. Es könnten aber bis zu zehn Jahre vergehen, bis der Abbau wirklich startet.

Indium wird zum Beispiel für Flachbildschirme und Touchscreens eingesetzt. China beherrscht derzeit zu 60 Prozent den Weltmarkt der Indiumproduktion. Die Jahresproduktion weltweit liegt bei rund 600 Tonnen.  (ad)


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