Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0901/64407.html    Veröffentlicht: 06.01.2009 12:05    Kurz-URL: https://glm.io/64407

Openmoko zieht Bilanz

Keine neuen Details zum neuen Linux-Handy

Openmoko-Chef Sean Moss-Pultz hat Fragen aus der Entwicklergemeinde beantwortet und dabei eine Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Das von Openmoko angebotene Linux-Smartphone Neo 1973 sei gerade so oft verkauft worden, dass das Unternehmen überleben könne.

Von einem Projekt zu einer Tochterfirma von FIC hat sich Openmoko seit der Gründung weiterentwickelt. Auf der Projekt-Mailingliste beantwortete Openmoko-Chef Sean Moss-Pultz nun Fragen der Entwickler. Im vergangenen Jahr habe man das erste Produkt vorgestellt, das über Händler vertrieben wurde - den Neo Freerunner. Zuvor hatte es das Entwicklertelefon Neo 1973 gegeben. Seit dem Verkaufsstart des Freerunners im Sommer 2008 haben sich rund 10.000 Geräte verkauft, so Moss-Pultz. Dies reiche gerade, damit Openmoko überleben könne.

Moss-Pultz bezeichnet die Ausgangslage für 2009 dennoch als gut. Man dürfe Openmoko nicht mit Apple und dem iPhone vergleichen. Apple sei schließlich schon 30 Jahre im Geschäft, Openmoko gerade zwei Jahre.

Der Freerunner bietet beispielsweise WLAN, aber kein UMTS. Ob das geplante kommende Modell GTA03 UMTS unterstützen wird und wann mit dem Gerät zu rechnen ist, wollte der Openmoko-Chef nicht verraten. Vielmehr schreibt Moss-Pultz, dass der Freerunner noch als offenes Gerät verkauft wurde. Offenheit als Argument habe 2008 noch funktioniert, da es keine Konkurrenz gegeben habe. Doch heute würden Kunden, angesprochen auf offene Mobiltelefone, das iPhone oder T-Mobiles G1 nennen. Niemand bezweifle mehr, dass Offenheit für den Mobilfunksektor wichtig sei. Die Vorstellung von Offenheit sei jedoch eine andere, als Openmoko sie biete. Die Definition ändere sich und somit müsse auch Openmoko sich ändern, um Produkte von Weltklasse anzubieten, die den Markt beeinflussen können. Mit Worten alleine lasse sich dies nicht mehr erreichen, schreibt Moss-Pultz.

Googles freie Smartphone-Plattform Android sieht Moss-Pultz trotzdem nicht als Konkurrenz. Software sei schließlich nur ein kleiner Teil eines Mobiltelefons. Die Openmoko-Entwicklungsziele für die kommenden sechs Monate seien klar definiert, schreibt Moss-Pultz, geht aber nicht weiter darauf ein. Das geplante Mesh-Netzwerk, mit dem sich die Telefone untereinander vernetzen und somit teilweise das GSM-Netz umgehen können, sei vorerst eingestellt. Die Idee habe sich nicht umsetzen lassen. Durch den teilweisen Verzicht auf das Netz der Mobilfunkbetreiber sollte das Smartphone komplett "befreit" werden. Eines Tages wolle das Projekt die Arbeit daran wieder aufnehmen, bis dahin werde sich Openmoko auf seine Kernprodukte konzentrieren.  (js)


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Links zum Artikel:
OpenMoko (.com): http://www.openmoko.com

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