Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0002/6433.html    Veröffentlicht: 23.02.2000 09:35    Kurz-URL: https://glm.io/6433

Arbeitsministerium: IT-Fachkräftemangel inländisch decken

Ausländische Arbeitnehmer erst an zweiter Stelle

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Gerd Andres, hat Forderungen der Wirtschaft, den Fachkräftemangel der IT-Branche im Ausland zu decken, zurückgewiesen.

Die Kritik, der Bedarf an EDV-Fachkräften könne hier zu Lande nicht gedeckt werden, sei nicht ausreichend durch Zahlen belegt. Andres erklärte: "Ohne dass ein konkreter Bedarf festgestellt wird, werden wir die Bedingungen des deutschen Arbeitserlaubnisrechts nicht einfach über Bord werfen. Wer EDV-Spezialisten aus dem Ausland beschäftigen möchte, soll diesen Bedarf konkret nachweisen."

Derzeit liefen bereits Maßnahmen an, um die Engpässe im EDV-Bereich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu beheben. Im Rahmen der Vereinbarung aus dem Bündnis für Arbeit, den Fachkräftemangel zu beheben, habe man unter anderem die Anstrengungen erhöht, Fachkräfte aus- und weiterzubilden.

So sei die Zahl der Weiterbildungsplätze im EDV-Bereich in den Jahren 2000 bis 2003 um 5.000 auf 35.000 Plätze pro Jahr erhöht worden. Im vergangenen Jahr seien in diesem Bereich eine Milliarde DM in Weiterbildungsmaßnahmen investiert worden.

Die Teilnehmer des Bündnisses für Arbeit haben sich verpflichtet, die Ausbildung in den neuen IT- und Medienberufen innerhalb der nächsten drei Jahre auf 40.000 Plätze zu steigern. Hinzu kommt, dass Ende Dezember 1999 nach den Arbeitsamtstatistiken rund 31.000 arbeitslose EDV-Fachkräfte eine Beschäftigung suchten. Um einen genaueren Überblick über den tatsächlichen Bedarf an EDV-Spezialisten zu bekommen, wurde eine Arbeitgruppe unter Federführung des Bundesbildungsministeriums eingesetzt, die dieser Frage nachgehen soll.

Das Ministerium betonte, dass bereits in den vergangenen Jahren die Zulassung ausländischer Wissenschaftler und Fachkräfte zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert worden ist. Bestehe ein öffentliches Interesse an deren Beschäftigung, erhalten sie bereits heute eine Arbeitserlaubnis. So wurden beispielsweise im Jahr 1998 insgesamt 581 Arbeitserlaubnisse an ausländische Fachkräfte erteilt. Lediglich 15 Anträge seien abgelehnt worden.  (ad)


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