Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0812/64183.html    Veröffentlicht: 17.12.2008 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/64183

Projekt "Ion": Nvidias Mini-PC mit Atom und GeForce-Chipsatz

HD-Wiedergabe auch mit Intels sparsamstem Prozessor

Was seit einiger Zeit gemunkelt wurde, hat sich bestätigt: Nvidia paart Intels Atom-CPU mit einem hauseigenen Chipsatz. Die Kombination ist nicht nur für Netbooks gedacht, sondern auch für winzige Mainboards, die ihren Platz in einer neuen Kategorie von Media-Center-PCs finden könnten.

Die bisherigen Netbooks und Nettops mit Intels Atom-Prozessor sind zwar sehr sparsam und auch günstig - ihnen fehlt durch den drei Jahre alten 945-Chipsatz von Intel aber zeitgemäße Grafik. Daher taugt auch beispielsweise Asus' Eee-Box nicht für die Wiedergabe von HD-Videos. Das will Asus mit einem neuen Modell samt AMD-Chipsatz mit ATI-Grafik ändern.

Nvidias Mini-PC 'Ion'
Nvidias Mini-PC 'Ion'
Grafik-Platzhirsch Nvidia will da natürlich nicht tatenlos zusehen und hat deshalb das Referenzdesign "Ion" entwickelt. Dabei handelt es sich um ein PC-Mainboard für Atoms mit dem bereits verfügbaren Chipsatz GeForce 9400, dessen Mobilvariante 9400M zuerst in Apples neuen Notebooks zu finden war. Das ist keine GeForce-Grafikkarte, sondern ein Chipsatz mit integrierter Grafik. Schon seit Beginn des Jahres 2008 nennt Nvidia alle seine integrierten Chipsätze "GeForce".

Mainboard als Pico-ITX
Mainboard als Pico-ITX
Das Ion-Board ist im Format Pico-ITX mit Abmessungen von nur 10 x 7,2 Zentimetern gehalten. Das zugehörige Gehäuse von nur 0,6 Litern Volumen passt damit gerade noch in die Manteltasche. Nvidia hat das Design eigenen Angaben zufolge in seinen Labors in Santa Clara selbst entworfen und will es taiwanischen OEM-Herstellern in Lizenz anbieten.

Anschlüsse des Ion
Anschlüsse des Ion
Ob diese dann alle Schnittstellen des Referenzdesigns anbieten, ist ihnen überlassen. Als Demosystem verfügt die Ion-Box nämlich gleich über sieben USB-2.0-Ports, zweimal eSATA, 8-Kanal-Audio, S/P-DIF und vor allem VGA, HDMI und DVI-D. Je zwei der Monitorausgänge lassen sich parallel nutzen.

The Dark Knight per Atom
The Dark Knight per Atom
Mit dieser Ausstattung, vor allem durch HDMI und S/P-DIF, empfiehlt sich das Ion-Design auch für kleine Media-Center, die Inhalte nur wiedergeben und aufzeichnen und nicht etwa transkodieren oder schneiden sollen. Nvidia konnte bei der Vorführung des Ion in München den Blu-ray-Film "The Dark Knight" auf einem 22-Zoll-Monitor flüssig wiedergeben.

Links Micro-ATX, rechts Ion
Links Micro-ATX, rechts Ion
Dabei lag die CPU-Last nur zwischen 20 und 28 Prozent. Die AVC- und H.264-Dekodierung erledigt der Chipsatz selbst. Die weiteren Details des GeForce 9400 finden sich in einer früheren Meldung. Das Transkodieren kann mit der Software "Badaboom" auch noch dem Chipsatz überlassen werden, das Programm nutzt den Grafikkern ist dabei aber deutlich langsamer als auf GeForce-Karten.

Atom und 9400 auch für Netbooks?
Atom und 9400 auch für Netbooks?
Neben solchen Anwendungen will Nvidia seinen Chipsatz für Atom-CPUs gerne auch in künftigen Netbooks sehen. Diese sollen dann aber laut Angaben des Chipherstellers auch nicht länger laufen als vergleichbare Geräte mit Intels 945GM. Der GeForce 9400M (Codename MCP97) hat mit einer TDP von 13 Watt nämlich fast die gleiche Leistungsaufnahme wie Intels Netbook-Chipsatz, der mit 12 Watt angegeben ist.

Bedingt für Spiele geeignet sollen die Ion-Rechner auch sein. Zwar ist der Atom dafür eigentlich viel zu langsam, Call of Duty 4 mit mittleren Details konnte Nvidia bei 1.280 x 1.024 Pixeln bei rund 30 Bildern pro Sekunde auf der Ion-Box vorführen.  (nie)


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Nvidia (.com): http://www.nvidia.com

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