Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0002/6413.html    Veröffentlicht: 22.02.2000 09:58    Kurz-URL: https://glm.io/6413

Deutsche Bank legt zwei regionale Internet-Fonds auf

Zweimal 150 Millionen für Internet-Unternehmen

Die Deutsche Bank will zwei Fonds über jeweils 150 Millionen Euro auflegen, die in junge Internet-Firmen investiert werden sollen. In dem deutschen Fonds "e-millennium 1" fungiert die Deutsche Bank als Initiator mit einem gezeichneten Anteil von 25,1 Prozent. Der Rest soll vornehmlich im Verbund mit industriellen Partnern aufgebracht werden.

Investiert werden soll in vorbörsliche Internetfirmen in den USA. Gleichzeitig will man natürlich umfangreiche Beratungsdienstleistungen für den deutsch-europäischen Markteintritt liefern.

"E-millennium 1" wird vor allem im "Business to Business" (B2B)-Bereich investieren. Die Geschäftsmodelle sollen teilweise zusammen mit den industriellen Co-Investoren entwickelt und börsenreif gemacht werden. Ebenso wird der Fonds aber auch in unabhängig vom Investorenkreis entwickelte "StartUps" investieren.

Industrielle Investoren sollen - wo opportun und gewünscht - ihr Branchennetzwerk einbringen, um die typischerweise verlustbringenden Anlaufphasen zu verkürzen. Weiterhin wird der Fonds in den Gebieten "media-convergence", "wireless applications" und selektiv im "Business to Consumer"-Bereich tätig werden.

Der Fonds wird seinen Sitz in München und eine Repräsentanz in San Francisco haben. Chief Executive Officer von "e-millennium 1" ist Dr. Tillmann-Christoph Lauk - bisher Bereichsvorstand für strategische Konzernplanung und strategisches Controlling bei der Deutschen Bank. Der Fonds wird mit Ende des ersten Quartals seine Tätigkeit aufnehmen.

E-millennium 2 ist ein Schwesterfond für Asien und soll zur Mitte des Jahres aktiv werden. Das "e-millennium"-Fond-Konzept steht unter der Schirmherrschaft des Sprechers des Vorstandes der Deutsche Bank AG, Dr. Rolf-Ernst Breuer. Betreut wird es durch seinen Vorstandskollegen Hermann-Josef Lamberti - neben seinem Ressort zuständig für die Steuerung der gesamten E-Business-Aktivitäten der Deutsche Bank Gruppe.

Durch die innovative Investitionsstrategie der Fonds sollen zwei Dinge erreicht werden: Erstens werde der derzeitige Entwicklungs- und Erfahrungsvorsprung der US-Wirtschaft im Internet-Bereich für die Beteiligten gewinnbringend genutzt. Zweitens sollen komplementäre Stärken der regionalen Industriepartner für die unmittelbar bevorstehende Globalisierung der "digitalen Ökonomie" mobilisiert und gewinnbringend integriert werden, so die Deutsche Bank.  (ji)


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