Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0812/64115.html    Veröffentlicht: 12.12.2008 22:27    Kurz-URL: https://glm.io/64115

Zehntausende Kreditkartenabrechnungen samt PIN ausgespäht

ADAC, Amazon Visa, Xbox Classic Card und viele andere Kreditkarten betroffen

Zehntausende Kreditkartendaten der Berliner Landesbank sind ausgespäht worden, berichtet die Frankfurter Rundschau. Auch Kunden anderer Banken sind betroffen, darunter ADAC-Kreditkartenbesitzer und Nutzer von Amazon Visa. Neben den Stammdaten der Besitzer sind auch einzelne Transaktionen mit Beträgen entfleucht.

Nach Informationen der Frankfurter Rundschau handelt es sich bei der Landesbank Berlin (LBB) um den größten Kreditkartenvergeber Deutschlands. Auch Kunden anderer Banken müssen um ihre Daten fürchten.

Der Zeitung wurden zehntausende Kundendaten zugespielt, die Vor- und Nachname, Anschrift, Kreditkartennummer, Kontonummer und jede einzelne Transaktion beinhalten. Besonders prekär: Unter den Daten sind auch die Geheimnummern (PIN) der Kreditkarten.

Die Transaktionsdaten stammen vom August 2008. Inwieweit es sich nur um eine einzelne Monatsabrechnung handelt oder diese Daten lediglich eine Kostprobe sind, ist nicht bekannt.

Betroffen sind nach Angaben der Frankfurter Rundschau die folgenden Karten: ADAC Gold-Mobil-Doppel, Amazon Visa, White Lable Premium, ADAC Classic Mobile Master, ADAC Classic mobile Visa, Schmetterling Premium, Visa Geschenkkarte, ADAC Gold Mobile Master ADAC Gold Doppel, LBB Classic Eurocard, LBB WBI Classic Card, Xbox Classic Card, ADAC Einstieg Visa.

Die Daten sind nicht elektronisch, sondern fotografisch gespeichert. Die FR erhielt anonym ein Paket mit Mikrofiches. Es handelt sich um Hunderte Mikrofilme. Die Zeitung informierte Polizei und Staatsanwaltschaft.

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, ist angesichts der Vielfältigkeit und Aktualität der Datensätze höchst alarmiert. Er hätte diese Sammlung nicht für möglich gehalten. Wo die Daten noch gelandet sind, ist nicht bekannt. Schaar zeigte sich über die Art der Speicherung überrascht. Die Datenspeicherung auf Mikrofiches entspreche nicht den aktuellen Sicherheitsvorschriften.  (ad)


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Links zum Artikel:
Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit: http://www.datenschutz-berlin.de/
Bundesdatenschutzbeauftragter: http://www.bundesdatenschutzbeauftragter.de/
Landesbank Berlin: http://www.lbb.de/

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