Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0812/64091.html    Veröffentlicht: 11.12.2008 18:53    Kurz-URL: https://glm.io/64091

Computer hilft beim Billardspielen

Assistenzsystem zeigt dem Spieler, wohin die Kugeln rollen

Zwei Studenten aus den USA haben ein Assistenzsystem für Billardspieler entwickelt. Das System analysiert, wie die Kugeln liegen, wie der Spieler den Queue hält und errechnet daraus die Bahnen der Kugeln. Diese blendet es auf dem Tisch ein.

Wer schon einmal den Queue geschwungen hat, weiß: Billard ist in erster Linie ein naturwissenschaftliches Spiel. Wer am grünen Tisch reüssieren will, sollte über grundlegende Kenntnisse in Physik verfügen. Justin Needham and Matthew Straub, Studenten am Georgia Institute of Technology (Georgia Tech), haben Digitally Assisted Billiards (DAB) entwickelt, das Laien helfen soll, ein grundlegendes Verständnis für das Spiel mit Queue und Kugeln zu entwickeln.

Digitally Assisted Billiards (Foto: Georgia Tech)
Digitally Assisted Billiards (Foto: Georgia Tech)
Das System unterstützt den Spieler, indem es die Wege der Kugeln auf den Tisch projiziert. Dazu bringt der Spieler den Queue in Anschlag, spielt aber nicht, sondern hält ihn still. Das System analysiert die Stellung von Queue und Kugeln und blendet ein, wohin die Kugeln rollen, welche zusammenstoßen und wohin sie abgelenkt werden.

Das System besteht aus einer Webcam, einem großen Spiegel, einem Projektor und einem Embedded Computer vom Typ "eBox 2300". Die Webcam nimmt die aktuelle Situation auf dem Tisch auf. Der Computer errechnet die Wege der Kugeln und der Beamer projiziert die Linien über den Spiegel auf das Spielfeld.

Die Umsetzung sei nicht ganz einfach gewesen, erklären die beiden Entwickler. Der limitierende Faktor sei die Hardware gewesen. "Leider sind Projektoren und Webcams mit den geeigneten Weitwinkelobjektiven viel zu teuer für uns, deshalb brauchten wir einen Algorithmus für die Trapezkorrektur, der ausgleicht, dass die Kamera in einer Ecke des Raumes angebracht ist und nicht über dem Tisch. Und wir mussten einen sehr großen Spiegel einsetzen, damit der Projektor jeden Punkt auf dem Tisch erreicht."

Möglichkeiten für die Verbesserung ihres Systemes sehen die beiden deshalb in erster Linie im Einsatz leistungsfähigerer Hardware: einer Kamera und eines Projektors mit höherer Auflösung und mehr Weitwinkel.  (wp)


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Links zum Artikel:
Georgia Institute of Technology (.edu): http://www.gatech.edu
Georgia Tech - Digitally Assisted Billiards (.edu): http://www.prism.gatech.edu/~gtg279x/Digitally_Assisted_Billards/Welcome.html

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