Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0812/64053.html    Veröffentlicht: 10.12.2008 12:58    Kurz-URL: https://glm.io/64053

FCC-Kommissarin für Internetfilter statt Netzneutralität

250 Milliarden US-Dollar Verlust durch Piraterie

FCC-Kommissarin Deborah Taylor Tate hat sich positiv über digitales Rechte-Management und Filtermaßnahmen bei Internetprovidern geäußert. Taylor Tate will damit die sogenannte Piraterie im Internet bekämpfen.

Deborah Taylor Tate stammt aus Nashville im US-Bundesstaat Tennessee und ist Mitglied der mächtigen Federal Communications Commission (FCC) der USA. Nashville ist bekannt als Musikhauptstadt der USA. Viele Musikunternehmen und Musiker haben sich in und um Nashville angesiedelt. In einer Rede an der Universität von Pennsylvania sagte Taylor Tate am 2. Dezember 2008, zu ihren Nachbarn und Freunden gehörten "Autoren, Künstler, Produzenten und leitende Angestellte von Musikunternehmen". Bei ihnen habe sie "mit eigenen Augen gesehen, welche Auswirkungen die Piraterie auf unser Land hat".

Sie bezifferte die entstandenen Verluste auf 58 Milliarden US-Dollar und 373.375 Arbeitsplätze. Die US-Handelskammer habe sogar einen Schaden von jährlich 250 Milliarden US-Dollar durch Piraterie aller Art errechnet, erklärte Taylor Tate.

Taylor Tate sucht nach Auswegen aus dieser Krise und wurde unter anderem bei der Walt-Disney-Company und bei iTunes fündig. Technologien wie werbefinanzierte Mediaplayer oder Systeme für das digitale Rechte-Management (DRM) spielen in den Augen von Taylor Tate eine "bedeutende Rolle bei der elektronischen Distribution von Inhalten". Die FCC-Kommissarin zeigte sich nicht nur von der Komplexität der Systeme beeindruckt, sondern auch von ihrer Effektivität. Ihre besondere Aufmerksamkeit finden Verfahren für digitale Wasserzeichen und digitale Fingerabdrücke. Taylor Tate begrüßte ausdrücklich die Anstrengungen mancher Universitäten, mit technischen Mitteln gegen die ungenehmigte Verbreitung von Inhalten in Universitätsnetzwerken vorzugehen.

FCC-Kommissarin Taylor Tate nutzte die Rede vor der Arbeitsgruppe für geistiges Eigentum an der Universität von Pennsylvania, um in der Frage der Netzneutralität und der Inhaltefilterung bei ISPs Stellung zu beziehen: "Netzwerk-Management spielt eine sehr positive Rolle, wenn es um die Beseitigung der Onlinepiraterie geht... Es ist wichtig, dass wir es den Netzwerkbetreibern erlauben, ihre Netzwerke zu managen und ihnen nicht mit regulatorischen Auflagen die Hände binden. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass 'Netzneutralität', wie sie manchmal in Washington... verstanden wird, den Netzwerkbetreibern die Hände binden würde. Digitale Fingerabdrücke und digitale Wasserzeichen wären unmöglich, wenn die Netzneutralität in strikter Form durchgesetzt würde." [von Robert A. Gehring]  (md)


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