Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0812/63947.html    Veröffentlicht: 04.12.2008 17:50    Kurz-URL: https://glm.io/63947

Mobilfunk in Nordkorea - zweiter Versuch

Mobile Kommunikation für wenige

Ab 15. Dezember 2008 will das ägyptische Telekommunikationsunternehmen Orascom über sein Tochterunternehmen CHEO Mobiltelefonie in Nordkorea anbieten. Allerdings soll der Dienst nur Ausgewählten zur Verfügung stehen. Derzeit ist Mobilkommunikation in Nordkorea verboten.

Nordkorea beabsichtigt die Einführung eines neuen Mobilfunknetzes. Das berichtet das amerikanische Auslandsradio Radio Free Asia (RFA) unter Berufung auf Quellen im Land. Noch im Dezember 2008 soll es wieder möglich sein, in einem der am meisten isolierten Länder der Erde mobil zu telefonieren.

Das Netz wird vom ägyptischen Telekommunikationsanbieter Orascom aufgebaut und betrieben. Das Unternehmen hat über sein Tochterunternehmen CHEO nach eigenen Angaben Anfang 2008 eine entsprechende Lizenz von der Regierung in Pjöngjang erworben.

Es handelt sich um ein Mobilfunknetz der 3. Generation, das mit dem Standard WCDMA arbeitet. Nachdem das Netz im Mai erfolgreich getestet wurde, soll der kommerzielle Dienst ab 15. Dezember 2008 zunächst in der Hauptstadt zur Verfügung stehen und später ausgeweitet werden. Die Mobiltelefone sollen umgerechnet etwa 550 Euro kosten, was für das Gros der Bevölkerung kaum erschwinglich sein dürfte. Allerdings sind die Kosten nicht die einzige Restriktion. Wie RFA berichtet, sollen nur ausgewählte Personen den Dienst nutzen dürfen.

Dennoch ist Orascom optimistisch: Das Unternehmen rechne mit 15 Millionen Kunden im ersten Halbjahr 2009, zitiert RFA einen Sprecher. Darunter sind offensichtlich auch Diplomaten und Geschäftsleute aus dem Ausland, denen Orascom Breitbandinternetzugang zusichert.

Derzeit gibt es keinen Mobilfunk in Nordkorea. Im Jahr 2002 wurde ein Netz in Betrieb genommen. Anderthalb Jahre später, im Frühjahr 2004, verbot die Regierung jedoch die Nutzung von Mobiltelefonen wieder. Auch Internet ist in dem kommunistischen Land kaum verbreitet. Es gibt nur wenige Computer, und nur ausgewählte Kader haben Zugang zum Internet. Dennoch verkündete die Regierung 2004, das Land bis zum Jahr 2022 zur IT-Supermacht machen zu wollen.  (wp)


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Links zum Artikel:
Orascom Telecom.: http://www.orascomtelecom.com/

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