Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0812/63909.html    Veröffentlicht: 04.12.2008 13:56    Kurz-URL: https://glm.io/63909

Spieletest: Resistance 2 - Aliens in den USA

Fortsetzung des PS3-Launchtitels begeistert Solo- und Multiplayer

Im Dschungel, in der Kanalisation, im zerstörten Chicago: Kein Ort der USA scheint in Resistance 2 von abgrundtief bösen und teils überlebensgroßen Aliens frei zu sein. Helfen kann da nur der Spieler als Actionheld Nathan Hale. Und anders als beim ersten Actioneinsatz im Frühjahr 2007 macht das diesmal richtig Spaß.

Resistance 2 (PS3)
Resistance 2 (PS3)
Parallel zur Veröffentlichung der Playstation 3 schickten die Entwickler von Insomniac Games den Spieler erstmals in den Kampf gegen die Alien-Rasse Chimera. Damals musste in einem dem Zweiten Weltkrieg ähnlichen Szenario Europa befreit werden. Zwei Jahre später befindet sich Nathan Hale, der Held des ersten Teils, in den fiktiven 50er Jahren. Die Außerirdischen haben sich diesmal die USA für ihren Feldzug auserkoren.

Resistance 2
Resistance 2
Das Spiel ist kaum ein paar Sekunden alt, da gilt es schon, aus umkämpftem Gebiet zu flüchten. Was für Kenner des ersten Teils fast wie ein nahtloser Übergang wirkt, dürfte bei Einsteigern viele Fragen aufwerfen: Resistance 2 gibt sich zu Beginn nicht sonderlich viel Mühe, die Hintergründe der Geschichte zu erzählen.

Resistance 2
Resistance 2
Auch in den folgenden Stunden der Einzelspielerkampagne dauert es, bis die Story Fahrt aufnimmt. Langeweile kommt trotzdem keine auf, dafür ist die Action viel zu spannend und atemlos inszeniert. Die Schauplätze wechseln häufig: Ein Abstecher nach Island, langsames Vortasten durch dunkle Keller, Gefechte im Dschungel, Barrikaden im zerstörten Chicago; Resistance 2 begeht nie den Fehler, den Spieler zu lange durch monotone Innenlevel oder immer gleiche Landschaften zu schicken. Eine deutliche Verbesserung gegenüber dem etwas tristen ersten Teil.

Resistance 2
Resistance 2
Ähnliches gilt auch für die Gegnerschar: Die Chimera präsentieren sich angenehm vielfältig und sind in zahlreichen Größen und Formen vorhanden. Nathan muss unter anderem riesige Mutterschiffe attackieren, sich gegen bildschirmfüllende Riesenkraken wehren und Unmengen von Zombies dahinmetzeln. Ärgerlich, wenn er dann gerade nicht die passende Waffe zur Hand hat. Hale kann immer nur zwei Schießprügel mit sich herumtragen; und da das Arsenal vom Scharfschützengewehr bis zum Raketenwerfer oder gar bis zu rotierenden Sägeblättern reicht und jede Waffe zudem noch über ebenso spannende wie ungewöhnliche Sekundärfunktionen wie einen Schutzschirm verfügt, hilft oftmals nur ausprobieren und sterben - und es beim nächsten Mal besser machen.

Gestorben wird sowieso recht häufig, auch auf den unteren Schwierigkeitsgraden – manch mächtiger Kontrahent benötigt eben nur einen gut platzierten Schuss, um Nathans Lebenslicht auszupusten. Und die Chimera sind äußerst treffsicher.

Resistance 2
Resistance 2
Sonderlich intelligent ist die Alien-Rasse allerdings nicht. Auch Bossgegner warten meist Attacken des Spielers ab und kommen kaum auf ihn zu, wenn er sich versteckt oder in Deckung geht. Auch die eigenen Kameraden, die immer wieder in den Gefechten eine Rolle spielen, agieren eher unselbstständig. Sie helfen zwar oft in brenzligen oder Kooperation erfordernden Situationen, die Drecksarbeit bleibt allerdings Hale selbst überlassen. Nur gut, dass sich zumindest die eigene Gesundheit regeneriert, sobald ein ruhiges Plätzchen aufgesucht wird.

Resistance 2 ist nahezu komplett linear: Wirklich freie Entscheidungen kann der Spieler nicht treffen, dafür gibt es aber praktisch auch keinen Leerlauf. Wenn es im Dauergeballer eine Atempause gibt, dann weil der Spieler es will - etwa um die wirklich sehenswerten und über weite Strecken beeindruckend detaillierten Landschaften zu bestaunen oder einen ruhigen Blick auf gigantische und trotzdem flüssig animierte Raumschiffe zu werfen. Viel länger als zwölf Stunden dauert die Solokampagne trotzdem nicht. Der überraschend vielseitige Multiplayermodus sorgt allerdings dafür, dass die meisten Resistance-2-Spieler deutlich mehr Zeit mit dem Titel verbringen werden.

Resistance 2
Resistance 2
Der Koop-Modus lockt mit eigener Storyline bis zu acht Spieler, die sich dann in unterschiedlichen Klassen betätigen dürfen. Wer große Schlachten mag, tobt sich auf riesigen Karten hingegen mit bis zu 60 Mitspielern aus. Durch das Bilden von Trupps ist das eine ebenso übersichtliche wie unterhaltsame Angelegenheit.

Resistance 2 ist exklusiv für Playstation 3 im Handel erhältlich, kostet etwa 60 Euro und hat von der USK keine Jugendfreigabe erhalten.

Fazit:

Bildschirmfüllende Gegnerscharen, beeindruckend detaillierte und abwechslungsreiche Szenarien, ein vielfältiges Waffenarsenal: Resistance 2 wartet mit derart viel begeisternder Action auf, dass kaum Zeit bleibt, die Linearität, den misslungenen Storyeinstieg sowie die schwache KI zu kritisieren. Das Shooter-Genre wird von Insomniac nicht revolutioniert, aber für den wohl schönsten PS3-Shooter reicht es auch so.  (tw)


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