Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0811/63765.html    Veröffentlicht: 25.11.2008 13:47    Kurz-URL: https://glm.io/63765

Wenn schnurlos Telefonieren zur Ordnungswidrigkeit wird

Bestimmte Schnurlostelefone ab 2009 verboten

Der Branchenverband Bitkom erinnert daran, dass der Einsatz bestimmter Schnurlostelefone ab 2009 verboten ist und deshalb teuer werden kann. Betroffen sind Funktelefone der Standards CT1+ sowie CT2 - es ist also höchste Zeit, etwa auf DECT-Geräte umzurüsten.

Die Frequenzbereiche von analogen Funktelefonen nach CT1+ und - hauptsächlich in Großbritannien genutzten - digitalen Geräten nach CT2 werden ab 1. Januar 2009 anderweitig genutzt. Ab diesem Zeitpunkt dürfen entsprechende Telefone nicht mehr betrieben werden. In Deutschland sind laut Bitkom derzeit noch viele CT1+-Geräte in Betrieb - und werden auch noch weiter verkauft.

"Einige unseriöse Händler versuchen, mit der unbegründeten Angst einiger Verbraucher vor dem sogenannten 'Elektrosmog' Geschäfte zu machen. Sie preisen die veralteten Geräte als vorgeblich besonders umweltfreundlich an", kritisiert der Branchenverband in einer Mitteilung. Dabei stehe seit etwa zehn Jahren fest, dass die Frequenzzuteilung für CT+1- und CT2-basierte Funktelefone Ende 2008 auslaufe. Auch Verbraucherschützer setzen sich für die analoge, als strahlungsärmer geltende Funktelefontechnik ein - verpassten aber einen Termin für die Verlängerung der Betriebserlaubnis.

Da auf den betroffenen Geräten meist nicht vermerkt ist, nach welchem Standard Geräte arbeiten, rät der Bitkom Verbrauchern dazu, in der Bedienungsanleitung nach Hinweisen auf die beiden veralteten Standards zu suchen oder beim Hersteller anzufragen. CT1+ nutzt die Frequenzbereiche 885-887 MHz und 930-932 MHz, CT2 funkt zwischen 864,1 und 868,1 MHz.

CT1+-Telefone können zudem über einen einfachen Versuch erkannt werden: Bei analogen Geräten reißt die Verbindung bei steigender Entfernung von der Basisstation nicht schlagartig ab, sondern wird durch zunehmendes Rauschen überlagert. Bei digital arbeitenden Funktelefonen bleibt das Rauschen praktisch konstant, es kommt aber bei wachsender Entfernung zur Basisstation zu plötzlichen Aussetzern - ähnlich wie bei schwachen Handyverbindungen.

Telefone auf Basis des DECT-Standards (Digital Enhanced Cordless Telephone) arbeiten im Frequenzbereich von 1.880 bis 1.900 MHz und dürfen weiter genutzt werden. "Mit inzwischen rund 750 Millionen weltweit verkauften Telefonen ist DECT neben dem GSM-Standard für Handys eine europäische Erfolgsgeschichte in der Telekommunikation", wirbt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.

Wird das Verbot von CT1+- und CT2-Geräten ignoriert und diese auch nach dem Jahreswechsel weiter genutzt, kann es für den Betreiber teuer werden. Erkennt die Bundesnetzagentur dessen Geräte als Störquelle, muss der Besitzer laut Bitkom die Kosten für die Ermittlung tragen. "Zu diesem meist vierstelligen Betrag kann ein Bußgeld für eine Ordnungswidrigkeit kommen", warnt der Branchenverband.

Ab 2009 wird der ehemalige Frequenzbereich von CT1+ europaweit für die Nutzung durch den Mobilfunk freigemacht. Das bisherige CT2-Spektrum wird laut Bundesnetzagentur für künftige Funkanwendungen kleiner Reichweite zur Verfügung gestellt.  (ck)


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Bundesnetzagentur: http://www.bundesnetzagentur.de/

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