Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0811/63710.html    Veröffentlicht: 21.11.2008 18:17    Kurz-URL: https://glm.io/63710

Windows 7: Betaversion erscheint für alle

Weitere Details zu den Verbesserungen von Windows 7

Microsoft will Anfang 2009 eine Betaversion von Windows 7 veröffentlichen, die gleich für die Allgemeinheit zur Verfügung steht. Im Gespräch mit Golem.de erklärte Microsoft, wie der Vista-Nachfolger sparsamer mit Energie umgeht und weniger Ressourcen verbraucht.

Windows 7
Windows 7
Für einen sorgfältigeren Umgang mit dem wertvollen Akkustrom in Notebooks berücksichtigt Windows 7 im Unterschied zu den Vorgängern die Rechnerumgebung. Bislang war es so, dass die Funktionen für den Suchindex auch gestartet wurden, wenn der Prozessor im Idle-Modus war, was einen höheren Energieverbrauch zur Folge hatte. Das will Microsoft mit Windows 7 verbessern, erklärte Daniel Melanchthon, Technical Evangelist für den Windows-Bereich bei Microsoft auf dem Technical Summit 2008 in Berlin.

Wenn sich der Prozessor im Idle-Modus befindet, wird dieser bei Windows 7 nicht mehr durch den Suchindexdienst oder andere Aufgaben aufgeweckt. Dienste werden nur dann aktiv, wenn der Prozessor ohnehin beschäftigt, aber nicht ausgelastet ist. Falls die Prozessorlast bereits hoch ist, schalten sich derartige Hintergrunddienste nicht ein, so wie es bisher bereits der Fall ist. Vor allem im Idle-Modus verspricht Microsoft damit eine geringere Belastung und ein Notebookakku soll länger durchhalten.

Windows 7
Windows 7
Einen weiteren Bereich für die Optimierung sieht Microsoft beim Betriebssystemstart von Windows 7. Auf Systemen mit Windows Vista kann es mitunter mehrere Minuten dauern, bis der Nutzer den Rechner verwenden kann, nachdem der Windows-Desktop erschienen ist. Diese lange Wartezeit soll Windows 7 vergessen lassen, indem Treiber, Dienste und Software beim Start des Betriebssystem parallel geladen werden.

Derzeit werden alle Treiber und Komponenten des Betriebssystems sowie zusätzlich installierte Applikationen beim Hochfahren des Betriebssystems der Reihe nach geladen. Durch eine parallele Abarbeitung dieser Prozesse will Microsoft die Startzeit des Betriebssystems deutlich verkürzen. Zudem werden mehr Dienste erst zu einem späteren Zeitpunkt nachgeladen.

Windows 7
Windows 7
Microsoft verspricht außerdem, dass beim Laden von Diensten und Treibern beim Start des Betriebssystems allgemein schonender mit den Ressourcen umgegangen wird. Dadurch sollen Wartezeiten bei einem gerade hochgefahrenen Rechner durch eine übermäßig beanspruchte Festplatte mit Windows 7 der Vergangenheit angehören.

Bekannt ist bereits, dass Windows 7 eine optimierte Benutzerkontensteuerung erhält, die mit Windows Vista eingeführt wurde. Mit dem Service Pack 1 für Windows Vista wurde die Menge der Abfragen durch die Benutzerkontensteuerung bereits reduziert, mit Windows 7 soll die gesamte Funktion für den Anwender vor allem einfacher zu konfigurieren sein, erklärte Microsoft.

Windows 7
Windows 7
Der Anwender kann die Benutzerkontensteuerung in Windows 7 bequem mit einem Schieberegler beeinflussen. Insgesamt stehen vier Modi zur Wahl. In der untersten Stufe werden alle Rückfragen automatisch bestätigt und der Nutzer erhält keine lästigen Dialoge mehr. Im Vergleich zur Abschaltung der Benutzerkontensteuerung bringt das immer noch eine höhere Sicherheit als den Rechner mit Administratorrechten zu bedienen, betont Daniel Melanchthon. Dieser Modus entspricht also nicht der Abschaltung der Benutzerkontensteuerung.

Wählt der Nutzer die Stufe zwei, gibt es keine Rückfragen mehr bei Aktionen, die der Anwender selbst initiiert hat. Wollen hingegen Programme Änderungen vornehmen, gibt es einen Warndialog. Erst, wenn dieser vom Nutzer bestätigt wird, wird die betreffende Aktion ausgeführt. Das wird voraussichtlich die Standardeinstellung von Windows 7 sein.

Windows 7
Windows 7
Die Stufen drei und vier ähneln sich stark und erwarten eine Bestätigung durch den Anwender, wenn Änderungen durch Software oder den Nutzer vorgenommen werden sollen. Während der Hinweis der Benutzerkontensteuerung bei Stufe drei nach Verstreichen einer bestimmten Zeitspanne verschwindet und damit abgelehnt wird, ist das Verhalten bei Stufe vier anders. Hier bleibt der Dialog der Benutzerkontensteuerung so lange aktiv, bis der Anwender die Aktion zulässt oder abweist.

Intern meldet sich Windows 7 gegenüber Entwicklern als Windows 6.1, damit bestehende Anwendungen auch mit Windows 7 laufen können. Für einige Fälle hat Microsoft aber bereits darauf hingewiesen, dass Applikationen an Windows 7 angepasst werden müssen. Ansonsten lautet die Devise von Microsoft, dass die meisten Applikationen für Windows Vista auch mit Windows 7 laufen.

Windows 7
Windows 7
Bislang war bekannt, dass Microsoft eine Betaversion von Windows 7 Anfang 2009 fertig haben will. Neu ist hingegen, dass der Hersteller dabei auf einen vorherigen geschlossenen Test verzichten und die Beta von Windows 7 sogleich der Öffentlichkeit zum Ausprobieren zur Verfügung stellen wird, erklärte Daniel Melanchthon. Microsoft erwartet, dass die Beta alle Funktionen von Windows 7 enthalten wird, was bei der Ende Oktober 2008 gezeigten Vorabversion noch nicht der Fall ist.

Im Anschluss an die Beta sind dann Release Candidates geplant, bis die fertige Version von Windows 7 dann Anfang 2010 erscheinen soll. Voraussichtlich wird Microsoft keinen Upgradepfad von Windows XP auf Windows 7 anbieten. Diese Option steht dann nur Windows-Vista-Nutzern zur Vefügung.

Die im Artikel verwendeten Screenshots wurden Golem.de von Daniel Melanchthon zur Verfügung gestellt.  (ip)


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