Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0811/63534.html    Veröffentlicht: 13.11.2008 12:29    Kurz-URL: https://glm.io/63534

World of Warcraft: Der Lich-König beim Mitternachtsshopping

Einziger neuer Blizzard-Titel 2008 ab sofort erhältlich

Spielemusik und Presslufthämmer, Trockeneisbühnen und die Schwarze Festung - die Erweiterung Wrath of the Lich King für das Onlinerollenspiel World of Warcraft ist da. Golem.de war bei Mitternachtsverkäufen und der offiziellen deutschen Eröffnungsveranstaltung dabei.

Mitternachtsverkauf Berlin, Schönhauser Arkaden
Mitternachtsverkauf Berlin, Schönhauser Arkaden
Ein Berliner Einkaufszentrum kurz vor Mitternacht, trübes Licht und Presslufthammerlärm hinter Sperrholzwänden. Mittendrin 300 wackere Fans von World of Warcraft, die geduldig Schlange stehen, um ihr Exemplar von Wrath of the Lich King im Spieleladen zu kaufen.

So ging es gestern Nacht in vielen deutschen Ladenzeilen zu. Bundesweit hatten deutlich über 100 Elektro- und Spielehändler zur Geisterstunde ihre Kassen eingeschaltet, um Onlinezwergen, -untoten und -orks das Add-on dann anbieten zu können, wenn Blizzard die Server umstellt: um Mitternacht.

Eröffnungsveranstaltung Berlin Alexanderplatz; links feiert ein Blizzard-Entwickler
Eröffnungsveranstaltung Berlin Alexanderplatz; links feiert ein Blizzard-Entwickler
Anders sah es am Berliner Alexanderplatz aus. Hierher hatte Activision-Blizzard die zentrale deutsche Lich-King-Eröffnungsfeier gelegt - immerhin nach New York die zweitgrößte weltweit. Ab 18 Uhr gab es auf einer Bühne Programm, darunter "Lustige Geräusche aus WoW nachmachen". Dazu zeigten die Veranstalter Trailer und Videos aus fast allen aktuellen und künftigen Blizzard-Spielen. Gegen 23 Uhr nahm der Besucherandrang zu, das Geschehen verlagerte sich in ein großes Einkaufszentrum. Immer mehr Spieler trugen Papp-Ausrufezeichen im Haar - ein Element aus dem Spiel - und immer mehr Reporter und Kamerateams richteten ihre Objektive in die Menge.

Verkaufsstart um Mitternacht in Berlin
Verkaufsstart um Mitternacht in Berlin
Die restliche Stunde vor dem Start der Erweiterung verging mit Spielemusik, live vorgetragen von einem Orchester, ein paar freundlichen Sätzen des eigens angereisten Blizzard-Spieldesigners Greg "Ghostcrawler" Street sowie dem Auftritt eines nahezu waschechten Lich Kings auf der mit Trockeneis vollgenebelten Bühne. Dann endlich der Startschuss - aber das, worauf einige Medienvertreter wohl gehofft hatten, blieb aus. Statt sich tumultartig auf die Erweiterung zu stürzen, schlenderten die Spieler eher gemütlich durchs Blitzlichtgewitter, schnappten sich eine oder - selten - mehrere Packungen, gingen brav an die Kassen und verschwanden dann einfach. Kein Wunder: Sie haben zehn herausfordernde neue Levels vor sich.

Todesritter in Aktion
Todesritter in Aktion
Eine kleine Umfrage von Golem.de unter den Spielern ergab, dass sie sich am meisten auf den Levelaufstieg von 70 bis 80 und die neue Klasse der Todesritter freuen. Features wie verbesserte Grafiken und das Erfolgssystem waren entweder schon im veröffentlichten Patch auf Version 3 enthalten oder weniger spannend. Die Todesritter - verfügbar nur für Spieler, die mindestens einen Charakter auf Stufe 55 besitzen - sind in Wrath of the Lich King als weitere Möglichkeit ins Menü der Charaktererstellung integriert. Die dunklen Gesellen sind das böse Gegenstück zum Paladin, in allen Völkern vorhanden und können alle Arten von Rüstung tragen - allerdings keine Schilde und keine Fernkampfwaffen. Sie besitzen ein eigenes, stark instanziertes Startgebiet, "Die Schwarze Festung", in der das Leveln in den ersten Stunden erstaunlich flott vorangeht.

Greg Street, Blizzard
Greg Street, Blizzard
Die Auswirkungen anderer Änderungen zeigen sich erst langfristig. "Wir haben an vielen Klassen etwas geändert", sagte Greg Street im Interview mit Golem.de. "Das Buff- und Debuff-System ist sogar komplett überarbeitet. Wir haben das gemacht, weil wir uns die Struktur eines 25 Mann starken Raids angesehen haben und aus welchen Klassen er besteht. Wir haben gemerkt, dass man etwa einen bestimmten Hexenmeister und alle drei Typen des Schamanen und einen Druiden haben musste. Wir wollten aber, dass alle Klassen Zugang zu Raids bekommen." Als weitere Neuerungen nennt Street unter anderem überarbeitete Grafikelemente, insbesondere die Berge des Kontinents Nordend, die dank weiter programmierter Engine und mehr Erfahrung der Leveldesigner tatsächlich nach Berg aussehen, und nicht mehr wie runde Hügel wie in älteren Gebieten. Aber die kriegen viele Spieler kaum noch zu Gesicht - in den Morgenstunden waren vor allem die Todesritter-Gebiete voll, während im Rest der Welt Azeroth wenig los war.  (ps)


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World of Warcraft - Europäische Website zum Online-Rollenspiel (.com): http://wow-europe.com/de/

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