Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0811/63397.html    Veröffentlicht: 06.11.2008 10:53    Kurz-URL: https://glm.io/63397

Mehr GPS-Smartphones als Navigationsgeräte verkauft

Die meisten GPS-Smartphones bieten aber keine vollwertige Navigation

Im zurückliegenden dritten Quartal 2008 wurden in Europa, dem Nahen Osten und Afrika mehr Smartphones mit integriertem GPS-Empfänger als Navigationsgeräte verkauft. Das ergibt eine Studie der Marktforscher von Canalys. Aber nur ein Bruchteil der GPS-Smartphones ist mit vollwertiger Navigationssoftware ausgestattet.

Im regionalen Markt Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) konnten die Hersteller von Navigationsgeräten insgesamt 4,3 Millionen Geräte im dritten Quartal 2008 absetzen. Im gleichen Zeitraum wurden in dieser Marktregion 10,4 Millionen Smartphones mit integriertem GPS-Empfänger verkauft. In EMEA gibt es mit einem Anteil von 70 Prozent die meisten Smartphones mit integrierter GPS-Funktion.

Den meisten Smartphones mit integrierten GPS-Empfängern fehlen allerdings vollständige Navigationsfunktionen, so dass davon auszugehen ist, dass nur ein Bruchteil der Mobiltelefone auch für die Navigation eingesetzt wird. Auch wenn die Verkaufszahlen suggerieren, dass klassische Navigationsgeräte an Bedeutung verlieren, so kann dies durch die Beobachtungen von Canalys nicht bestätigt werden.

Bei nur 11 Prozent aller GPS-Smartphones im EMEA-Markt wurden vollständige Navigationsfunktionen aktiviert. Bei vielen dieser Smartphones legen die Hersteller nur eine zeitlich eingeschränkte Testversion einer Navigationssoftware bei, so dass der Kunde die Wahl hat, ob er das Produkt erwirbt. Auf die Verkaufszahlen für das dritte Quartal 2008 bezogen bedeutet dies, dass lediglich 1,14 Millionen GPS-Smartphones für die Navigation verwendet werden.

Autonavigationsgeräte bieten meist mehr Funktionen als ein vergleichbares GPS-Smartphone. Dazu zählt etwa der bequeme Empfang von Verkehrsdaten, um Staus zu umfahren. Außerdem ist die Bauform von herkömmlichen Navigationsgeräten eher auf die Anforderungen im Fahrzeug ausgerichtet, was bei den wenigsten am Markt befindlichen GPS-Smartphones der Fall ist. Dazu zählt unter anderem ein ausreichend großes Display, um die Informationen schnell erkennen zu können. Die meisten Smartphones bieten deutlich kleinere Displays als Navigationsgeräte.

Außerdem wird ein Autonavigationsgerät unter anderen Gesichtspunkten gekauft als ein Smartphone. Während ein Mobiltelefon zumeist personenbezogen erworben wird, wird ein Navigationsgerät für ein Auto und damit für einen breiteren Nutzerkreis angeschafft. In einem von einer Familie genutzten Fahrzeug müsste jeder Fahrer ein GPS-Smartphone besitzen, damit jeder den Komfort einer Navigationshilfe nutzen kann.  (ip)


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