Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0811/63319.html    Veröffentlicht: 05.11.2008 14:20    Kurz-URL: https://glm.io/63319

Spieletest: Motorstorm Pacific Rift - Chaosrennen auf Insel

Arcade-Rennspiel von den Evolution Studios exklusiv für PS3

Das erste Motorstorm war ein technisches Highlight auf der Sony Playstation 3. Nun stellt der Nachfolger Motorstorm Pacific Rift die Wüstenrennen des Vorgängers noch in den Schatten und überzeugt durch abwechslunsgreiche, actiongeladene Rennen.

Motorstorm Pacific Rift (Playstation 3)
Motorstorm Pacific Rift (Playstation 3)
In Motorstorm Pacific Rift feiern die härtesten Rennfahrer der Welt auf einer einsamen Insel ein Festival. Das Festival ist der Einzelspielermodus des Rennspiels vom Entwicklerteam Evolution Studios. Es umfasst eine Reihe an Einzelrennen gegen bis zu 15 Gegner. Dieses Raserfest fand bereits im ersten Motorstorm im Monument Valley der USA statt. Der größte Kritikpunkt an Motorstorm waren die optisch abwechslungsarmen Strecken.

Motorstorm Pacific Rift
Motorstorm Pacific Rift
Im Nachfolger, Pacific Rift, ist Abwechslung dagegen Trumpf. Die 16 Strecken sind individuell gestaltet und einem von vier Themen zugeordnet: Erde, Luft, Feuer und Wasser. Spieler rasen nun durch Dschungel, vorbei an romantischen Wasserfällen, an den Klippen von Berghängen entlang oder über einen aktiven Vulkan. Normale Rennen sind zwei Runden lang. Der Spieler startet immer auf der letzten Position und muss sich an den Mitbewerbern vorbeikämpfen.

Motorstorm Pacific Rift
Motorstorm Pacific Rift
Das Überholen von Gegnern gestaltet sich in Motorstorm Pacific Rift ebenfalls abwechslungsreich - und macht viel Spaß. Je nachdem, welches Fahrzeug zum Einsatz kommt, ändert sich auch die für den Sieg nötige Rennstrategie. Spieler rasen mit leichten Motorrädern, Quads oder Buggys, mittelschwere Rallyewagen, SUVs oder tonnenschweren Lkws und Monster Trucks. Alle Vehikel verfügen über einen Nitroboost, der sich bei Nutzung überhitzt. Bei Wasserkontakt kühlt sich der Boost schneller ab als normalerweise, weshalb sich manchmal sogar ein kleiner Umweg durch Wasserpfütze anbietet.

Motorstorm Pacific Rift
Motorstorm Pacific Rift
Auf den Pisten führen mehrere Wege um die Rundkurse. Durch regelmäßige Abzweigungen können Motorräder über verschlungene, enge Pässe durch die Berge heizen, während sich schwere PS-Monster wie der Lkw weiter unten durch Schlamm und Wasser wühlen. Immer wieder kreuzen sich jedoch die optimalen Routen der Fahrzeuge und so kommt das Fahrerfeld wieder zusammen. Neben einem Monster Truck überlebt der Quadraser nur wenige Meter. Ein leichter Stoß ans Chassis des leichten Quads genügt, um dessen Fahrer wie einen Crashtest-Dummy über die Insel fliegen zu lassen. Die Balance der Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Fahrzeuge ist ausgereift, durchdacht und erinnert entfernt an Mario Kart, wo der kleine, flinke Toad vom dicken Bowser plattgefahren werden kann.

Motorstorm Pacific Rift
Motorstorm Pacific Rift
Im Solomodus von Pacific Rift muss der Spieler die fahrbaren Untersätze samt unterschiedlicher Lackierungen nach und nach freispielen. Das dauert etwa zwölf Stunden und unterhält auf hohem Niveau. Bestimmte Rennen haben Zeitlimits oder Checkpoints, oder der Spieler tritt in Eliminierungsrennen an, in denen alle 15 Sekunden der Letzte rausfliegt. Das Spiel bietet zusätzlich einen umfangreichen Online-Mehrspieler-Modus, in dem bis zu 12 Spieler gegeneinander antreten. Die Entwickler haben auch an einen Vier-Spieler-Modus an einer Konsole gedacht. Obwohl die grafischen Details im Splitscreen heruntergeschraubt werden, ist Motorstorm Pacific Rift zu viert an einer Konsole ein großer Spaß - solange jeder die Strecken kennt.

Motorstorm Pacific Rift
Motorstorm Pacific Rift
Technisch ist auch das zweite Motorstorm ein optischer Leckerbissen. Das Spiel läuft flüssig und glänzt mit vielen Details auf und neben der Strecke. Lava versprüht glühend heiße Funken, in Wasserfällen verwöhnt für einen Bruchteil einer Sekunde ein Regenbogen das Auge und die Weitsicht beim Sprung von einer Klippe bietet dem Spieler einen wunderschönen Ausblick. Donnert ein Fahrzeug gegen eine Felswand, spürt der Spieler geradezu den Aufprall. Die 16 Strecken können den ganzen Tag über befahren werden und der unterschiedliche Stand der Sonne taucht die Strecken immer wieder in ein interessantes neues Licht. Technische Schwächen sind das sichtbare Aufpoppen von Details in sehr dichtem Dschungel, die ein oder andere verwaschene Bodentextur oder der horizontale Splitscreenmodus für zwei Spieler, der nur im 4:3-Format zugänglich ist.

Motorstorm Pacific Rift
Motorstorm Pacific Rift
Motorstorm Pacific Rift ist exklusiv für die Playstation 3 erschienen und kostet 60 Euro. Für die Zukunft sind regelmäßige, zahlungspflichtige sowie kostenfreie Updates vom Entwickler angekündigt. Das Rennspiel läuft maximal in einer Auflösung von 720p und unterstützt eigene Soundtracks. Die USK hat das Programm ab 12 Jahren freigegeben.

Fazit:
Motorstorm Pacific Rift ist ein grandioser Nachfolger! Die spektakulären Rennen des Vorgängers wurden im Detail verbessert und in eine würdige Kulisse gesetzt. Die abwechslungsreichen Strecken bieten strategische Tiefe und grafische Leckerbissen. Sein volles Potenzial spielt Pacific Rift vor allem mit ein paar Freunden aus - das gilt online sowie lokal an einer Konsole. Bis auf wenige technische Ungereimtheiten sowie fehlende Replays stimmt bei Pacific Rift das Gesamtpaket. Der arcadige Rennspaß kommt nahezu an den eines Mario Kart heran, bleibt jedoch weniger zugänglich.  (mw)


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Links zum Artikel:
Evolution Studios (.net): http://www.evos.net/

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