Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0810/63217.html    Veröffentlicht: 28.10.2008 18:18    Kurz-URL: https://glm.io/63217

Ein erster Blick auf Windows 7

Neue Taskleiste und bessere Hardwareverwaltung

Microsoft hat erstmals einen Einblick in die kommende Windows-Version gestattet. Windows 7 wird eine veränderte Taskleiste, eine bessere Hardwareverwaltung sowie erweiterte Heimnetzwerkfunktionen erhalten. Der Internet Explorer 8 wird Bestandteil von Windows und in zahlreichen Windows-Programmen wird sich die Ribbon-Oberfläche finden.

Windows 7
Windows 7
Auf Microsofts Professional Developer Conference (PDC) in Los Angeles sind die wesentlichen Neuerungen von Windows 7 vorgestellt worden. Bislang hatte sich Microsoft mit Details zum Vista-Nachfolger zurückgehalten. Teilnehmer der Veranstaltung erhalten nun die Vorabversion von Windows 7 und können sich einen Eindruck des neuen Betriebssystems verschaffen.

Die überarbeitete Taskleiste von Windows 7 zeigt laufende Programme als kleine Icons, so dass die einzelnen Einträge weniger Platz einnehmen. Ruht der Mauspfeil auf dem Icon, erscheinen Minibilder aller offenen Fenster der Applikation, um leicht das gesuchte Fenster zu finden. Fährt der Nutzer mit der Maus auf das Minibild, erscheint dieses im Vollformat. Als weitere kleine Revolution können die einzelnen Einträge in der Taskleiste nach Belieben umsortiert werden. Wenig überraschend wird der Internet Explorer 8 Bestandteil von Windows 7 sein. Bei der Fenstervorschau werden auch die Tabs innerhalb einer Internet-Explorer-Instanz berücksichtigt. Bei vielen offenen Browsertabs leidet dabei allerdings die Übersicht.

Windows 7
Windows 7
Zu jedem Taskeintrag können mittels Kontextmenü die zuletzt damit geöffneten Dateien aufgerufen werden. Über die Taskleiste lässt sich außerdem bequem eine Liste mit allen zuletzt aufgerufenen Applikationen öffnen, so dass oft benutzte Applikationen schnell zu erreichen sind. Als weitere Änderung erhielt der Tray-Bereich mehr Konfigurationsmöglichkeiten. So können etwa Warnhinweise unterdrückt werden, damit sie den Arbeitsfluss nicht stören. Auch die Einträge im Tray-Bereich können nun umsortiert werden.

Die Applikationen in Windows 7 erhalten außerdem die Ribbon-Oberfläche, die bereits aus dem aktuellen Office-Paket von Microsoft bekannt ist. Damit soll die Bedienung der Applikationen vereinfacht werden. Wenn Programmfenster an den Bildschirmrand geschoben werden, rasten sie dort ein. Legt man zwei Fenster auf diese Art neben- oder untereinander, werden sie automatisch in der Größe verändert, so dass sie jeweils die Hälfte des Bildschirms einnehmen. Wenn eines der Fenster wieder verschoben wird, erhält das Fenster die ursprünglichen Maße. Verschwunden ist die mit Windows Vista eingeführte Sidebar, in der Gadgets gesammelt wurden. Mit Windows 7 können Gadgets nun direkt an beliebiger Stelle auf dem Desktop abgelegt werden.

Windows 7
Windows 7
Verbesserungen gibt es auch beim Verhalten von Windows 7 im Heimnetzwerk. So sollen sich Windows-7-Systeme gegenseitig automatisch finden und Drucker sowie ähnliche Hardware im Heimnetzwerk können einfacher angesprochen werden. Zu den neuen Netzwerkfunktionen gehört auch die Ausweitung der Desktopsuche. Sie findet nun auch Daten auf Computern, die im gleichen Netzwerk angemeldet sind.

Über ein zentrales Bedienfeld namens Device Stage kann angeschlossene Hardware besser verwaltet werden. Das gilt auch für Geräte, die über das Netzwerk angebunden sind. Damit soll der Umgang mit solchen Geräten vereinfacht werden. Für den Unternehmenseinsatz hat Microsoft die Wartungsfunktionen und auch die Installation von Windows 7 auf mehreren Rechnern in einem Unternehmensnetzwerk überarbeitet.

Windows 7
Windows 7
Notebooks sollen mit Windows 7 besser auf die Nutzung an verschiedenen Arbeitsplätzen ausgerichtet sein. Ein Notebook soll automatisch Ausdrucke auf den Firmendrucker leiten, wenn es im Firmennetzwerk eingebucht ist. Daheim werden Ausdrucke an den heimischen Drucker geleitet, ohne dass der Nutzer Einstellungen verändern muss. Bisher kennt selbst Windows Vista nur einen Standarddrucker, der immer für alle Ausdrucke verwendet wird.

Zudem will Microsoft seine Windows-Live-Dienste, die bisher eher ein Nischendasein fristen, weiter vorantreiben und integriert sie in Windows 7. Lediglich der Windows Live Messenger als Nachfolger des MSN Messenger wird derzeit rege genutzt.

Bekanntermaßen verwendet Windows 7 den gleichen Kernel wie Windows Vista und Windows Server 2008. Microsoft verspricht daher, dass alle Applikationen und Treiber mit Windows 7 arbeiten, die auch mit dem Vorgänger klarkommen. Einzige Ausnahme bleibt Software, die tief ins Betriebssystem eingreift. Diese muss vom Hersteller angepasst werden. Das betrifft Sicherheitssoftware, Virenscanner, Firewall-Software oder Festplattenwerkzeuge.

Windows 7
Windows 7
Microsoft zeigte außerdem die geplante Multitouch-Unterstützung für Windows 7. Diese arbeitet demnach mit allen Windows-Applikationen, spezielle Anpassungen sind nicht erforderlich. Sobald dieser Bedienmodus aktiviert wird, werden die betreffenden Steuerelemente vergrößert, damit sie gut mit dem Finger bedient werden können. Über den Touchscreen kann der Nutzer den Mauspfeil mit dem Finger steuern und alle Bereiche der Software bedienen. Ferner wird die Updatefunktion des Vista-Nachfolgers nicht nur das Betriebssystem und Microsoft-Anwendungen auf den aktuellen Stand bringen, sondern auch Updates für Spiele installieren.

Microsoft strebt an, dass Windows 7 weniger Leistung als Windows Vista beansprucht. Das Betriebssystem soll in einer 64-Bit- und sogar in einer 32-Bit-Version erscheinen. Letztere kann allerdings die künftig üblichen 4 GByte Arbeitsspeicher in Rechnern nicht ausnutzen. Erst die 64-Bit-Variante kann von dieser Arbeitsspeicherausstattung profitieren.

Die von Microsoft gezeigte Vorabversion von Windows 7 trägt den Status Pre-Beta und richtet sich ausschließlich an Entwickler. Damit will Microsoft diesen die Möglichkeit geben, sich frühzeitig mit Windows 7 vertraut zu machen und ihre Produkte bei Bedarf an das neue Betriebssystem anzupassen. Anfang 2009 will Microsoft eine erste Beta von Windows 7 veröffentlichen. Die fertige Version soll im Januar 2010 auf den Markt kommen.  (ip)


Verwandte Artikel:
Microsoft: Windows Defender ATP kommt auch für Windows 7 und 8.1   
(13.02.2018, https://glm.io/132732 )
Microsoft: Office 2019 wird nur auf Windows 10 laufen   
(02.02.2018, https://glm.io/132550 )
Windows 10: Microsoft zeigt Fluent Design im Detailvideo   
(17.10.2017, https://glm.io/130653 )
Windows 7 und 8: Github-Nutzer schafft Freischaltung von neuen CPUs   
(21.04.2017, https://glm.io/127436 )
Windows 7 und 8.1: Ryzen- und Kaby-Lake-Rechner von Updates ausgeschlossen   
(14.04.2017, https://glm.io/127318 )

Links zum Artikel:
Microsoft: http://www.microsoft.de
Microsoft (.com): http://www.microsoft.com

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/